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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Bildung

Kriegsverbrechen früher, Krieg heute: Steinwache lädt zu zwei Vorträgen in die Auslandsgesellschaft ein

Nachricht vom 11.04.2022

Zwei Vorträge der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache rund um das Karfreitagsgedenken in der Bittermark finden coronabedingt in der Auslandsgesellschaft statt.

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs ermordeten Angehörige der "Division zur Vergeltung" im Arnsberger Wald bei drei Massenexekutionen 208 polnische und sowjetische Zwangsarbeiter*innen. Um dieses "Kriegsendphaseverbrechen im Warsteiner Raum 1945" geht es in einem Vortrag, den Dr. Marcus Weidner am Donnerstag, 14. April, 19:00 Uhr, in der Auslandsgesellschaft (Steinstr. 48) hält. Der Eintritt ist frei.

Die Opfer des Massakers ruhen heute in anonymen Gräbern auf dem Friedhof Fulmecke in Meschede. Obgleich das Verbrechen seit 1945 bekannt ist, beschäftigt sich die historische Forschung erst seit wenigen Jahren eingehend damit. Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Münster erforscht die Hintergründe und das Ereignis sowie die justizielle Aufarbeitung und das Gedenken an diesen Massenmord. Die LWL-Archäologie für Westfalen hat in Zusammenarbeit mit dem Institut die drei Erschießungsorte untersucht. Dabei wurden zahlreiche Funde – Täterwerkzeuge ebenso wie Habseligkeiten der Opfer – geborgen und Informationen gewonnen, die zu einem besseren Verständnis der Ereignisse beitragen.

Zweiter Vortrag: Memorial

Ein weiterer Vortrag befasst sich an Karfreitag mit der Menschenrechts- und Geschichtsaufarbeitungsorganisation Memorial, die von Russland verboten wurde: Am Freitag, 15. April, 18:00 Uhr, spricht Uta Gerlant in der Auslandsgesellschaft über die Geschichte und Bedeutung der Organisation.

Memorial entstand Ende der 1980er-Jahre aus einer Bürgerbewegung in vielen Städten der Sowjetunion. Ziel war es, das Schweigen über die stalinistischen Repressionen zu brechen; auch die Geschichte der ehemaligen "Ostarbeiter", der sowjetischen Zwangsarbeiter*innen in Nazideutschland, erforschte Memorial. Außerdem setzen sie sich für die Wahrung der Menschenrechte heute ein. Mit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wurde Memotial international und gründete einen entsprechenden Dachverband. Dieser wurde jüngst vom Obersten Gericht der Russischen Föderation verboten.

Die Osteuropahistorikerin Uta Gerlant war 1991 Freiwillige bei Memorial in Sankt Petersburg und 1993 Mitbegründerin von Memorial Deutschland e. V., in dessen Vorstand sie sich zehn Jahre lang engagierte. Darüber hinaus arbeitete sie im Zusammenhang mit der Zwangsarbeiter*innen-Entschädigung für die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft und war bis 2020 Leiterin der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam.

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Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.