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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Coronavirus

Einrichtungsbezogene Impfpflicht und Novavax kommen - Stadtspitze informiert zur aktuellen Lage

Nachricht vom 08.02.2022

Obwohl der R-Wert in Dortmund sinkt, sind die Inzidenzwerte über das gesamte Stadtgebiet hinweg gleichbleibend hoch. Gleichzeitig nimmt die Impfwilligkeit der Dortmunder*innen weiter ab. Die Verwaltungsspitze gibt einen Über- und Ausblick zur Corona-Situation in Dortmund.

Ab dem 15. März führt das Land Nordrhein-Westfalen eine einrichtungsbezogene Impfpflicht ein. Mitarbeitende, die beispielsweise in Krankenhäusern und Pflegeheimen arbeiten, müssen ihren Arbeitgeber*innen dann eine Impfung gegen das Coronavirus nachweisen können. Die Arbeitgeber*innen müssen daraufhin Ungeimpfte namentlich an die kommunalen Gesundheitsämter melden.

Die Pressekonferenz der Verwaltungsspitze am Dienstag, 8. Februar, eröffnete Oberbürgermeister Thomas Westphal mit klaren Worten zu dieser neuen Regelung: "Die Impfung war für uns schon immer der Weg aus der Pandemie und so ist es auch heute noch - deshalb finden wir den ersten Schritt der einrichtungsbezogenen Impfpflicht richtig und notwendig, genauso wie die geplante allgemeine Impfpflicht." Dennoch hätten Bund und Länder großen Nachbesserungsbedarf zu leisten, was die Neuregelungen und den Verwaltungsaufwand hinter der einrichtungsbezogenen Impfpflicht anginge, so Westphal.

Inzidenzen weiterhin auf hohem Niveau - R-Wert sinkt

Gesundheitsdezernentin Brigit Zoerner wertet den sinkenden Reproduktionswert (R-Wert) von unter eins als positives Zeichen für Dortmund, obwohl sich die aktuellen Corona-Zahlen noch immer auf hohem Niveau bewegen. Trotz einer Inzidenz von 2.087 und 245 stationär behandelten Infizierten, davon 21 intensiv und 13 beatmet, macht der sinkende R-Wert dennoch Hoffnung: Er zeigt, dass ein Infizierter weniger Menschen in seiner Umgebung ansteckt. So ist mit einer kontinuierlich sinkenden Inzidenz zu rechnen. "Das Gesundheitsamt holt den Rückstand der vergangenen Wochen in der Fallbearbeitung mittlerweile auf, darum erhalten wir wieder ein tagesaktuelles, realistisches Bild der Lage", zeigt sich Zoerner erfreut.

Zum Vergleich: Die Bundesinzidenz liegt aktuell bei 1.441, Nordrhein-Westfalen kommt auf 1.485. Die Stadtbezirkszahlen zeigen weiterhin hohe Inzidenzen über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Mit 2.681 hat Scharnhorst die höchste Inzidenz in Dortmund, die Nordstadt kommt auf 2.508. Am geringsten ist die Inzidenz in Hombruch und Aplerbeck mit 1.490 und 1.594.

Bei den Null- bis Fünfjährigen zeigen die Inzidenzzahlen eine Abnahme, die Inzidenz der Sechs- bis Zehnjährigen stagnieren. Ganz anders sehen die Altergruppen darüber aus: In allen weiteren Altersstufen ab elf Jahren steigen die Inzidenzen, was vor allem für die Ü-80-Jährigen gefährlich werden kann. "Glücklicherweise beobachten wir hier mit Omikron vorwiegend milde Verläufe", so Zoerner.

Impfwilligkeit nimmt ab

Die Zahl der Impfungen lässt im Stadtgebiet weiterhin nach: "Der Trend der letzten Wochen setzt sich leider fort - immer weniger Dortmunder*innen lassen sich impfen", bedauert die Krisenstabsleiterin die sinkende Impfwilligkeit. 2.115 Menschen haben sich in der verganenen Woche in städtischen Einrichtungen impfen lassen. 341 bekamen ihre Erstimpfung, 989 eine Booster-Impfung. Zoerner betont: "Wir wünschen uns da deutlich höhere Zahlen". Sie animiert vor allem die Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen, denn auch bei den Kinderimpfungen sind Rückgänge zu verzeichnen. Aktuell sind für kleine Dortmunder*innen noch Termine für die kommenden Tage und Wochen buchbar.

Warum die Impfung für Kinder sinnvoll ist, zeigt Kinder- und Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger auf. Sie spricht davon, dass in Dortmund mit Stand von Dienstag, 8. Februar, 23 Kita-Gruppen sowie eine gesamte Kita geschlossen werden mussten. Ganze 46 Kitas sind insgesamt, unter anderem durch Einzelfälle und Quarantänen, betroffen. Auch in den Schulen sieht die Lage nicht besser aus: 68 Schulklassen und eine Grundschule sind vom Coronavirus betroffen.

Neuigkeiten zu Novavax - Impfung bald möglich

Für die Impfung mit dem neuen Impfstoff Novavax sei noch ein wenig Geduld gefragt, erklärt Zoerner. Der 19. Impferlass der Landesregierung läge bereits vor - für Menschen ab 18 Jahren seien zwei Impfdosen empfohlen. Ab dem 21. Februar würde der Impfstoff voraussichtlich ausgeliefert und dann von den kommunalen Impfstellen verimpft. Zum Thema Viertimpfung warte die Stadt Dortmund noch auf die finale Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), mit der am Donnerstag, 10. Februar, zu rechnen sei. Am 11. Februar soll der Landeserlass schließlich folgen.

Text: Kira Hibbeln

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Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.