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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Integration

Neue Anlaufstelle MigraDo soll Zugewanderten erste Schritte in Dortmund erleichtern

Nachricht vom 01.03.2022

In der Stadt Dortmund gibt es eine Vielzahl an Hilfen und Dienstleistungen für zugewanderte Menschen. Manchmal ist es für Zugezogene jedoch schwer nachzuvollziehen, wo was genau angeboten wird. Hier kommt nun das neue Zentrum MigraDo ins Spiel.

MigraDo - neues Beratungszentrum für Migrant*innen startet in Dortmund Quelle: YouTube

Direkt neben der Ausländerbehörde, am Friedensplatz 7, bietet die Stadt Dortmund im neuen Dienstleistungszentrum Migration & Integration noch mehr Unterstützung für Migrant*innen. Für EU- und Nicht-EU-Bürger*innen gibt es hier seit Freitag, 25. Februar, kostenlose Beratungen unter anderem zu den Themen Familie, Gesundheit, Sprachförderung, Unterstützungsleistungen und Arbeit.

Das MigraDo wird von der Europäischen Union gefördert. Im Rahmen des Projektes CONNECTION des europäischen Städtenetzwerkes Eurocities lernt die Stadt Dortmund von anderen europäischen Städten, welche bereits über ähnliche Strukturen verfügen und kann die gewonnen Erkenntnisse mit Hilfe der Projektförderung in die Tat umsetzen. Hierzu fand unter anderem ein Austausch mit der Stadt Athen statt, im Zuge dessen man Ideen für das MigraDo entwickeln konnte und welche zukünftig implementiert werden sollen.

Verschiedene Träger*innen, Ämter der Stadt sowie das Jobcenter arbeiten Hand in Hand zusammen. Das Ziel: Migrant*innen gut willkommen heißen. Als vor einigen Jahren viele Menschen als Flüchtlinge nach Dortmund gekommen seien, hätten viele Orientierungsschwierigkeiten gehabt, erläutert Dortmunds Sozialdezernentin Birgit Zoerner. In solchen Situationen gebe es viele offene Fragen: Wo muss ich mich anmelden? Wo kann ich zum Sprachkurs? Wo kann mein Kind in die Kita? Überblick und Orientierung will MigraDo nun genau für solche Fälle schaffen. "Es hat eine Lotsenfunktion", so Zoerner am Dienstag, 1. März.

Hinweis zum Krieg in der Ukraine

Das neue Zentrum MigraDo bietet gemeinsam mit der Ausländerbehörde einen Infopoint für Ukrainer*innen an. Ab Mittwoch, 2. März, wird von 8:00 bis 12:00 Uhr in der Berswordt-Halle beraten - etwa bei Fragen zur Anmeldung.

Weiteres zum Thema

Mehr Informationen zu MigraDo finden Sie auf der Seite der Anlaufstelle.

Die "Ankommensberatung" ist umfassend und gibt Infos zu den zahlreichen Anlaufstellen in Dortmund. Bei Bedarf wird auch auf Angebote verwiesen, bei denen eine langfristige und nachhaltige Begleitung stattfinden kann. MigraDo wird also keine Organisationsstrukturen ersetzen, sondern Überblick geben und an die richtigen Stellen weiterleiten.

Im MigraDo sollen der erste Kontakt mit der Stadt Dortmund entstehen. Der Ablauf des "Ankommens" soll so gestaltetet werden, dass Reibungsverluste für neue Dortmunder*innen so gering wie möglich gehalten werden und von Anfang an Weichen für weitere notwendige Integrationsschritte gestellt werden. Die Nationalität der Zuziehenden spielt keine Rolle - das Angebot richtet sich neben ausländischen auch an deutsche Staatsbürger*innen.

Mehrere Menschen stehen vor dem Eingang des neuen Zentrums MigraDo.

Das MigraDo-Netzwerk freut sich mit Silke Straubel (4. v.l.) und Dezernentin Birgit Zoerner (5. v.l.) auf den Start.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Die Beratung kann jedoch mehrsprachig erfolgen: Für viele Sprachen steht ein*e Dolmetscher*in zur Verfügung. Diese seien derzeit per Video im Einsatz, sagte Zoerner. "Das hilft uns besonders in Corona-Zeiten."

Diese Beratung gibt es ganz konkret

Vor Ort im MigraDo beantworten Fachkräfte des Jobcenters Fragen zum Sozialgesetzbuch (SGB), Zweites Buch (II) und prüfen, ob ein Anspruch auf Leistungen besteht und wie dieser beantragt werden kann. Weitere Beratung gibt es zudem zu Themen wie Ausbildung oder Qualifizierung für den Arbeitsmarkt.

Unter Berücksichtigung der sprachlichen Vorkenntnisse und der persönlichen Lage wird außerdem versucht, einen passenden Sprachkurs zu finden. So gibt es beispielsweise spezielle Kurse (für Eltern, für Frauen, offene Sprachtreffs u.a.). Das Angebot gilt unabhängig vom Aufenthaltsstatus.

Den Weg finden ins MigraDo

Dass das neue Dienstleistungszentrum auch angenommen wird, dürfte durch die räumliche Anbindung an die Ausländerbehörde garantiert sein. Alle nach Dortmund Zugezogenen müssen sich innerhalb von zwei Wochen bei der Ausländerbehörde (Drittstaatsangehörige) bzw. bei den Bürgerdiensten (EU-Bürger*innen) anmelden und müssen dafür persönlich erscheinen.

Erste Erfolge spürbar

Durch die Planung des MigraDo wurde die bestehende Netzwerkarbeit mit Anlauf- und Projektstellen innerhalb der Stadt Dortmund in den letzten Monaten weiter intensiviert und optimiert. Gemeinsam wurden sowohl Bedürfnisse der Neuzugewanderten als auch Überblicke zu Verweisstellen und Beratungsangeboten und -inhalten ausgetauscht.

Bei der Projektarbeit zum MigraDo wurde auch die App und Internet-Plattform Integreat für die Stadt Dortmund beschafft und bedarfsgerecht mit allen Akteur*innen befüllt. Die Information der Neuzugezogenen über Integreat läuft sehr erfolgreich und wird aktiv in Anspruch genommen.

Mehr Infos

Nützliche weiterführende Links finden Sie hier gebündelt.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.