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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Bittermark

Stadtspitze und hunderte Besucher*innen gedenken der Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft

Nachricht vom 15.04.2022

Erinnern in der Dortmunder Bittermark: Am Mahnmal kommen an Karfreitag traditionell viele Dortmunder Bürger*innen zum Gedenken an die Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft zusammen. Nach zwei Jahren Corona fand die Veranstaltung nun erstmals wieder in großem Umfang statt.

Gang zur Krypta: Madame Nicole Godard, die Vorsitzende des Verbandes der Zwangs- und Arbeitsdeportierten, in Begleitung von Bürgermeister Norbert Schilff

Gang zur Krypta: Madame Nicole Godard, die Vorsitzende des Verbandes der Zwangs- und Arbeitsdeportierten, in Begleitung von Bürgermeister Norbert Schilff
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Anja Kador

Mit Musik von Posaunen und einer Schweigeminute wurde das Gedenken am Karfreitag, 15. April 2022, eingeleitet. Danach kam unter anderem Bürgermeister Norbert Schilff zu Wort, der auch Vorsitzender des Fördervereins Gedenkstätte Steinwache/Internationales Rombergpark-Komitee e.V. ist.

"Heute, 77 Jahre nach den Gräueltaten der Gestapo und der SS, gedenken wir wieder gemeinsam der ca. 300 im Rombergpark und der Bittermark ermordeten Männer und Frauen", sagte Schilff zur Einleitung. "Ihr Tod war grausam und sinnlos. Kurz vor Kriegsende zeigten der Nationalsozialismus und diejenigen, die in seinem Sinne handelten, noch einmal ihre wahren abscheulichen Gesichter. Menschen wurden damals gefoltert und ermordet, Familien wurden zerstört."

Aktueller Bezug: Krieg in der Ukraine

Die Aussage "Nie wieder Krieg!" sei die Losung am Mahnmal seit es in der Bittermark die erste Gedenkveranstaltung gegeben habe. "Doch vor genau 50 Tagen, am 24. Februar, marschierten Soldaten der russischen Föderation in die Republik Ukraine ein", machte Schilff allen Teilnehmenden bewusst. "Seitdem dauert der Angriffskrieg Russlands unvermindert an. Mit dem Angriffskrieg ist die Lage in der Ukraine für viele Zivilistinnen und Zivilisten lebensgefährlich geworden."

Stehen wir gemeinsam ein für Frieden und Versöhnung, für eine vielfältige, bunte und tolerante Welt.

Bürgermeister Norbert Schilff
Hunderte Dortmunder*innen, aber auch Besucher*innen aus Frankreich und Italien kamen am Freitag in die Bittermark

Hunderte Dortmunder*innen, aber auch Besucher*innen aus Frankreich und Italien kamen am Freitag in die Bittermark
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Anja Kador

Erinnerung auch an Boris Romantschenko wachhalten

Bürgermeister Norbert Schilff erinnerte zudem an Boris Romantschenko. Mitte März hatte das Internationale Komitee Buchenwald-Dora bestätigt, dass dessen Vizepräsident bei einem russischen Luftangriff getötet worden ist. Der 96-Jährige hatte vier Konzentrationslager der Nazis überstanden und, so sagte Schilff: "Er war während des Zweiten Weltkriegs als Zwangsarbeiter nach Dortmund gebracht worden, hat im Bergbau gearbeitet und wurde im Januar 1943 bei einem Fluchtversuch von Dortmunder Polizisten festgenommen, ins Gestapo-Gefängnis Steinwache eingeliefert und von hier ins KZ Buchenwald deportiert."

Sein Tod solle die Dortmunder Gesellschaft vor Augen führen, dass ganz Deutschland eine besondere historische Verantwortung habe. "Boris Romantschenko ist einer von Tausenden, die in der Ukraine bisher gestorben sind. Jedes verlorene Leben erinnert uns, alles daran zu tun, um diesen grausamen Krieg zu stoppen."

Der sinnlose Tod von Menschen, wie etwa unter dem Naziregime oder auch wie aktuell in der Ukraine und in anderen Kriegsgebieten, werde die Dortmunder Bürgerschaft immer begleiten. Schilff mahnte: "Diese Menschen dürfen nicht vergessen werden." Es gelte die Erinnerung an sie wachzuhalten und einzustehen für eine bunte und vielfältige Welt, in Frieden und Versöhnung.

Zum Thema

Die Rede von Bürgermeister Norbert Schilff finden Sie im Wortlaut online.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.