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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

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Kultur

Wanderausstellung über Vernichtungsort Malyj Trostenez macht Station im MKK

Nachricht vom 17.01.2022

Im Zweiten Weltkrieg war Malyj Trostenez in Belarus ein Vernichtungsort der Deutschen während der Besatzungszeit. Viele Menschen wurden dort ermordet. "Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung" erzählt zum ersten Mal die Geschichte dieses Ortes anhand sieben beispielhafter Schicksale.

Die Wanderausstellung „Vernichtungsort Malyj Trostenez" erzählt erstmals die Geschichte dieses Ortes

Die Wanderausstellung "Vernichtungsort Malyj Trostenez" erzählt erstmals die Geschichte dieses Ortes
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Katrin Pinetzki

Malyj Trostenez war der größte Vernichtungsort in Belarus während der deutschen Besatzungszeit von 1941 bis 1944. Vor allem belarussische, österreichische, deutsche und tschechische Juden, aber auch des Widerstandes verdächtigte Einheimische wurden dort ermordet.

Die Wanderausstellung "Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung" will den Ort anhand realer Schicksale als europäischen Tat- und Erinnerungsort in der öffentlichen Wahrnehmung zu verankern. Vom 14. Januar bis 20. März macht sie im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) Halt, Kooperationspartner ist die Gedenkstätte Steinwache. Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung soll Malyj Trostenez als europäischen Tat- und Erinnerungsort verankern.

Die Ausstellung soll Malyj Trostenez als europäischen Tat- und Erinnerungsort verankern.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Katrin Pinetzki

Den Ort ins Bewusstsein rücken

Heute ist Malyj Trostenez ein Vorort von Minsk. Mindestens 60.000 Menschen wurden wenige Kilometer südöstlich der Hauptstadt ermordet und verscharrt, später exhumiert und verbrannt, darunter mehr als 22.000 Deutsche mit jüdischen Wurzeln. Viele hatten die Illusion, dass die nationalsozialistische Führung ihnen dort die Möglichkeit geben würde, eine neue Existenz aufzubauen. In Minsk angekommen, wurde die Mehrzahl der Deportierten jedoch sofort ermordet.

Nach 1945 wurden in Malyj Trostenez bereits erste Gedenkzeichen aufgestellt und Gedenkfeiern organisiert. Eine größere Gedenkanlage, die auch an die ermordeten Juden erinnert, entstand erst in den 2010er-Jahren. Die zweisprachige Wanderausstellung würdigt die Opfer und zeigt zugleich, auf welche Weise und an welchen Orten in Belarus, Deutschland, Österreich und Tschechien der Ermordeten gedacht wird.

Vom 14. Januar bis zum 20. März 2022 läuft die Ausstellung im MKK.

Vom 14. Januar bis zum 20. März 2022 läuft die Ausstellung im MKK.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Robin Hinsch / IBB

Ausstellung macht Halt in vielen europäischen Städten

Die deutsch-belarussische Ausstellung wurde 2016 in Hamburg erstmals gezeigt und wanderte seither durch 25 Städte in Belarus, Deutschland, Tschechien, der Schweiz und Österreich. "Bislang ist der Vernichtungs- und Gedenkort Malyj Trostenez kaum in der Öffentlichkeit bekannt. Wir möchten mit der Ausstellung einen Beitrag zum europäischen Gedenken leisten", sagt Dr. Jens Stöcker, Direktor des MKK.

Sie ist zugleich eine Veranstaltung der Stadt Dortmund zum Internationalen Holocaust-Gedenktag (27. Januar). Impulsgespräche zur Ausstellung sind für Sonntag, 30. Januar, und Sonntag, 27. Februar, 15:00 bis 16:00 Uhr geplant.

Vortrag: "Das Vernichtungslager Maly Trostinez und die vielen Gesichter deutscher Gewalt in Belarus" Quelle: YouTube

Zum Thema

Träger*innen der Ausstellung sind das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk gGmbH (IBB Dortmund), die Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte "Johannes Rau" Minsk (IBB Minsk) und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.