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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Stadtentwicklung

Evaluationsbericht zur Quartiersanalyse "Alt-Marten" enthält viele positive Ergebnisse

Nachricht vom 27.04.2022

Der Evaluationsbericht zur Quartiersanalyse "Alt-Marten" des Amtes für Stadterneuerung enthält viele gute Nachrichten über den Stadtteil. Er zeigt aber auch die Stellen auf, an denen es nach wie vor noch Handlungsbedarf gibt.

Regelmäßig werden durch das Amt für Stadterneuerung nach einem Monitoringkonzept Bereiche im Stadtgebiet ausgewählt und analysiert. Bereits im Jahr 2014 wurde in Alt-Marten die Quartiersanalyse durchgeführt [pdf, 1,6 MB] . Und jetzt, sieben Jahre danach, hat es dazu eine Evaluation gegeben. "Alt-Marten braucht Unterstützung und die Analyse enthält eine Reihe von Maßnahmen, die regelmäßig evaluiert wird", erklärt Stadtplanungsdezernent Ludger Wilde nach der Sitzung der Verwaltungsvorsitzenden am Dienstag, 26. April. Das Untersuchungsgebiet liegt im statistischen Unterbezirk Marten im Stadtbezirk Lütgendortmund.

Bereits in der Quartiersanalyse wurden statistische Daten ausgewertet, Begehungen durchgeführt, Bewohner*innen befragt und Gespräche mit lokalen Akteur*innen geführt. Ergebnis der Analyse war ein Abschlussbericht, der die Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken des Quartiers aufzeigte und auch eine Reihe von Handlungsoptionen zur Aufwertung des Wohnquartiers enthielt.

Ende des Jahres 2020 wurden nun im Rahmen der Evaluation aktuelle Daten ausgewertet und erneut Begehungen durchgeführt. Nach Gesprächen mit verschiedenen Akteur*innen vor Ort zieht das Amt für Stadterneuerung nun eine erste Bilanz.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Der Wohnungsleerstand ist im Zeitraum von 2013 bis 2019 um knapp einen Prozentpunkt zurückgegangen. "Die Maßnahmen greifen: Der Wohnungsleerstand hat sich um knapp 1 Prozent verringert, also von 4 auf 3 Prozent, das ist schon gut." Ein Viertel der insgesamt 239 Wohngebäude haben durch einen Anstrich eine deutliche Aufwertung bekommen. Die Anzahl der als sanierungsbedürftig eingestuften Gebäude ist zurückgegangen.

Schmierereien befinden sich nach wie vor an einem Drittel der Gebäude. "Leider ist es so, dass Marten sehr darunter leidet, dass überall Graffittis an die Wände gemalt werden", erläuert Wilde. Besonders auffällig sind diese an der Martener Straße, der Schulte-Heuthaus-Straße und der Straße Sadelhof. Von den Hauseigentümer*innen wurden einige Maßnahmen unternommen, die Schmierereien zu beseitigen. Allerdings kam es zu erneuten Verunreinigungen, die das Erscheinungsbild des Ortes weiterhin negativ prägen.

Die Bebauung mit Eigentumswohnungsanlagen auf dem ehemals verwilderten Grundstück Martener Straße Ecke Bertoldstraße und an der Martener Straße 308 bis 310 wirkt sich positiv auf den Vorort aus. Aufgrund der bereits bestehenden Bebauung gibt es in Alt-Marten kaum mehr eine Möglichkeit, Wohnungsneubau zu realisieren. Die Expert*innen sehen im derzeitigen Wohnungsbestand großes Potenzial für Studierende- und Starterhaushalte.

Befragung ergibt: Zufriedenheit mit Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Co.

Die befragten Expert*innen lobten das sehr hohe zivilgesellschaftliche Engagement. Besonders die Aktivitäten des Martener Forums und des im Jahr 2020 gegründeten Vereins "Marten Aktiv e.V." wurden hier genannt. Mit diversen Veranstaltungen und auch durch die Eröffnung des Ladenlokals "Meilenstein" in der Straße "In der Meile" hat das Martener Forum eine Anlaufstelle geschaffen und das Image des Ortes positiv beeinflusst. Die Veranstaltungen fanden teilweise überregionalen Zulauf. Aktuell hat Marten Aktiv e.V. ebenfalls in der Meile einen Nachbarschaftstreff eröffnet, der an drei Tagen der Woche geöffnet ist. Hier sollen zunächst Bewohner*innen mit alltäglichen Problemen einen Ansprechpartner finden. Darüber hinaus ist geplant, dass weitere Institutionen, Gruppen und Vereine Sprechstunden und Zusammenkünfte in den Räumen anbieten. Anfragen liegen bereits vor.

Die gute Zusammenarbeit mit Sportvereinen, Kirchen, städtischen und weiteren ortsansässigen Institutionen, wie beispielsweise Caritas und ZWAR haben zu einer starken Zivilgesellschaft beigetragen, die mutig dem Rechtsextremismus im Stadtteil entgegen getreten ist. Diverse Aktionen haben hier Zeichen gesetzt und somit zu einem deutlichen Rückgang der Szene beigetragen. "Das zeigt ein hohes gesellschaftliches Engagement in Marten." Die Unterstützung von sozial Benachteiligten ist allen Aktiven vor Ort ein wichtiges Anliegen, welches unbürokratisch und mit großer Solidarität durchgeführt wird. Ein besonderes Augenmerk wird auch auf die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen gelegt. Wichtige Rollen neben Kindergärten und der Grundschule spielen hier vor allem die Jugendfreizeitstätte Marten und der SV Arminia Marten 08 e.V.

Positiv sehen die Expert*innen auch die Gestaltung des sogenannten Steinhammer Parks mit dem renaturierten Oespeler Bach und den Spiel- und Freizeitmöglichkeiten.

Problemfelder Hundekot und Verkehr

Ein scheinbar unlösbares Problem bleibt die Verunreinigung des öffentlichen Raums durch Hundekot: "Was auch bemängelt wird, ist das Thema Hundekot (In der Meile)." Viele unterschiedliche Maßnahmen durch die Stadt führten immer nur zu einer temporären Verbesserung der Situation. Die Expert*innen sind sich einig, dass weiterhin stetig auf die Hundebesitzer*innen zugegangen werden muss, um hier eine Veränderung zu erzielen. "Hier ist gesellschaftliches Engagement gefragt mit Ansprachen, wenn der Kot nicht sachgemäß entsorgt wird von Hundebesitzern", erklärt Wilde weiter.

Marten ist nach wie vor durch hohes Verkehrsaufkommen, insbesondere durch LKW, belastet. "Das hohe Verkehrsaufkommen ist leider noch immer ein Thema und wird Marten auch künftig beschäftigen." Auch in den nächsten Jahren wird es aufgrund diverser Baumaßnahmen, beispielsweise durch Vorhaben der Emschergenossenschaft am Bärenbruch und die Sanierung einer Brücke am Kesselborn in der Germaniasiedlung, zu keiner Entlastung kommen. Neben der Verbesserung der Verkehrssituation ist die Stärkung der lokalen Ökonomie und die Ansiedlung kleinteiligen Einzelhandels ein großer Wunsch der befragten Expert*innen.

Zum Thema

Eine Chance für Marten ist die zukünftige Arbeit der Quartierskoordinator*innen im Projekt "Dortmund – Stadt der Nachbarn".

Näheres kann dem Evaluationsbericht entnommen werden, der kurzfristig auf der Internetseite des Amtes für Stadterneuerung als Download zur Verfügung stehen wird.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.