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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Tier-Rettung

Zoo Dortmund nimmt fast blinden Zwergplumplori auf

Nachricht vom 21.07.2022

Der Zoo Dortmund hat eine neue Bewohnerin: Zwergplumplori Rosi. Die Primatin hat eine erschreckende Vergangenheit: Sie wurde illegal in einem kleinen Käfig gehalten. Durch falsche Ernährung ist sie fast blind. Nach ihrer Beschlagnahmung führte sie ihr Weg nach Dortmund.

Plumplori Rosi

Zwergplumplori Rosi ist nahezu blind - durch wohl jahrelange falsche Haltung.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Zoo Dortmund / Marcel Stawinoga

Das Tier wurde über den Plumploris e.V., der seinen Sitz im Zoo Dortmund hat, an den Zoo vermittelt. Die Primatin bekam vom zuständigen Tierpflege-Team in Dortmund den Namen Rosi. Sie weist eine deutlich sichtbare Hornhauttrübung auf. Die Erkrankung ist vermutlich auf eine jahrelange falsche und zu zuckerreiche Ernährung zurückzuführen.

Rosi lernt ihre Plumplori-Nachbarinnen kennen

Der Zoo hat Rosi im Plumplori-Gehege im Regenwaldhaus "Rumah hutan" untergebracht. Dieses wurde 2021 vom Plumploris e.V. umgebaut und erweitert. Dort lernt Rosi am Gitter die beiden weiblichen Zwergplumploris Helene und Marlene kennen. Der männliche Zwergplumplori Flori ist zunächst in ein Gehege hinter den Kulissen gezogen. Dadurch soll eine mögliche zusätzliche Unruhe in der Kennenlern-Phase der drei weiblichen Tiere verhindert werden. Zeitnah soll Flori ins Regenwaldhaus zurückkehren. Wenn sich die vier Loris verstehen, sollen sie den Gehege-Komplex, den der Zoo aber auch dauerhaft in drei Anlagen unterteilen kann, gemeinsam bewohnen.

Rosi hat bereits die ersten Wochen in ihrem neuen Zuhause hinter sich und lebte sich schon gut ein. Trotz ihrer Augenproblematik kommt sie sehr gut zurecht. Bereits in ihrer ersten Nacht erkundete sie, wenn auch vorsichtig und ein wenig zurückhaltend, ihr komplettes etwa 21 Kubikmeter großes Gehege.

Polizei entdeckte Rosi in einer Wohnung

Die illegale Haltung des Zwergplumploris war der Polizei zufällig aufgefallen, als die Einsatzkräfte bei einer Verhaftung in einer Wohnung 2021 in Kassel einen verhangenen Vogelkäfig entdeckten. In diesem befand sich Rosi. Zunächst war unklar, um was für einen Primaten es sich handelte.

Zwergplumplori Flori

Auch Zwergplumplori Flori hat illegale Haltung hinter sich. Bevor er 2018 zum Zoo kam, wurde er, wie Rosi, beschlagnahmt.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Zoo Dortmund / Marcel Stawinoga

Der Veterinärdienst wurde hinzugezogen und, aufgrund fehlender Papiere für das Tier, die Abteilung für Internationalen Artenschutz des Regierungspräsidiums Kassel. Diese beschlagnahmte den Zwergplumplori und brachte Rosi zunächst in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen unter. In Sachsenhagen wurde Rosi umgehend tiermedizinisch behandelt. So konnten durch eine Augenoperation unter anderem der Graue Star, der in beiden Augen vorlag, behoben werden. Die trüben Linsen wurden entfernt, die Sehkraft verbesserte sich.

Die Vergangenheit des Zwergplumploris lässt sich nur lückenhaft rekonstruieren. Sie wurde von Russland illegal nach Deutschland eingeführt, nachdem sie zuvor im September 2011 von Novosibirsk nach Moskau überführt worden war. Wie sie ursprünglich nach Russland kam, ist unklar.

Auch Flori kommt aus illegaler Haltung

Flori wurde 2015 von Bangkok in Thailand nach München geschmuggelt - vermutlich im Handgepäck. Mit ihm und Rosi leben nun zwei Zwergplumploris aus Beschlagnahmen im Zoo Dortmund. Die 13-jährige Helene wurde im Zoo Krakau/Polen geboren und die zweijährige Marlene im Zoo Planckendael in Mechelen/Belgien.

Plumploris zählen zu den am häufigsten geschmuggelten und illegal gehandelten Tieren weltweit. Der Plumploris e.V. mit Sitz im Zoo Dortmund setzt sich seit seiner Gründung 2018 für den Schutz und die Erforschung dieser Art ein. Der Verein wird fachlich und finanziell vom Zoo unterstützt.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.