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Haustiere

Veterinäramt und Tierschutzzentrum geben Tipps für heiße Tage

Nachricht vom 18.07.2022

Die nächsten heißen Tage mit Temperaturen von über 30 Grad verbringt man bestenfalls im Schatten mit einem kühlen Getränk. Doch wie können Fellnasen wie Hund, Katze und Co im Umgang mit der Hitzewelle 2022 unterstützt werden? dortmund.de hat das Veterinäramt um Rat gebeten und wertvolle Tipps von Tierärztin Dr. Judith Hövel erhalten.

Tut euch und euren Lieben bei den hohen Temperaturen etwas Gutes und sorgt für Abkühlung. Otto liebt seinen Mini-Pool!

Tut euch und euren Lieben bei den hohen Temperaturen etwas Gutes und sorgt für Abkühlung. Otto liebt seinen Mini-Pool!
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur

Auch im Dortmunder Tierheim läuft diese Woche alles etwas gemütlicher. Tierheimleiter Dirk Rojahn erzählt von einem etwas anderem Alltag für die Bewohner*innen und verrät, woraus seine Special-Eisbombe für Hunde besteht.

Das Veterinäramt rät zur großen Vorsicht bei Hitze

"Die meisten Heimtiere können ihre Körpertemperatur nicht durch Schwitzen regulieren. Sie regulieren ihre Körpertemperatur durch Hecheln, also hochfrequentes, eher flaches Atmen, bei dem Verdunstungskälte entsteht", erklärt Dr. Judith Hövel, Tierärztin beim Dortmunder Veterinäramt.

Bei hohen Außentemperaturen ist es daher wichtig, den Tieren einen möglichst kühlen, schattigen Raum und Trinkwasser in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung zu stellen. Wasserliebenden Tieren wie Hunden oder Vögeln sollten Bademöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. "Tiere, die freiwillig nicht baden würden, wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Katzen, können mit einem feinen Wassernebel aus einer Blumenspritze befeuchtet werden, Kaninchen an den Ohren, Meerschweinchen an den Füßen. Kaninchen und Meerschweinchen sollten bei hohen Außentemperaturen nicht im Gartengehege untergebracht sein. Nie sollte ein Tier in einem Auto zurückgelassen werden, hier können schon moderate Außentemperaturen schnell zu einer Überhitzung des Wageninneren und somit zum Tod des Tieres führen."

Dortmunder Tierheim ist gut vorbereitet

Der Tierheimleiter Dirk Rojahn kennt sich bestens aus und hat einen Plan aufgestellt, um die heißen Tage für Mitarbeiter*innen und Bewohner*innen gleichermaßen erträglich zu machen. "Alle Tierpfleger*innen beginnen in den nächsten Tagen früher als sonst, um anstrengende Aufgaben wie die Fütterung der Tiere und die Säuberung der Anlagen bei kühlen Temperaturen zu erledigen. In der Mittagspause wird sich dann ausgeruht, für genügend Getränke haben wir vorgesorgt. Auch den Tieren stellen wir so viel Wasser wie sie bei den hohen Temperaturen benötigen zur Verfügung", erzählt Dirk Rojahn.

Die Tiere verweilen in den nächsten Tagen auch eher im kühlen Innenbereich des Tierschutzzentrums. Hunde z. B. dürfen weiterhin besichtigt werden, allerdings müssen die Spaziergänge diese Woche ausfallen. "Wir wollen jegliche Anstrengung oder stressige Situation für die Tiere vermeiden, sogar geplante Operationen und Tierarztbesuche werden verschoben", Anstrengungen und Stress zu vermeiden, empfiehlt der Tierheimleiter auch allen Tierbesitzer*innen für zu Hause. Doch im Tierschutzzentrum vorbeizukommen lohnt sich trotzdem, denn als Ersatzprogramm bekommen Interessent*innen eine kostenfreie Ernährungsberatung und wertvolle Tipps und Tricks für zu Hause vom geschulten Tierheimpersonal.

Tipps und Tricks für heiße Tage

Was an heißen Tagen schnell und leicht Zuhause Linderung verschafft, verrät Tierheimleiter Dirk Rojahn natürlich auch. Er hat durch seine mehrjährige Arbeit als Tierpfleger im Dortmunder Zoo ein umfassendes Know-how gesammelt und hat dortmund.de besondere Fütterungs- und Haltungsempfehlungen für Hund, Katze und Co gegeben.

Dem Hund geht’s gut, wenn:

  • Er NICHT mit dem Gartenschlauch abgespritzt wird. Achtung: Der große Temperaturunterschied könnte zu einem Kreislaufzusammenbruch führen!
  • Er nicht über heißen Asphalt laufen muss. Ob der Boden zu heiß ist, kann man ganz leicht testen. Einfach den Handrücken auf den Boden legen und selbst fühlen.
  • Die Fütterungsmenge reduziert wird. Die Verdauung ist anstrengend und verlangt dem Körper viel ab. An besonders heißen Tagen reichen cirka 80 Prozent der eigentlichen Futterration aus. Dadurch wird der Kreislauf entlastet.
  • Er die Special-Eisbombe bekommt. Einfach das normale Futter in einem Kong einfrieren!

Die Katze möchte bei Temperaturen über 30 Grad:

  • Genügend Wasser und einen schattigen und kühlen Rückzugort zur Verfügung haben, wenn möglich eignen sich z. B. kühle Kellerräume.
  • Achtung: Katzen dürfen auf keinen Fall gebadet oder nass gemacht werden!

Kleintiere wie Meerschweinchen und Co

  • Sollten während der Hitzewelle auf keinen Fall draußen sein. Für einen schattigen und kühlen Platz sorgen!
  • Genügend Wasser ins Gehege stellen, wenn möglich auch eine Bademöglichkeit z. B. eine kleine Schüssel Wasser.

Vögel und Reptilien

Die meisten der Vögel und Reptilien sind Exoten, sie sind hohe Temperaturen gewohnt und fühlen sich meist sehr wohl damit! Am besten über die Herkunft des Tieres informieren und im Einzelfall entscheiden, welche Haltungsbedingungen für die Art sinnvoll sind.

"Die nächsten Tage ist weniger mehr“, betont Tierheimleiter Dirk Rojahn nochmals. "Stress und Aufregung sollten in jedem Fall vermieden werden. Dann kommen Mensch und Tier auch gut durch den Sommer."

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.