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Coronavirus

Verwaltungsspitze warnt: Omikron ist in Dortmund angekommen

Nachricht vom 11.01.2022

Hohe Infektionszahlen und ein Rekord-Inzidenzwert: In Dortmund hat Omikron das Infektionsgeschehen übernommen. Das macht Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken deutlich. Trotz hoher Zahlen gibt es aber beruhigende Nachrichten aus den Krankenhäusern.

Dr. Frank Renken, Leiter Gesundheitsamt,

Der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Frank Renken, äußert sich zur Corona-Lage in Dortmund. (Archiv)
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Amanda Bick

Vor wenigen Wochen konnte die Stadt Dortmund noch eine Inzidenz von unter 200 melden, doch das hielt nicht lange an: "Heute (11. Januar 2022, Anm. d. Red.) verkünden wir eine Inzidenz von 532,8 – wir liegen also deutlich über dem Schnitt des Bundes (387,9) als auch dem von NRW (381,7). Vor Weihnachten hatten wir darüber gesprochen, dass es so kommen wird, und so ist es nun auch", berichtete Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner.

Bei einer Pressekonferenz des Verwaltungsvorstands am Dienstag, 11. Januar, meldete sie aber auch erfreuliche Nachrichten aus den Krankenhäusern. Die Zahl der momentan dort behandelten Corona-Infizierten liegt unter 100. "Omikron zeigt, dass es einen milderen Verlauf hat", so Zoerner. Es gebe keine Akut-Lage in den Kliniken.

Inzidenz von 2.000 befürchtet

Wie die Vergangenheit gezeigt hat, gehen die Infektionen nach den Ferien in die Höhe - auch nun ist es so: Vor Beginn der Schulferien konnte bei 16 Reiserückkehrer*innen Corona nachgewiesen werden. "Letzte Woche waren es dann schon 38, aktuell sind es 116 – es zeigen sich also die Auswirkungen der Ferien", erklärte Zoerner weiter.

Gesundheitsamtsleiter Renken bestätigte den Trend und bescheinigte Dortmund sogar ein exponentielles Wachstum beim Infektionsgeschehen. Allerdings sei die gefährdete Gruppe der über 80-Jährigen davon nicht so stark betroffen. Anders in der Gruppe der Jüngeren: "Bei den 21- bis 25-Jährigen liegt die Inzidenz bei 960, (...) bei den 26- bis 30-Jährigen liegt die Inzidenz bei über 810."

Mit Blick auf die schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen rechnete Renken mit einer weiteren Explosion der Zahlen. "Ich befürchte Inzidenzen von 2.000 bis 3.000, allerdings ohne eine höhere Sterblichkeit zu haben." Ähnlich reagierte auch Oberbürgermeister Thomas Westphal: "Wir haben ein Infektionsgeschehen, das wir so in Dortmund noch nie hatten, sind aber froh, dass trotz der hohen Infektionen keine höheren Krankenhausaufenthalte verzeichnet werden."

Omikron bestimmt das Infektionsgeschehen

Die Nordstadt verzeichnet laut Renken zwar weiter die höchste Inzidenz, doch allgemein lasse sich festhalten: "Alle Stadtbezirke haben Inzidenzen, die sehr hoch sind und nicht unter 500 beginnen." Im Vergleich zu anderen Kommunen sei die Stadt Dortmund nun leider unter den fünf höchsten Inzidenzzahlen deutschlandweit. "Omikron hat in Dortmund einen Anteil von 85 bis 86 Prozent. Das führt dazu, dass wir keine Differenzierung mehr vornehmen werden; wir gehen davon aus, dass alle Fälle Omikron-Fälle sind", erklärt Renken weiter.

Die Differenzierung zwischen Omikron und anderen Varianten ergebe keinen Sinn mehr, denn "Omikron hat das Infektionsgeschehen übernommen". Für die Zeit ab kommender Woche befürchtete Renken, dass der Schulbetrieb in der normalen Form dann nicht mehr möglich sei.

Schnelltests erfüllen ihren Zweck - aber nicht überall

Die Schnelltestverfahren haben laut Renken alle die Schwachstelle, dass sie ab einem sogenannten CT-Wert von 26 nicht mehr erkennen, ob man infektiös ist oder nicht. "Nur bei einer hohen Viruslast sind die Schnelltests zuverlässig und liegen dann bei einer Genauigkeit von 80 Prozent, sonst bei 60 Prozent."

Zu Beginn und am Ende einer Infektion seien sie wegen der Viruslast also nicht besonders gut. Omikron habe eine Inkubationszeit von zwei Tagen; in dieser Zeit gebe es ein immenses Virenwachstum. Eine Infektion werde meist nicht erkannt, weil sie innerhalb von Stunden explosionsartig steige: "Ich kann am Morgen kaum Virenlast haben, am Abend dafür umso mehr."

"Wir werden auch die nächsten Wochen weiterhin überschwemmt werden mit positiven Tests. Wir müssen nun schauen, wie wir zum Beispiel weiter mit der Quarantäne vorgehen." Laut Renken wird es weiterhin Verzögerungen bei den Corona-Meldungen geben (ein bis zwei Tage), da die Menge der Fälle nicht schneller abzuarbeiten sei. "Wir sind momentan nicht in der Lage, auch nur annähernd tagesaktuelle Zahlen zu bringen."

Text: Angela Seger

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.