Friedensplatz altes Stadthaus

Nachrichtenportal

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Kultur und Freizeit

Museum Ostwall widmet Nam June Paik große Ausstellung im Frühjahr 2023

Nachricht vom 11.10.2022

Ab dem 17. März 2023 zeigt das Museum Ostwall im Dortmunder U die Ausstellung "Nam June Paik: I Expose the Music". Im Fokus: Werke des Pioniers der Videokunst mit dem Schwerpunkt Musik.

Standbild aus der Videoarbeit Nam June Paiks "Good Morning Mr. Orwell" (1984)

Standbild aus der Videoarbeit Nam June Paiks "Good Morning Mr. Orwell" (1984)
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Estate of Nam June Paik Courtesy Electronic Arts Intermix (EAI), New York

Als "the world‘s most famous bad pianist" bezeichnete sich Nam June Paik gern selbst und spielte damit auf das musikalische und performative Element in seinem Werk an. Die Ausstellung stellt daher das musikalische Werk des Pioniers der Videokunst: Live-Momente, die sich wie ein roter Faden durch seine künstlerische Karriere ziehen.

Erstmals Ausstellung von "Sistine Chapel"

Rund 100 Arbeiten zeigt die Ausstellung, die am 16. März 2023 im Museum Ostwall eröffnet, darunter Installationen, Skulpturen, Audio- und Videoarbeiten, ungewöhnliche Partituren, Handlungsanweisungen und Konzepte sowie Fotodokumente und Plakate. Anschaulich wird so, wie das Publikum Paiks Performances unmittelbar erlebte und aktiv einbezogen wurde, ob im Galerieraum oder in der Live-Fernsehübertragung. Erstmals wird in Deutschland die sound- und bildgewaltige Rauminstallation "Sistine Chapel" (1993) zu sehen sein, die als frühes Beispiel multimedialer Immersion einen Remix Paik-spezifischer Pop-/Kulturgeschichte aufführt.

Die Ausstellung wird kuratiert von Rudolf Frieling (San Francisco Museum of Modern Art) in enger Zusammenarbeit mit dem Museum Ostwall. Sie nimmt Bezug auf die Sammlung des Museums, deren Schwerpunkt auf Fluxus liegt. Aus der Sammlung stammt auch eine zentrale Arbeit in der Ausstellung, Paiks Schlüsselwerk "Schallplatten-Schaschlik" (1963/1980), mit deren Hilfe Besucher*innen ihren eigenen Musikmix erzeugen konnten.

Abbildung des Werk "Schallplattenschaschlik" von Nam June Paik. An zwei aufrechtstehenden Stangen sind mehrere Schallplatten übereinander angereiht.

Eines der Hauptwerke der Ausstellung: "Schallplattenschaschlik" (1963/1980)
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Estate of Nam June Paik, Foto: Jürgen Spiler

Kooperationen im Blick

Weitere Kapitel der Ausstellung widmen sich der Kooperation von Paik und Charlotte Moorman, beispielsweise mit dem Werk "Oil Drums" (1964/1991), der frühen Zusammenarbeit mit Karlheinz Stockhausen in Originale (1961/1964) sowie seiner bislang wenig erforschten Beziehung zu Dieter Roth. Verschiedene interaktive Arbeiten Paiks beziehen das Publikum auch in diese Ausstellung ein – so zum Beispiel "Random Access" (1963) und "Participation TV" (1969/1982), bei denen Besucher*innen elektronische Sounds oder Bilder erzeugen können.

Als Fortschreibung von Paiks Werk "Sinfonie for 20 rooms" (1961) sind darüber hinaus vier internationale Künstler*innen eingeladen, sich performativ auf Paiks Werk zu beziehen: Annika Kahrs (DE), Autumn Knight (US), Aki Onda (JP) und Samson Young (HK) werden Paiks Partitur als Inspiration für ortsspezifische Arbeiten nutzen.

Wer war Nam June Paik?

Name June Paik (1932-2006) war ein aus Südkorea stammender US-amerikanischer Komponist, Musiker und bildender Künstler. Paik gilt als ein Begründer der Video - und Medienkunst und wird oft als "Pionier der Videokunst" bezeichnet. Sein Werk umfasst Aktionen und Performances, Videoarbeiten und skulpturale Werke. Er war Mitakteur und Organisators von der Kunstbewegung "Fluxus" und arbeitete mit Künstlern wie John Cage, Charlotte Moorman oder Jospeh Beuys zusammen. Von 1979-96 lehrte er an der Kunstakademie Düsseldorf.

Weitere Informationen zur Ausstellung unter:

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.