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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Umwelt

Die städtische Homepage dortmund.de bietet jetzt ein Klimabarometer

Nachricht vom 21.11.2022

Die Stadt Dortmund hat mit dem "Klimabarometer" eine interaktive Darstellung ihrer Aktivitäten in Sachen Klimaschutz und Klimaanpassung (Klimafolgenanpassung) veröffentlicht und ist damit deutschlandweit Vorreiter in der grafischen und inhaltlichen Aufbereitung des Themas.

Für die Visualisierung dieses Klimabarometers geben Mitarbeitende der Stadt fortlaufend Daten über CO2-verursachenden Aktivitäten auf einer Plattform ein, arbeiten Ziele heraus, simulieren Szenarien und fügen stetig Projekte und Maßnahmen hinzu, die der Reduzierung von CO2 dienen oder zum Klimaschutz beitragen, ohne dass die erwartete CO2-Reduzierung beziffert werden kann. Technisch realisiert wird dies über die ClimateOS-Plattform, die extra für diesen Zweck beschafft worden ist.

Klimaaktivitäten im Blick

"Eine Plattform, die nun als eine leistungsstarke Schnittstelle und zusätzlich als ein mathematisches Modell zur Verfügung steht, das eine Evidenz basierte und stringent verknüpfende Darstellung der städtischen Klimaaktivitäten sicherstellt – das war dabei unser Anliegen und die Plattform wird stetig wachsen", berichtet Dirk von Bracht, Mitarbeiter im Klimaschutz-Team des Umweltamtes.

Durch die Veröffentlichung des Klimabarometers können interessierte und kundige Bürger*innen den Arbeitsprozess von Klimaprojekten, aber auch die sich stetig verändernden Rahmenbedingungen mitverfolgen. Damit kann das Nachsteuern von Klimaschutzmaßnahmen erheblich beschleunigt werden.

Im ersten Schritt findet man im Klimabarometer die Maßnahmen des Handlungsprogramms Klima-Luft 2030 und die des Masterplans Mobilität mit seinen Teilkonzepten wieder. Noch fehlende Inhalte werden nach und nach ergänzt. Auch die Zahlen werden laufend aktualisiert, sodass es sich um ein lebendiges Projekt handelt, das mit der Zeit komplexer und detaillierter wird.

Durch das dynamische Klimabarometer werden dann die laufenden Klimaschutzaktivitäten der Stadt Dortmund sichtbar und können mit den Zielen abgeglichen werden. So kommt man zu einer realistischen Einschätzung, ob die Aktivitäten ausreichen. Für alle berechenbaren Maßnahmen werden die CO2-Einsparungen durch das Modell automatisch erstellt. Ausgerichtet auf das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2035, zeigt es den Dortmund-spezifischen Absenkpfad auf. Das interaktive Modell zeigt notwendige Veränderungen auf und berücksichtigt neue Aktivitäten. Damit ist der Weg frei für einen "agilen Klimaschutz", wie es moderne Wirtschaftsunternehmen nennen würden. Gemeint ist damit, dass die Ergebnisse kontinuierlich produziert werden und im laufenden Prozess abrufbar sind, anstatt sie erst am Ende eines Prozesses in langen Berichten zu präsentieren.

Wie das Klimabarometer funktioniert

Das Klimabarometer ist über den Internetauftritt des Umweltamtes der Stadt Dortmund erreichbar. Über dortmund.de/klimaschutz kommt man auf eine Themenseite, die links im Menü den Punkt Klimabarometer anbietet. Nach einem weiteren Klick führt ein Link auf das Dashboard, das eigentliche Klimabarometer.

Beim ersten Besuch wird zunächst eine Einführung eingespielt, die einen Einstieg in den Aufbau und die Funktionsweise des Klimabarometers ermöglicht. Diese Einführung kann man überspringen, aber über das Menü ganz oben rechts jederzeit wieder neu aktivieren.

Im grafisch-tabellarisch dargestellten Umsetzungsplan auf der Startseite (nach Ende der Einführung) wird unterschieden zwischen Emissionen, die Gebäuden zuzurechnen sind (orange) und den Emissionen des Verkehrssektors (grün). Mit Hilfe der Pfeile – jeweils oben rechts in den farblich unterlegten Kästchen – lässt sich diese Gliederung weiter Schritt für Schritt verfeinern. Beispiel: Gebäude -> Wirtschaft – private Haushalte -> Umstellung auf Fernwärme in Mehrfamilienhaushalten. Jeweils unterhalb der Grafik sind die Maßnahmen aufgeführt, die der jeweiligen Auswahl zugeordnet sind. Per Klick auf die Maßnahme werden weitere konkrete Informationen zum Inhalt der Maßnahme und ihrem Ziel angezeigt. Auf diese Art soll nachvollziehbar werden, welche Maßnahme voraussichtlich welchen Effekt haben wird.

Innovativer Ansatz der Darstellung

Neben dem schwedischen klimapolitischen Rat (Svenska Klimatpolitiska rådet) sowie den Städten Newcastle und Helsingborg gehört Dortmund zu den ersten Kommunen weltweit, die einen interaktiven digitalen Klimaplan veröffentlichen und diesen als Fahrplan für eine klimaneutrale Zukunft anwenden. Im Gegensatz zu traditionellen Klimaplänen aktualisiert sich dieser dynamisch. Mit schneller Navigation lassen sich Informationen auf einen Blick abrufen, die durch ihre bildhafte Darstellung leichter erfassbar sind.

Mit dem Klimabarometer kommt die Stadt Dortmund vor allem auch der Forderung des Rates und von Expert*innen nach, die Maßnahmen aus dem Handlungsprogramm Klima-Luft 2030 digital zu präsentieren.

Klimapläne müssen permanent angepasst werden

Mit der Umsetzung des Handlungsprogramms Klima-Luft 2030 hatte der Rat die Verwaltung im Dezember 2021 beauftragt. Gleichzeitig wurde beschlossen, dass Dortmund im Jahr 2035 anstatt 2045 die Treibhausgasneutralität erreichen soll. Das zeigt, dass Ziele und Rahmenbedingungen von integrierten Klimaaktionsplänen bereits bei ihrer Veröffentlichung Veränderungen ausgesetzt sind. Allerdings ist das Handlungsprogramm Klima-Luft 2030 so konzipiert, dass die veränderten Klimaschutzziele relativ kurzfristig nachmodelliert werden können. Die Ergebnisse stehen nach Erstellung des neuen Berichts im Frühjahr 2023 online zur Verfügung.

Grundsätzlich herausfordernd ist, dass Klimaschutzpläne in der Regel für eine Dekade erstellt werden. Im Hinblick auf die verbleibenden 12 Jahre bis zur Klimaneutralität ist es daher notwendig, ein Tool zu entwickeln, das es ermöglicht, Maßnahmen und Projekte kontinuierlich auf ihren klimarelevanten Fortschritt zu überprüfen, fortzuschreiben und zu intensivieren, neue Technologien zu berücksichtigen oder – falls notwendig – neue Projekte zu entwickeln.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.