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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Denkmalbehörde

Kaiserbrunnen soll restauriert werden – mit Hilfe der Dortmunder*innen

Nachricht vom 14.11.2022

Die Untere Denkmalbehörde der Stadt Dortmund plant, den Kaiserbrunnen zu restaurieren und dabei auch fehlende Teile nach historischem Vorbild rekonstruieren zu lassen. Dafür benötigt sie die Hilfe der Dortmunder*innen, denn es fehlen historische Abbildungen des Brunnens, die als Vorlage für eine möglichst detailgenaue Rekonstruktion dienen könnten.

Das Foto vom Obelisken des Kaiserbrunnens zeigt die Fehlstellen

Das Foto vom Obelisken des Kaiserbrunnens zeigt die Fehlstellen.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund

Daher starten Denkmalbehörde und der Beauftragte für Kunst im öffentlichen Raum den Aufruf an die Bürger*innen, mit Fotomaterial behilflich zu sein. Gesucht werden nur Bilder, die die südliche und östliche Ansicht mit Löwenkopf und Wappen als Verzierungen am Obelisken zeigen.

Wie der Kaiserbrunnen entstand

Der Kaiserbrunnen gab dem Kaiserviertel nicht nur seinen Namen, er ist auch heute noch ein beliebter Treffpunkt und Aufenthaltsort mitten im Kaiserviertel. Ursprünglich wurde er jedoch 1902 von dem Kölner Bildhauer Wilhelm Fassbinder für die Düsseldorfer "Industrie- und Gewerbeausstellung für Rheinland und Westfalen" geschaffen.

Die Granitarbeiten nahm Steinmetz Georg Dassel vor, den Bronzeguss die Gießerei Vorwärts in Köln – allesamt renommierte Künstler*innen ihrer Zeit. Da ein Bildnis Kaiser Wilhelms II. den Brunnen schmückt, wurde extra die Genehmigung des Kaisers für den Bau des Brunnens eingeholt, die dieser auch – jedoch nicht ohne persönliche Korrektur des Schnurrbarts seines Bildnisses – erteilte. Der "Dortmunder Verschönerungsverein" sorgte anschließend mit finanzieller Hilfe der Anwohner dafür, dass der Brunnen am 9. Mai 1903 um 18:00 Uhr für seinen heutigen Standort feierlich der Stadt Dortmund übergeben wurde.

Die vier Seiten des imposanten Obelisken schmückten ursprünglich vier verschiedene Darstellungen: Ein Löwenkopf und ein Delphin aus Bronze, aus deren Mäulern Wasser in die Becken floss, und gegenüber des Bildnis von Kaiser Wilhelm II ein Wappen mit einem Adler. Diese wurden eingerahmt von Lorbeerkränzen, Eichenlaub und unterschiedlichen militärischen Artefakten. Die Details sollen nun rekonstruiert werden – nicht in Bronze, sondern in Polymer-Beton, einem Material, das ähnlich aussieht, jedoch weniger gerne gestohlen wird.

Foto-Ansichten von Löwenkopf und Wappen gesucht

Das Wappen mit dem Adler wurde bereits nach dem Zweiten Weltkrieg entwendet. In jüngerer Vergangenheit wurden auch der Löwenkopf und seine Umrahmung abgerissen und gestohlen. Hierbei beschädigten die Diebe außerdem den Sockel. Von diesen beiden Ansichten werden Fotos gesucht.

Existieren vom Löwenkopf noch relativ viele Bilder, so gibt es kaum Hinweise, wie das Wappen ursprünglich aussah. Da es zur straßenabgewandten Seite lag, wurde es wahrscheinlich wenig fotografiert. Eine umfangreiche Archivrecherche brachte bisher nur zwei Postkarten mit dem Wappen hervor, jedoch waren hierauf die Wappen nur relativ verschwommen zu erkennen. Nicht einmal mit Sicherheit ist hier zu erkennen, ob es sich wirklich um den preußischen Adler handelt, wie es in der Literatur dargestellt ist. Neueste Recherchen in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), Landschafts- und Baukultur in Westfalen haben ergeben, dass es sich auch um das Dortmunder Stadtwappen mit einer Mauerkrone handeln könnte.

Aufgrund der mangelnden Ergebnisse der Archivrecherche bittet die Stadt um Ihre Mithilfe: Sollten Sie in Ihren Fotoalben und -mappen noch Darstellungen des Kaiserbrunnens finden, die den ehemaligen Löwenkopf oder das Wappen zeigen, dann melden Sie sich bitte bei der Unteren Denkmalbehörde. Jedes Bild trägt dazu bei, den Kaiserbrunnen wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen. Der Kontakt zur Denkmalbehörde läuft über lreckwitz@stadtdo.de, Telefon 0231 50 11173.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.