Friedensplatz altes Stadthaus

Nachrichtenportal

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Lokalpolitik

Dortmund bis 2035 klimaneutral - Rat der Stadt fasst Beschlüsse zu Klima, Mobilität und Stadtentwicklung

Nachricht vom 17.12.2021

Die Themen der Ratssitzung am Donnerstag, 16. Dezember, waren vielfältig. Die Mitglieder diskutierten unter anderem über den Masterplan integrierte Klimaanpassung, das Handlungsprogramm Klima-Luft-2030 sowie den barrierefreien Umbau der B1-Haltestellen.

In seiner Sitzung am Donnerstag, 16. Dezember, beriet sich der Rat der Stadt Dortmund zu zahlreichen Themen. Die Haushaltspläne für 2022 standen zuerst auf der Agenda des fünfstündigen öffentlichen Teils der Ratssitzung. Danach sprachen die Ratsmitglieder neben Klimathemen vor allem über Barrierefreiheit im Stadtbahnverkehr sowie Bauprojekte. Auch Wirtschaftspläne und Jahresarbeitsprogramme einzelner Ämter der Stadtverwaltung nahm der Rat zur Kenntnis.

Rat beschließt Masterplan integrierte Klimaanpassung Dortmund

Großen Stellenwert nahm das Thema Klima ein. Maßnahmen für den Klimaschutz und solche zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sollen in Dortmund deutlich mehr Schubkraft bekommen. Die kommunale Klimaneutralität 2035 ist das erklärte Ziel Dortmunds. Treibhausgasemissionen sollen effektiv reduziert und die weitreichenden Folgen des Klimawandels für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft abgemildert werden.

Während das "Handlungsprogramm Klima-Luft 2030" Maßnahmen zur Erreichung der städtischen Klimaneutralität beinhaltet, beschreibt der Masterplan integrierte Klimaanpassung Dortmund (MiKaDo) den Weg zu einer Stadtentwicklung im Umgang mit den zunehmenden Wetterextremen wie Starkregen, Hitze, Sturm und Trockenheit. Die Maßnahmen des MiKaDo werden jetzt konkretisiert und von der Stadtverwaltung umgesetzt.

B1-Haltestellen werden barrierefrei

Die Stadt Dortmund plant den Neubau von fünf Haltestellen entlang der B1: Kohlgartenstraße, Voßkuhle, Lübkestraße, Max-Eyth-Straße und Stadtkrone Ost. Die Haltestellen werden komplett barrierefrei und bekommen eine neue Gestaltung - dazu hatte das Tiefbauamt einen Gestaltungswettbewerb durchgeführt . Der Rat entschied sich beim Umbau für die von der Stadtverwaltung präferierte Variante, die unter anderem die in der Nachkriegszeit gewachsenen Linden erhält, keine Veränderungen im Rad- und Autoverkehr vorsieht sowie die vorhandene Gleisführung beibehält. Der barrierefreie Umbau wird rund 32 Millionen Euro kosten.

Baudezernent Arnulf Rybicki zu den Ergebnissen des Wettbewerbs zur Gestaltung der B1-Haltestellen: So könnten die neuen Haltstellen an der B1 aussehen. Quelle: YouTube

Abriss und Neubau der Lindemannbrücke beschlossen

Der Bau der neuen Fuß- und Radwegbrücke an der Lindemannstraße ist beschlossen. Die neue Brücke wird fast 10 Millionen Euro kosten. Die beliebte Fuß- und Radwegbrücke verbindet das Kreuzviertel mit dem Vorplatz der Messehallen und führt über den sechsstreifigen Rheinlanddamm. Insbesondere an BVB-Spieltagen überqueren zahlreiche Menschen die Brücke aus den 1950er Jahren, weshalb das wichtige Verbindungsstück dringend barrierefrei neugebaut werden muss.

Eine Grafik des weiterentwickelten Entwurfs für die geplante Fuß- und Radwegbrücke an der Lindemannstraße.

Eine Grafik des weiterentwickelten Entwurfs für die geplante Fuß- und Radwegbrücke an der Lindemannstraße.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): schlaich bergermann partner sbp / Terrabiota Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH

Stadt setzt Gastarbeiter*innen Denkmal

Den sogenannten Gastarbeiter*innen Dortmunds soll gedacht werden - in Form eines Denkmals. Das Denkmal wird an die Leistungen der Menschen erinnern, die ab den späten 1950er Jahren unter anderem aus Südeuropa und der Türkei angeworben wurden, und ihren Anteil an der Dortmunder Stadtgeschichte würdigen. 2022 gibt es einen Wettbewerb zur Gestaltung des Denkmals.

Neue Kitas und Gesamtschule geplant

Schulsanierung, Straßenbau und Schulbau - durch das Förderprogramm KIF (Kommunalinvestitionsförderungsgesetz) stehen der Stadt Dortmund mehrere Millionen Euro zur Verfügung, um Baumaßnahmen durchzuführen. Viel Geld wird in den Schulbau investiert. Auch die Gesamtschulen sollen dabei nicht aus dem Blick geraten. Für den Rat steht fest: Dortmund braucht eine weitere Gesamtschule im Stadtbezirk Hörde. Eine vierzügige Gesamtschule entsteht zukünftig durch die Umwandlung der Johann-Gutenberg-Realschule.

An die ganz kleinen Dortmunder*innen wurde ebenfalls gedacht: Um das U3-Ausbauziel zu erreichen und ein bedarfsgerechtes Angebot an Tagesbetreuungsplätzen für Kinder von vier Monaten bis zum Schuleintritt zu schaffen, baut die Stadt Dortmund die Kinderbetreuung weiter konsequent aus. Dazu werden sechs neue Tageseinrichtungen für Kinder mit insgesamt 775 Betreuungsplätzen bis 2024 errichtet.

Westfalenhütte und nördliches Bahnhofsumfeld - Stadtgestaltung im Fokus

Seit Anfang 2021 schaufeln die Bagger auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte zwischen Dürener Straße und Stahlwerkstraße. ThyssenKrupp Steel lässt dort bis Ende 2021 Bauarbeiten durchführen. Langfristig plant die Stadt auf der Fläche ein neues Viertel mit 800 Wohnungen, Park, Schule, Kita und Supermarkt . Die Aufstellung des Bebauungsplanes sowie Änderungen im Flächennutzungsplan hat der Rat der Stadt genehmigt.

Die Neuentwicklung des nördlichen Bahnhofsumfelds soll für die Stadt Dortmund ein wichtiger Impulsgeber werden: Als Teil des Stadteingangs für Reisende mit der Bahn oder mit Fernbussen entsteht eine neue Visitenkarte der Stadt. Aber auch für die Zukunft der Nordstadt setzt die Verwaltung große Hoffnungen auf die Strahlkraft, die von einer Entwicklung des nördlichen Umfeldes des Hauptbahnhofs ausgehen wird. Um die Gebäude für das Bauprojekt zu sichern, beschloss der Rat ein Vorkaufsrechts für die Stadt Dortmund.

Text: Kira Hibbeln

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.