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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Freizeit

Erneut können Dortmunder*innen gegen eine Spende Steine der historische Stadtmauer erhalten

Nachricht vom 23.11.2022

Die Aktion der Stadt Dortmund, Teile der Steinmauer gegen eine Spende abzugeben, kam bei den Menschen vor Ort gut an - so gut, dass eine Fortsetzung geplant ist. Diesmal auf dem Weihnachtsmarkt am Sonntag, 4. Dezember, zwischen 11:00 und 18:00 Uhr.

Interessierte Bürger*innen inspizierten die Mauerfragmente

Auf der Suche nach dem richtigen Stein: Interessierte Bürger*innen inspizierten die Mauerfragmente und nahmen diverse Exemplare mit.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Ingmar Luther

Wegen des großen Erfolges bei der ersten Aktion, mit dem niemand gerechnet hatte, gibt es nun eine Fortsetzung: Weitere 1.000 Steine der alten Stadtmauer Dortmunds suchen ein neues Zuhause. Erneut werden die Steine gegen eine Spende an den Kinderschutzbund abgegeben. Diesmal auf dem Weihnachtsmarkt am Sonntag, 4. Dezember, zwischen 11:00 und 18:00 Uhr. Aus Anlass der Dortmunder Weihnachtsstadt findet zeitgleich ein verkaufsoffener Sonntag in der City statt.

Neuer Ort für Aktion

Für die Ausgabe der Steine gibt es einen neuen Ort: nicht wie bei der ersten Aktion auf dem Hansemarkt zwischen Reinoldikirche und Alter Markt, sondern diesmal auf der Hansastraße zwischen Westenhellweg und Propsteikirche.

Bei der ersten Aktion auf dem Hansemarkt war der Andrang zwischenzeitlich so groß, dass einige Dortmunder*innen leider drei bis vier Stunden anstehen mussten. Die meisten Interessierten blieben geduldig und nahmen es mit Gelassenheit hin. Dennoch hat die Untere Denkmalbehörde sich mithilfe der Dortmund-Agentur personell verstärkt und den Plan für den Ablauf der Steine-Aktion am 4. Dezember optimiert.

Diesmal mehr als 21.000 Euro Spenden?

Im Rahmen der ersten Aktion fanden 767 Steine mit dem zugehörigen Zertifikat ein neues Zuhause. Die meist sehr glücklichen und stolzen Bürger*innen spendeten zusammen eine Summe von etwas mehr 21.000 Euro an den Kinderschutzbund Dortmund.

Die Denkmalbehörde hofft, dass sie dieses Mal noch mehr Steine vermitteln kann und eine ähnlich hohe Spendensumme dabei herum kommt. Fest steht schon: Die zweite Aktion wird definitiv die letzte sein – eine weitere Wiederholung schließt die Denkmalbehörde aus, genauso wie die Einzelabgabe von Steinen an Interessierte im Nachhinein zu einem anderen Zeitpunkt. Sollten Steine übrig bleiben, werden sie anders eingesetzt.

Die Ideen für die Verwendung der Steine waren übrigens schon bei der ersten Aktion originell und vielfältig. Während viele Menschen ihre Steine entweder in den Garten integrieren oder im Wohnzimmerregal platzieren wollten, gab es auch noch ganz andere Vorhaben: zum Beispiel die Nutzung in einem Aquarium oder als Grabstein für die Urnenbestattung der Mutter. Viele Menschen haben neben ihrem eigenen Stück Stadtgeschichte auch zwei oder drei weitere Steine erworben, um mit dem wahrscheinlich einmaligsten Geschenk zu Weihnachten überhaupt eine nahestehende Person überraschen zu können.

Herkunft und Fundorte der Steine

Die mittelalterliche Stadtmauer, deren Überreste bis heute tief im Boden unter dem Wallring die Zeit überdauert haben, konnte bei den Bauarbeiten für die klimafreundliche Wärmeversorgung der Innenstadt nicht an allen Stellen vollständig erhalten werden, obwohl die Trassenführung für die Fernwärmeleitung extra angepasst wurde. Am Ostwall und am Schwanenwall mussten 4,5 und 4,7 Meter der Mauer aus Ruhrsandstein weichen. Mit Hilfe von DEW21, Grünflächenamt und Tiefbauamt sowie der Firma LQ-Archäologie wurden die betroffenen Steine sorgfältig ausgegraben und gelagert.

Spende und Stein-Ausgabe – der Ablauf

Selbstverständlich kann man bei entsprechend hoher Spende auch mehrere Steine mit nach Hause nehmen. Damit jedoch möglichst viele Dortmunder*innen in den Genuss eines Steins kommen können und um einen gewerblichen Weiterverkauf zu vermeiden, gibt es allerdings ein Maximum pro Haushalt, das bei zehn Steinen liegt. Die einzelnen Steine wiegen etwa zwischen fünf und 25 Kilogramm, sind also mit dem Lastenrad oder im Kofferraum eines Autos gut transportierbar.

Zwar können alle Interessierten die Höhe ihrer Geldspende an den Kinderschutzbund selbst bestimmen. Zur Orientierung empfiehlt die Denkmalbehörde jedoch 25 Euro für die kleinen Steine und 50 Euro für die größeren. Für die ganz besonderen Schmucksteine, von denen nur etwa 15 Stück angeboten werden, gelten 75 Euro als Empfehlung.

Vor Ort kann die Geldspende entweder in bar oder über PayPal an den Kinderschutzbund entrichtet werden.

Zusammen mit dem Stein der Stadtmauer bekommt man eine Urkunde in die Hand, die die Echtheit des Steins bestätigt. Sie enthält neben dem Namen der neuen Besitzer*innen auch die Objektnummer und Angaben zu Fundort und dem Zeitraum der Ausgrabung. Jeder Stein wird danach zusammen mit der Urkunde fotografiert und bei der Denkmalbehörde katalogisiert.

Hintergrund: "Dortmund zieht an – Aufbruch City"

Unter der Überschrift "Dortmund zieht an – Aufbruch City" arbeiten die Stadt Dortmund und ihre Partner*innen gemeinsam an dem Ziel, die City zu stärken, damit sie ein Magnet für die Dortmunder*innen und das Umland bleibt. Dabei ist der Stadt die breite Beteiligung der Bürger*innen wichtig.

City-Entwicklung ist eine Daueraufgabe, die derzeit eine besondere Priorität hat. Kurzfristige Maßnahmen und mittel- bis langfristige Konzepte ergänzen sich dabei.

Das Büro Stadt+Handel entwickelt im Auftrag der Stadt mit allen Akteur*innen konkrete Ideen und eine Strategie für ein Citymanagement. Sie wird nachhaltig und tragfähig über einen langen Zeitraum sein und immer wieder neue Impulse für die City liefern.

Parallel schieben die Stadt und ihre Partner*innen fortlaufend flankierende, direkt wirksame Maßnahmen an: Dazu gehören u.a. Kultur- und Freizeit-Events, Sonderreinigungen, Verbesserungen der Beleuchtung, Studien und Konzepte zur Nachnutzung großer Einzelhandelsimmobilien, die Aufstockung des Service- und Präsenzdienstes des Ordnungsamtes sowie die Herrichtung von Aufenthaltsoasen mit mobilem Grün und neuer Stadtmöblierung.

Allein von der Stadt Dortmund bringen sich 17 Ämter und Abteilungen in das gemeinsame Stärkungsprojekt für die City ein.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.