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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Soziales

Stadtmitarbeitende führen wöchentlich Hunderte Gespräche mit Geflüchteten aus der Ukraine

Nachricht vom 17.05.2022

Laut Sozialdezernentin Birgit Zoerner ist die Flüchtlingssituation in Dortmund weitgehend unverändert. Die Stadt habe die Quote bei der Aufnahme von Geflüchteten bislang deutlich übererfüllt.

Die Lage der Geflüchteten aus der Ukraine in Dortmund ist unverändert. Weiterhin würden sich täglich Geflüchtete beim Sozialamt melden und dort vorsprechen, um Hilfsleistungen in Anspruch nehmen zu können, sagte Sozialdezernentin Birgit Zoerner am Dienstag, 17. Mai. "Insgesamt haben wir seit Kriegsausbruch drei Millionen Euro an Hilfsleistungen ausgezahlt", berichtete sie nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands.

Alle Hände voll zu tun

Zoerner betonte, dass sich sowohl die Auszahlung von Hilfsleistungen als auch die Unterbringung in Unterkünften bzw. Wohnungen auf alle beziehe, die Transferbezüge der Stadt erhalten würden. "Es sind nicht nur Menschen aus der Ukraine, von denen wir hier sprechen." Demnach wurden bis zum 16. Mai, 18:00 Uhr, insgesamt 6.231 geflüchteten Menschen versorgt. Damit sei man auch bei mehr als drei Millionen Euro Hilfsleistungen angekommen, welche die Stadt nun ausgezahlt habe. "Wir als Stadt haben die Quote des Königsteiner Schlüssels deutlich übererfüllt."

Unverändert sei auch die Unterbringung von Geflüchteten: Im Schnitt seien es 20 Menschen täglich, die neu bei Sozialamt vorsprechen würden. Zeitgleich habe man an der Anlaufstelle Entenpooth 350 bis 400 Zweitvorsprachen pro Tag zu spezifischen Themen durchzuführen, erläuterte Zoerner weiter. "Am Friedensplatz waren es letzte Woche insgesamt 96 Menschen. Dort dauern die Gespräche länger, denn hier wird vertieft in Themen gegangen: Was ist mit der vorher erlangten Arbeitsqualifikation? Wie geht es mit der Arbeitssuche weiter?"

Wohnungen vorhanden - Nebenkosten in vielen Fällen zu hoch

Auf den Einwand, die Stadt sei vielen Vermieter*innen bis heute eine Antwort schuldig geblieben, erklärte Zoerner, dass der Arbeitsaufwand für die Kolleg*innen vor Ort weiter hoch sei. Sie bat um Verständnis, dass man nicht allen Anfragen - zum Beispiel beim Thema Wohnungsangebote - direkt nachkommen könne. Sie erklärte zugleich, dass Wohnungen bei zu hohen Nebenkosten abgelehnt werden müssten.

"Die Kommunen sind angehalten, ein schlüsselfertiges Konzept vorzulegen. Also: Wie sind die durchschnittlichen Kaltmieten in Dortmund? Wie hoch sind die Nebenkosten?" Aus diesen Ermittlungen würden Obergrenzen festgelegt, diese seien fix. "Wenn sich daran etwas ändert, gilt dies selbstverständlich für alle", so Zoerner. "Man muss sich natürlich immer den Einzelfall anschauen, aber insgesamt gibt es Grenzen der Berechnungen." Es werde aber eine Anpassung der Lage geben, denn "die Energiepreise haben sich erhöht, das muss dann entsprechend angepasst werden." Diese Anpassung soll ab den 1. Juni geschehen.

Insgesamt sind um die 500 städtische Unterbringungsplätze von Ukrainer*innen belegt, weitere 730 Geflüchtete aus anderen Ländern haben andere städtische Angebote in Anspruch genommen. "Bei den aktuellen Zahlen zu den Wohnungsmeldungen ist es so, dass wir einiges aufgeholt haben. Aber wir sind damit noch nicht komplett durch - wie gesagt, wir haben 350 bis 400 Vorsprachen täglich", bat Zoerner nochmals um Verständnis.

Integreat-App informiert zugewanderte Dortmunder*innen nun auch auf ukrainisch und russisch

Zoerner wies zudem darauf hin, dass ab sofort das Angebot der Integreat-App der Stadt Dortmund auch in ukrainischer Sprache zur Verfügung stehen würde. "Neben vielen anderen Sprachen gibt es nun auch die Informationen auf russisch und ukrainisch." Die App ist ein Integrationsangebot der Stadt Dortmund für alle Neuzugewanderten, Flüchtlinge und Dortmunder*innen , die auf der Suche nach schnellen, gut verständlichen und mehrsprachigen Informationen sind.

Text: Angela Seger

Zum Thema

In der Ankommensberatung findet eine erste allgemeine Sozialberatung für Neuzugezogene nach Dortmund statt - diese gilt natürlich auch für Menschen aus der Ukraine.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.