Friedensplatz altes Stadthaus

Nachrichtenportal

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Auszeichnung

Foto-Projekt des Forum Jugend gewinnt Dortmunder Heimat-Preis

Nachricht vom 05.09.2022

Beim Dortmunder Heimat-Preis 2022 unter dem Motto "Was für eine Heimat" hat sich ein Kreativprojekt für Jugendliche durchgesetzt: Der Verein Forum Jugend sicherte sich mit einem Fotografie-Projekt den ersten Platz.

Stadtrat Ludger Wilde und andere Menschen bei der Verleihung des Heimatpreises 2022.

Stadtrat Ludger Wilde und Andrea Allendorf von der Koordinierungsstelle (beide links) freuen sich mit Sarra Lejmi, 2. Vorsitzende des Vereins Forum Jugend, und Ümithan Yagmur, dem 1. Vorsitzenden. Auch Susanne Linnebach (r.), Leiterin des Amtes für Stadterneuerung, hat gratuliert.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Für das Projekt "Heimat: Gestern und Morgen!? Eine Momentaufnahme einer diversen Generation" gab es am Freitag, 2. September, den mit 7.500 Euro dotierten Heimat-Preis. Den zweiten Preis und 5.000 Euro erhielt der Heimatverein Mengede, den dritten Preis und 2.500 Euro der Historische Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark. Beworben hatten sich ursprünglich 18 Projekte, aus denen eine Fachjury die Finalist*innen ausgewählt hatte.

Das siegreiche Projekt des Forum Jugend brachte in einem Fotografie-Workshop Jugendliche aus verschiedenen Ländern zusammen, die im Ruhrgebiet leben. Die Teilnehmenden aus unterschiedlichen sozialen Zusammenhängen erhielten eine Einführung in die Kunst der Fotografie und deren Möglichkeiten, Gefühle zu vermitteln. Anschließend drückten sie ihre Gedanken zum kontrovers diskutierten Heimatbegriff und zur Hoffnung auf Heimat mit Fotos aus der alten und der neuen Heimat aus.

Ergebnis ist eine Wanderausstellung, die zeigt, wie sich das Heimatbild in den Augen der Jugendlichen gewandelt hat. Der Verein Forum Jugend hat sich 2019 mit dem Ziel gegründet, Jugendliche, die sich nicht mit der Mehrheitsgesellschaft identifizieren können, mit demokratisch organisierten Bildungsangeboten zu aktivieren und in ihren Talenten zu fördern.

"Heimat hat viele Gesichter und ihre Bedeutung kann sich im Laufe eines Lebens wandeln - das zeigt nicht nur das facettenreiche Projekt des Forum Jugend, sondern auch die Bandbreite der Preisträger*innen und Bewerber*innen", sagte Oberbürgermeister Thomas Westphal vorab. "Heimat ist da, wo wir uns vertrauen können, wo wir uns helfen und geborgen fühlen. Dortmund ist die Großstadt, die auf diese Nähe wert legt und deshalb Nachbarschaft groß schreibt."

Die ausgezeichneten Projekte hätten alle gemeinsam, dass sie die Zukunft im Blick haben und mit großem Engagement ein Miteinander gestalten. "Ich hoffe deshalb sehr, dass das Land sein Heimatprogramm auch über das Jahresende hinaus fortsetzt und wir auch 2023 wieder einen Preis vergeben können."

Ehrung in der Hörder Burg

Neben Mitgliedern der Ratsfraktionen begrüßten Planungsdezernent Ludger Wilde und Susanne Linnebach, Leiterin des Amtes für Stadterneuerung, in der Hörder Burg auch Stadtheimatpfleger Dr. Mathias Austermann sowie Vertreter*innen der bislang mit dem Heimat-Preis ausgezeichneten Vereine und vieler Bewerber*innen aus allen drei Jahren.

"Wir sind froh, dass die Situation mit Blick auf Corona uns dieses Jahr endlich eine angemessene, festliche Feier für den Heimat-Preis erlaubt hat", berichtete Andrea Allendorf von der Koordinierungsstelle Heimat im Amt für Stadterneuerung.

Zweiter Platz: Aufwertung des Heimathauses in Mengede

Während auf das Forum Jugend 48 Prozent der 1.161 gültigen Stimmen in der Online-Abstimmung entfielen, vereinte der zweitplatzierte Heimatverein Mengede 32 Prozent der Stimmen auf sich. Der Verein hat das Heimathaus an der Williburgstraße 27, ein historisches Fachwerkhaus und eine der ältesten Gastwirtschaften des Ortes, mit umfangreichen Baumaßnahmen zum Schutz und Erhalt des Heimatgutes aufgewertet. Der Bierkeller sowie das Treppenhaus wurden wiederhergestellt, die Räucherkammer und das ehemalige Gesindezimmer in Szene gesetzt. Das Heimathaus ist Treffpunkt des Heimatvereins und macht die Heimatgeschichte des Ortes zugleich der Öffentlichkeit zugänglich.

Dritter Platz: "Jüdische Identität, jüdisches Leben und jüdische Friedhöfe in Dortmund"

20 Prozent der Stimmen in der Online-Abstimmung erhielt das Projekt "Jüdische Identität, jüdisches Leben und jüdische Friedhöfe in Dortmund". Hierfür initiierte der Historische Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark die wissenschaftliche Inventarisierung von 1.100 durch Verfall und Vandalismus bedrohten, historischen jüdischen Grabsteinen durch das Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut.

Die daraus hervorgehenden Erkenntnisse über Bestattungen und Biografien sowie jüdische Einflüsse auf das Wirtschafts-, Sozial- und Kulturleben der Stadt dokumentierte der Verein nicht nur in seiner Schriftenreihe "Beiträge zur Geschichte Dortmunds", sondern auch online und auf Infotafeln, die im Rahmen von Stadt- und Friedhofsführungen erläutert werden. Für Schüler*innen wird zudem eine pädagogische Mappe erstellt.

Dortmunder Heimat-Preis ist Teil einer Landesinitiative

Der Heimat-Preis ist Teil des Heimat-Förderprogramms, das das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung ins Leben gerufen hat. Infos auch unter dortmund.de/heimat.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.