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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Sommertour

Dortmund wird einfacher: OB Thomas Westphal setzt den Fokus auf Digitalisierung

Nachricht vom 05.08.2022

Was haben Katasteramt, Tiefbauamt und Grünflächenamt gemeinsam? Bei ihnen fallen sehr viele Informationen - Datenmengen - an, deshalb ist Digitalisierung hier besonders wichtig. OB Thomas Westphal informierte sich bei seiner Sommertour zum Stand der Digitalisierung in Dortmund.

Sommertour 2022: Dortmund wird einfacher Quelle: YouTube

Der dritte Tag der Sommertour stand ganz im Zeichen der Digitalisierung, jedoch nicht zum Selbstzweck. Oberbürgermeister Thomas Westphal besuchte verschiedene Akteur*innen der Stadt, die durch ihre digitalen Lösungen das Leben in Dortmund einfacher machen.

Erfolg "Made in Dortmund"

Der erste Stopp war das Zentrum für Produktionstechnik (ZfP) auf Phoenix West. Hier hießen der Geschäftsführer von der Comnovo GmbH Dr. Andreas Lewandowski und der Geschäftsführer vom Technologie Zentrum Dortmund GmbH (TZDO) Dirk Stürmer den Oberbürgermeister willkommen.

Dirk Stürmer zeigte sich begeistert: "Ich freue mich, mit Comnovo echte Innovation aus der Nachbarschaft zu zeigen, ein Startup, was sich dank Unterstützung des Innovationslabors Stadt entwickeln konnte.“ Bei Comnovo arbeiten 45 Personen gemeinsam im Bereich Arbeitssicherheit. Das Team hat Sensoren entwickelt, die akkurat den Abstand zwischen einem Gabelstapler und anderen Objekten erfassen. Da sie rechtzeitig vor einem Aufprall warnen, reduzieren sie so Unfallgefahren.

Mit diesen Sensoren hat Comnovo eine Erfolgsgeschichte geschrieben: Es ist an der Technischen Universität Dortmund als Start-up entstanden. Dort hat es den Start-up-Award gewonnen und war auch Preisträger vom städtischen Förderprogramm start2grow, bis es Teil der Linde Material Handling wurde. Dr. Andreas Lewandowski ist seit der Gründung dabei und erinnerte sich noch gut an die Entwicklung: "Damit haben wir ein Ziel erreicht, dass unser System in ganz viele Gabelstapler integriert wird." Trotz der Integration in Linde Material Handling behielt sich Comnovo seinen Innovationsgeist, wie Dr. Lewandowski begeistert erklärte: "Der Kern unseres Erfolgs ist, dass wir als Start-up weiter agieren konnten in der Linde GmbH." Von dieser Erfolgsgeschichte aus Dortmund zeigte sich auch Oberbürgermeister Thomas Westphal begeistert: "Sie haben den Vorteil beider Welten für sich genutzt: Einerseits den Geist des Startups erhalten, andrerseits den Fußabdruck der Linde GmbH genutzt." Am Schluss ging es noch zur Baustellenbesichtigung des zukünftigen, noch größeren Unternehmenssitzes.

Bilderstrecke: Sommertour 2022 - "Dortmund wird einfacher"

OB Westphal testet mit einem Mini-Bagger das Arbeitsicherheitssystem von Comnovo. 5 Bilder
OB Westphal testet mit einem Mini-Bagger das Arbeitsicherheitssystem von Comnovo. Sensoren am Bagger warnen Benutzer*innen davor, wenn sie sich zu sehr gefährlichen Situationen nähern.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Anja Kador

Geodaten digital nutzen

Bei der Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) am Sunderweg fand der zweite Stopp des Tages statt. Hier drehte sich alles darum, wie die Stadttochter auf Basis von Geodaten zu einem Motor der Smart City werden kann. Das mit besonderen Fokus auf die Themen Klimaschutz und -resilienz. Geschäftsführer der Entsorgung Dortmund Bastian Prange und Frank Hengstenberg, Revisor Volker Förster und Leiter der Unternehmenskommunikation Matthias Kienitz hießen Thomas Westphal willkommen. Volker Förster erklärte: "Unser Ziel ist es langfristig, die Energiewirtschaft und die Abfallwirtschaft zusammenzuführen, das bietet unheimliches Potenzial im Bereich Energiegewinnung und Klimaschutz." Ein erster großer Schritt in diese Richtung ist ein neu erstelltes Grünflächenkataster. Dieses hat ein Team der Stadttochter in enger Abstimmung mit dem Kataster-, dem Tiefbau- und dem Grünflächenamt der Stadt aufgebaut. Hilfe bekam das Vorhaben von Spacedatists, einem jungen Start-up-Unternehmen, das sich auf die Erfassung und Analyse von Geodaten spezialisiert hat. Es entstand ein integriertes, digitales Fachkataster über straßenbegleitende Grünflächen.

Die Vorteile dieser digitalen Daten liegen auf der Hand: Sie beinhalten nicht nur wichtige Geoinformationen, es können auch Straßen, Radwege, Plätze und Baumbestände grafisch dargestellt werden. Wo die Mitarbeiter*innen früher noch mit Stift und Zettel unterwegs waren, sind sie heute mit dem Tablet vor Ort, dokumentieren die Situation und belegen sie gleich noch mit Fotos. Alle Daten sind in Echtzeit verfügbar und Auswertungen sind per Knopfdruck möglich. Mithilfe des Katasters und der Echtzeitdaten kann das EDG-Team dynamisch reagieren und Kund*innen bedarfsgerecht und zeitnah informieren.

Die Präsenz der EDG „in jedem Winkel der Stadt“, ist ein großer Vorteil, den die Stadttochter mit dem Kataster ausspielen kann. Mit den so im öffentlichen Raum erfassten Daten können weitere Anwendungen entwickelt werden, von denen Stadtämter und Dienstleistungsunternehmen in der ganzen Stadt profitieren.

Smart City App

Der dritte Stopp führte Oberbürgermeister Thomas Westphal zum CIIO Büro der Stadtverwaltung. Dr. Jan Fritz Rettberg, Leiter des CIIO, freute sich, mit seinem Team die neue Dortmund App zu präsentieren. Aktuell arbeitet das Team auf Hochtouren an der Weiterentwicklung, damit die aktuell noch namenlose App 2023 an den Start gehen kann. Ziel der App ist es, Dortmunds Vorzüge zu zeigen und gleichzeitig die Stadtentwicklung voranzutreiben, indem etwa Bürger*innen sich über einen Ideen- oder Mängelmelder einbringen können. Mitarbeiterin Maike Spross vom CIIO erklärte die Vorteile der Open Source App: "Wir entwickeln die App in Kooperation mit anderen Kommunen. Sie ist modular aufgebaut, das heißt, wenn eine Stadt ein Modul entwickelt hat, kann sie es den anderen Partner*innen zur Verfügung stellen." Zu den Partnerstädten gehören etwa Solingen, Remscheid und Schwerte, die auch Teil des Smart City Netzwerks sind.

Niels Schlunder, einer der App-Programmierer, zeigte Oberbürgermeister Thomas Westphal den aktuellen Stand der App sowie ihre Gebrauchsweise. Insgesamt besteht sie aus vier Hauptbereichen: Einem Stöberbereich, der zum Entdecken einlädt, einen Suchbereich, wo man zielgerichtet die passenden Inhalte finden kann, einen Kartenbereich zur Navigation und ein Profilbereich, der entsprechend eigener Bedürfnisse und Interessen personalisiert werden kann. Niels Schlunder dazu: "Der Stöberbereich ist der wichtigste, hier wollen wir Bürger*innen Inhalte und Angebote der Stadt zeigen, die noch nicht so bekannt sind."

Langfristig soll die App immer mehr Funktionen kriegen. Denkbar sind etwa leicht anzulegende Profile für Einzelhändler*innen und Dienstleister*innen und Kooperationen über QR-Codes, die etwa das Shoppen außerhalb der Geschäftszeiten erleichtern. Oberbürgermeister Thomas Westphal ließ es sich nicht nehmen, die Testversion der App gleich auszuprobieren: Mithilfe der App-Navigation lief er durch die Stadt und probierte gleich den Ideenmelder aus.

Digitale Teilhabe

Weiter ging es zum User Innovation Center der Fachhochschule Dortmund. Unter dem Motto "Dortmund wird einfacher" stellten Mitarbeiter*innen der Fachhochschule und der Technischen Universität Oberbürgermeister Westphal und weiteren Gästen verschiedene Prototypen und Innovationen aus ihren jeweiligen Forschungsschwerpunkten vor. Neben digitaler Teilhabe stand der Stopp ganz im Zeichen der Virtual Reality. Auch OB Westphal ließ es sich nicht nehmen selbst in eine der bereitgestellten Virtual Reality Brillen auszuprobieren und tauchte in ein 360° Filmerlebnis ein.

Das UIC zeigte in einer kleinen Expo Prototypen rund um die Themenfelder Smart City und Mobilität. Hierzu zählten etwa ein Roboter der Kunstrasen pflegt, ein intelligentes System zur Inspektion von Abwasser-Kanalisationsnetzen, Innovationen für eine nachhaltige Mobilität zum Parken und Laden in der Stadt oder eine Kaffeemaschine, deren Bedienoberfläche sich an die jeweiligen Nutzenden individuell anpasst. Exponate von Studierenden der Fachbereiche Architektur, Design und Informatik ergänzten die Ausstellung um weitere Beispiele für die Nutzung von Digitalisierungstechnologien in den verschiedenen Lebensbereichen.

"Es gibt die Technologien und die Menschen, die sie nutzen. Wir begreifen uns als Schnittstelle dazwischen", erklärte Dr. Pelka und fügte hinzu: "Wir helfen denen, die es am schwersten haben, Zugang zum Internet zu finden." Damit meint Dr. Pelka ca. 90.000 Menschen in Dortmund, die aufgrund verschiedener Faktoren noch nicht das Internet nutzen. Um genau diese Menschen ans Netz zu bringen, findet mittlerweile zum achten Mal die "Get online Week" statt. Die Kooperation der Sozialforschungsstelle Dortmund mit der Fakultät Rehabilitationswissenschaften (TU Dortmund) ist Teil der europäischen Kampagne All-digital-Week. Im Rahmen des Lehr-Lern-Projekts entwerfen Bachelorstudierende der Rehabilitationswissenschaften Kurse für von digitaler Exklusion bedrohte Zielgruppen und untersuchen diese wissenschaftlich. Themen sind etwa Themen sind etwa Cybermobbing, Datenschutz oder digitale Bewerbungen. Ziel des Projektes ist es, digitale Spaltung oder gar eine Exklusion zu verhindern und Medienkompetenz zu fördern.

Oberbürgermeister Thomas Westphal: "Das ist genau die Strategie, die wir verfolgen: Dortmund wird einfacher im Umgang mit der Verwaltung, aber auch im Alltag für alle Bürgerinnen und Bürger." Es geht also nicht um Digitalisierung als Selbstzweck, sondern sie soll einen konkreten Nutzen haben, von dem alle profitieren.

Zum Abschluss des Tages gab es "Zwischen Big Data und Bier" noch eine Fish-Bowl-Diskussion mit Teilnehmenden und Studierenden und die Gewissheit: Dortmund wird einfacher – und das für jeden.

Text: Katharina Kavermann

Hintergrund

Oberbürgermeister Thomas Westphal nutzt im Sommer 2022 die Zeit ohne Gremiensitzungen, um mit möglichst vielen Bürger*innen in den zwölf Dortmunder Stadtbezirken ins Gespräch zu kommen. Er spricht mit Kindern und Jugendlichen, mit Unternehmer*innen, Vertreter*innen des Einzelhandels in den Vororten oder auch mit Lehrer*innen und Auszubildenden. Westphal besucht in Dortmund - der Großstadt der Nachbarn - Sport- und Kleingarten-Vereine und lässt sich innovative unternehmerische Ideen vorstellen.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.