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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Bekannter tierischer Star

Zoo Dortmund trauert um Sandra: Älteste Große Ameisenbärin der Welt ist tot

Nachricht vom 03.06.2022

In Fachkreisen ist Dortmund als "Welthauptstadt der Ameisenbären" bekannt. Grund dafür ist unter anderem Sandra, die älteste Große Ameisenbärin in der Welt. Doch nun ist das Tier leider gestorben.

Die Große Ameisenbärin Sandra schläft in der Außenanlage

Beim entspannten Schläfchen in der Außenanlage: So haben Zoobesucher*innen Sandra gerne gesehen
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Zoo Dortmund / Marcel Stawinoga

Das gesamte Team des Dortmunder Zoos trauert: Die Große Ameisenbärin Sandra ist tot. In der nächsten Woche wäre sie stolze 28 Jahre alt geworden - sie war der älteste Große Ameisenbär in der Welt. Sandra, die am 9. Juni 1994 in Dortmund geboren wurde, war eine der bekanntesten und beliebtesten Tierpersönlichkeiten des Zoos.

Die Ameisenbärin hatte in den letzten Jahren und zuletzt stark abgebaut, viel geschlafen, sich kaum noch bewegt, nur wenig gefressen und an Verstopfung gelitten. Nachdem sich ihr Zustand in den letzten Wochen noch einmal stark verschlechtert hatte, entschieden sich Zootierärztinnen Dr. Christine Osmann und Johanna Steinecker-Quast gemeinsam mit dem zuständigen Tierpfleger*innen-Team und Kuratorin Ilona Schappert, die das europäische und internationale Zuchtbuch für Große Ameisenbären führt, die betagte Ameisenbärin am Montag, 30. Mai, einzuschläfern.

Sandra wurde bestmöglich betreut

Ihrem Alter entsprechend erhielt Sandra die tiermedizinisch und tierpflegerisch beste Betreuung. Im März wurde eine altersbedingte Herzschwäche diagnostiziert, so dass Sandra regelmäßig ein Herzmedikament bekam. Anfang April litt Sandra unter Verstopfung, sie schlief noch mehr als üblich und fraß nur wenig.

Zunächst konnte sie erfolgreich behandelt werden. Die Ameisenbären-Oma hatte Mitte April wieder einen guten Appetit und mehr Freude an der Bewegung. Mitte Mai baute Sandra dann wieder ab und es kam erneut zu einer Verstopfung. Nach intensiver tiermedizinischer Behandlung zur Anregung der Verdauungstätigkeit und durch viel Hingabe der Tierpfleger*innen, die Sandra unermüdlich animierten, sich zu bewegen, setzte Sandra zwar Kot ab, zeigte aber dennoch keinen Appetit mehr und wollte am Ende so gut wie gar nicht mehr aus ihrem Schlafkorb aufstehen.

Sandra war eine Persönlichkeit für sich, die uns sehr viel Freude gebracht hat. Azubis haben durch sie gelernt, was das für eine sympathische Tierart ist.

Ilona Mayer, Südamerika-Revierleiterin im Zoo Dortmund
Große Ameisenbärin Sandra

Happy beim Futtern: Sandra zu besten Zeiten
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Marcel Stawinoga

Als Baby wurde sie mit der Flasche aufgezogen

Geboren im Zoo Dortmund, wurde Sandra, da ihre Mutter Para nicht genug Milch gab, mit der Flasche aufgezogen und von den Tierpfleger*innen direkt auf dem Rücken ihrer Mutter gefüttert. Auf diese Weise konnten Mutter und Tochter zusammen bleiben.

Viele der Mitarbeiter*innen des Zoo-Teams kannten Sandra von Geburt an und nahmen Anteil an ihrer Entwicklung. Die Revierleiterin im Südamerika-Revier, Ilona Mayer, zog die Ameisenbärin damals gemeinsam mit ihren Kolleg*innen mit der Flasche auf und betreute sie bis zu ihrem Tod. Sie sagt: "Sandra war eine Persönlichkeit für sich, die uns sehr viel Freude gebracht hat. Azubis haben durch sie gelernt, was das für eine sympathische Tierart ist. Sie hat alle um den Finger gewickelt."

Viele Azubis konnten von Sandra lernen

Wegen ihres frühen und intensiven Kontakts mit Menschen war Sandra eine*r der umgänglichsten Ameisenbär*innen im Zoo Dortmund. Viele Zootierpfleger*innen aus anderen Zoos und auch die Dortmunder Auszubildenden vieler Jahrgänge lernten mit und von Sandra die Grundlagen der Ameisenbären-Haltung.

Beispiele dafür sind unter anderem die Flaschenaufzucht sowie die Betreuung eines so betagten Tieres. Sandra überschritt die natürliche Lebenserwartung eines Großen Ameisenbären bei weitem. Ein wild lebender Großer Ameisenbär dürfte nicht viel älter als zwölf Jahre werden. Für Große Ameisenbären in menschlicher Obhut wird in der Literatur häufig ein Höchstalter von 16 Jahren angegeben.

Auch außerhalb der Zoo-Welt konnte Sandra viele Menschen für Ameisenbären begeistern. 2005 wurde sie tierische Hauptdarstellerin in der beliebten von DSW21 herausgegebenen Buch- und Hörspielreihe "Yurumi-Gang" von Bernd Gieseking und auf diese Weise einer ganzen Generation Dortmunder Schüler*innen bekannt. Aufgrund ihrer liebevollen, netten und aufgeschlossenen Art schaffte sie es häufig ins Fernsehen und ins Radio, in die Zeitungen und in die Sozialen Medien.

Besondere Erinnerungen bleiben

Mit Sandra verliert der Zoo eine tolle Ameisenbärin. Mit ihr verbindet das gesamte Zoo-Team viele schöne Erinnerungen. Zuvorderst ihre Tierpfleger*innen freuen sich, dass sie eine so bereichernde gemeinsame Zeit mit ihr verbringen durften. Sie sind sehr stolz, dass sie knapp 28 Jahre lang die dann am Ende älteste Große Ameisenbärin der Welt im Zoo Dortmund beherbergen und Sandra ein so langes Leben bieten konnten.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.