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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Politik

Generalkonsulin der Ukraine bedankt sich im Rat für Unterstützung und bittet: "Hören Sie nicht auf zu helfen!"

Nachricht vom 31.03.2022

Auf Einladung von OB Westphal ist Iryna Shum, Generalkonsulin der Ukraine, am Donnerstag, 31. März, zu Gast bei der Ratssitzung gewesen. Sie berichtete zum Krieg in der Ukraine und bedankte sich für die große Hilfe, die Dortmund ankommenden Ukrainer*innen zu Teil werden lässt.

Gleich zu Beginn der Ratssitzung der Stadt Dortmund wurde der Krieg in der Ukraine thematisiert. Die ukrainische Generalkonsulin Iryna Shum schilderte in einer Rede die Lage in der Ukraine und erläuterte, wie die deutschen Städte das Land in der aktuellen Situation weiterhin unterstützen können.

Iryna Shum, Generalkonsulin der Ukraine, mit ihrer Rede im Dortmunder Rat am Donnerstag, 31. März. OB Westphal verspricht daraufhin, dass Dortmund auch weiterhin seine überragende Hilfsbereitschaft zeigen wird. Quelle: YouTube

Mehr als 300 zerstörte Schulen, Kitas und Krankenhäuser durch 1.200 Raketen, getötete Zivilist*innen - darunter auch unzählige Kinder, unbewohnbare Städte, kein Strom und Wasser: Das Bild, das die Generalkonsulin in ihrer Rede zeichnet, ist bittere Realität. "Den 24. Februar 2022, den Tag, an dem der Krieg Russlands gegen die Ukraine begann, merken sich die Ukrainer*innen als Beginn von unendlichem Leid und Schmerz", so Shum.

Lage in der Ukraine dramatisch

Iryna Shum schilderte den Krieg in all seiner Brutalität: "Die Kriegsethik wurde gelöscht, der russische Präsident versprach, keine Zivilist*innen zu verletzen, doch es wurden bisher mehr Zivilist*innen als Soldat*innen getötet". Bürgermeister*innen seien entführt worden, Frauen vergewaltigt, Kinder würden in Kellern geboren. Beispielhaft berichtete die Konsulin von eine 24-jährigen Frau, die im Freiwilligeneinsatz Tierfutter in ein Tierheim bringen wollte und auf dem Weg dorthin von russischen Soldat*innen im Auto angehalten und getötet worden sei.

Für die Generalkonsulin sei der Krieg nicht nur ein Krieg Putins, sondern auch einer des russischen Volkes, das in seiner Mehrheit ihren Präsidenten unterstütze und die Augen vor der Überprüfung der Falschinformationen in russischen Medien verschließe: "Für sie ist es einfacher zu glauben, dass Russland die Ukraine 'befreien' will". Putins Kriegsvorgehen sei dagegen, laut Shum, vergleichbar mit dem eines Terroristen. Er drohe ganz Europa mit Atomwaffen. Der Ukraine sei nur mit einem Handelsembargo, einem Verbot der russischen Propaganda-Kanäle, Sanktionen, Machtentzug Putins in der Welt sowie der Unterstützung der Ukrainer*innen mit Waffen und Schutzausrüstung geholfen. Außerdem forderte sie, die Ukraine schnellstmöglich in die Europäische Union aufzunehmen.

"Wir waren sofort bereit, zu helfen und sind es auch weiterhin."

Oberbürgermeister Thomas Westphal

Mehr als 4.500 Menschen hat Dortmund bereits aufgenommen - "ein Zeichen großer Hilfsbereitschaft und Solidarität", so die Generalkonsulin. Am Ende ihrer Rede bedankte sich Iryna Shum nachdrücklich bei allen Dortmunder*innen für ihre Hilfe und appellierte: "Bitte hören Sie nicht auf, machen Sie weiter!" Man müsse gerade jetzt gemeinsam als "Einheitsfront gegen das Böse" zusammen stehen.

Dortmund will weiter überragende Hilfsbereitschaft zeigen

Direkt im Anschluss an die bewegende Rede der Generalkonsulin versprach OB Thomas Westphal, dass Dortmund nicht aufhören wird, zu helfen. "Es lässt unsere Stadtgesellschaft nicht kalt, im Gegenteil: Wir waren sofort bereit, zu helfen und sind es auch weiterhin", bekräftigt der Oberbürgermeister. "Wir hoffen mit Ihnen, dass dieser Krieg schnell beendet werden kann, auch wenn die Nachrichten derzeit eine andere Sprache sprechen. Wir sind auch darauf eingestellt, dass die Menschen länger bei uns bleiben und heißen sie hier willkommen."

Sozialdezernentin Birgit Zoerner, Schuldezernentin Daniela Schneckenburger und Rechtsdezernent Norbert Dahmen informierten im Rat über die Unterstützung der Stadt Dortmund gegenüber den ankommenden Ukrainer*innen, die Beschulungssituation und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Text: Kira Hibbeln

Zum Thema

Eine Zusammenfassung der Ratssitzung sowie weitere Informationen zum Krieg in der Ukraine und Hilfen finden Sie online.

Dieser Beitrag befasst sich mit der Rats- bzw. Gremienarbeit der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.