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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Verkehr

Neue Stadtbahnen der DSW21 sparen reichlich Energie

Nachricht vom 18.07.2022

Im Herbst erwartet DSW21 den ersten neuen B-Wagen. Seinen Klimacheck hat das Fahrzeug mit Bestnoten bestanden – dank einer bundesweit einzigartigen Dämmung. Das Dortmunder Verkehrsunternehmen reduziert die installierte Heizleistung künftig um 70 Prozent, den Stromverbrauch der gesamten Flotte um 12,5 Prozent und senkt die Stromkosten um eine Million Euro im Jahr.

Die neuen Bahnen der DSW21 werden klimafreundlich ausgestattet.

Die neuen Bahnen der DSW21 werden klimafreundlich ausgestattet.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): DSW 21

Das B-Wagen-Projekt ist eine der größten Investitionen in der Geschichte von DSW21. Rund 200 Mllionen Euro lässt sich das Verkehrsunternehmen die 26 neuen Stadtbahnwagen sowie die baugleiche Modernisierung der 64 Bestandsfahrzeuge kosten. Im vierten Quartal 2022 soll der erste fabrikneue B80D am Betriebshof in Dortmund-Dorstfeld angeliefert und ab Februar 2023 im Linienbetrieb eingesetzt werden. Von da an folgt jeden Monat ein weiteres neues Fahrzeug.

Tests erfolgreich bestanden

Schon jetzt hat das Projekt einen weiteren Meilenstein erreicht. In Wien bestand das Fahrzeug aufwändige Tests im Klimakanal. Das Ergebnis ist eindrucksvoll: Die Heizleistung kann – ohne dass die Fahrgäste deshalb frieren müssen – von 100 kW bei den aktuellen Wagen auf nur noch 27 kW bei den neuen reduziert werden. Nicht nur eine gute Nachricht im Kampf gegen den Klimawandel, sondern auch hinsichtlich der angespannten Situation auf den Energiemärkten und die massiv steigenden Kosten.

Flottenverbrauch sinkt um 12,5 Prozent

Klimafreundlich sind die Stadtbahnwagen von DSW21 schon deshalb, weil sie seit vielen Jahren mit 100 Prozent Ökostrom aus norwegischer Wasserkraft fahren. Damit leistet das Verkehrsunternehmen einen wichtigen Beitrag zur CO2-Minderung. Mit den neuen Fahrzeugen vollzieht DSW21 in der Öko-Bilanz noch einmal einen Quantensprung. Ralf Habbes, Technischer Prokurist und Betriebsleiter bei DSW21, hat errechnet: "Der Energieverbrauch für Fahrstrom und Strom für die Heizung wird, auf die Gesamtflotte gerechnet, um rund 12,5 Prozent sinken. Das ergibt bei den aktuellen Preisen eine jährliche Einsparung in Höhe von etwa einer Million Euro."

Im Klimakanal wurden die neuen Stadtbahnen für die DSW21 getestet.

Im Klimakanal wurden die neuen Stadtbahnen für die DSW21 getestet.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): DSW21

Grundlage für die Verbesserungen war eine exakte Analyse. "Wir sind im Prinzip ähnlich vorgegangen wie bei einer energetischen Gebäudesanierung", erklärt Ralf Habbes. Mit modernster Messtechnik wurden undichte Stellen und Wärmebrücken identifiziert, die optimale Dämmung ermittelt, verschiedene Varianten der Verglasung miteinander verglichen. "Der Unterschied zu einem Gebäude besteht darin, dass sich die Bahn bewegt. Fahrtwind kühlt den Wagen. Das stellt hohe Anforderungen an die Dämmung. Eine dickere Dämmung wiederum bedeutet sofort mehr Gewicht und damit mehr Energieverbrauch. Diese Faktoren mussten wir fein ausbalancieren."

Doppelverglasung und einzigartige Dämmung

Entschieden hat sich DSW21 schließlich für eine Doppelverglasung und eine in der Nahverkehrsbranche einzigartige Dämmung. In Wien wurde der so ausgestattete B-Wagen Anfang Juli auf Herz und Nieren gecheckt – in einem speziellen Klimakanal, der sämtliche Witterungsbedingungen, Fahrt- und Windgeschwindigkeiten simulieren kann. Die Ergebnisse waren im wahrsten Sinne des Wortes bahnbrechend und übertrafen die formulierten Anforderungen noch.

Die Effekte sind am Ende auf mehreren Ebenen positiv: Durch die neuen Fahrzeuge reduziert DSW21 den Stromverbrauch um rund 4,8 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Das entspricht dem Verbrauch von mehr als 1.000 Vier-Personen-Haushalten in Einfamilienhäusern. Das Ergebnis der Verkehrssparte wird so um etwa eine Million Euro entlastet. Und der öffentliche Personen-Nahverkehr in Dortmund wird noch umweltfreundlicher, der CO2-Ausstoß weiter gemindert – zumal das Unternehmen 2023 nicht nur die ersten B-Wagen, sondern im Rahmen des "StromFahrer"-Projektes auch die ersten 30 E-Busse in Betrieb nehmen wird.

Schließlich erhöht sich der Komfort für die Fahrgäste spürbar. Nicht nur, dass die B-Wagen in der kalten Jahreszeit effektiver beheizt werden können – sie heizen sich umgekehrt im Sommer auch weniger schnell und stark auf. Weil die neuen bzw. modernisierten B-Wagen mit einer Vielzahl weiterer Features trumpfen werden (siehe "Hintergrund!"), sagt DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung: "Ich lehne mich sicher nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich unseren Fahrgästen ein ganz neues Fahrerlebnis verspreche."

Hintergrund

Mehr Komfort – mehr Sicherheit
DSW21 ist das erste deutsche Verkehrsunternehmen, das Bahnen mit einer Luftdruck-Absenkung ins Liniennetz bringen wird. Die neuen Wagen können auf Bahnsteigniveau abgesenkt werden. Maximal 5 cm beträgt die Höhendifferenz danach noch. Eine deutliche Verbesserung für Fahrgäste mit Gehbeeinträchtigung, Kinderwagen, Koffern etc.

Größere Sondernutzungsflächen
Rollstühle, Rollatoren, Kinderwagen, Koffer nehmen Platz in Anspruch. Die Sondernutzungsflächen sind in den neuen Wagen deutlich größer und von allen Türen aus erreichbar. Auch die Möglichkeiten der Fahrradmitnahme werden dadurch verbessert.

Grünes Licht für den Einstieg
Die neuen Fahrzeuge haben eine "Tür-Ampel" mit auffälliger LED-Beleuchtung. Grün signalisiert: Fahrgäste können entspannt ein- und aussteigen. Blinkendes Licht bedeutet: Der Schließvorgang beginnt. Bei Rot sind die Türen geschlossen. Die Bahn ist bereit zur Abfahrt.

Kameras checken "tote Winkel"
Ultraschallsensoren an den Fahrzeugköpfen leuchten bei den neuen Bahnen "tote Winkel" aus. Hinten überwachen die Sensoren den Kupplungsbereich und den Raum zwischen zwei Wagen. Die Fahrer*innen bekommen die Kamerabilder auf einen Monitor geschaltet. Ein wirksamer Schutz vor Unfällen.

Dieser Beitrag befasst sich mit Angelegenheiten einer Beteiligungsgesellschaft der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.