Friedensplatz altes Stadthaus

Nachrichtenportal

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Kultur

Renommierte Fotografin und preisgekrönter Architekt stellen im Superraum aus

Nachricht vom 28.11.2022

Die nächste Ausstellung im SUPERRAUM von "Dortmund kreativ" widmet sich der Architektur und ihrer Fotografie: Vom 1. Dezember bis 12. Januar 2023 zeigen die renommierte Architekturfotografin Erieta Attali und der junge Architekt Philipp Valente an der Brückstraße 64 ihre Arbeiten.

Kengo Kuma Architects, Coeda House, Japan

Fotografie von Erieta Attali vom Coeda Haus in Japan (Entwurf: Kengo Kuma Architects).
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Erieta Attali

Zur Eröffnung am 1. Dezember, 18:00 Uhr gibt es ein Gespräch mit beiden Künstler*innen, moderiert von Dr. Alexandra Apfelbaum. Der Eintritt ist frei.

Der Architekt Philipp Valente, der in diesem Jahr zusammen mit Jonathan Schmalöer den Förderpreis der Stadt Dortmund für junge Künstler*innen in der Sparte "Architektur und Städtebau" erhalten hat, stellt zusammen mit der international anerkannten Fine Art Architektur Fotografin Erieta Attali im SUPERRAUM aus.

Die Doppelausstellung der Arbeiten von Erieta Attali unter dem Titel "Archiving Flux/Stasis" und Philipp Valente ("Structure") im SUPERRAUM zeigt zeitgenössische Positionen einer Fotografin und eines Architekten, deren Hauptmotiv die Verbindung von Architektur und Landschaft ist. Über die reine Abbildung einer Perspektive hinaus werden fiktive Räume, volumetrische Studien und landschaftliche Bezüge thematisiert. Dabei entfaltet jede Arbeit ihre eigene Bildsprache und fordert die Betrachter*innen zur räumlichen Auseinandersetzung heraus.

Ob Glas und Himmel, Asphalt und Sand, Stahl und Bäume: die Verschmelzung von Architektur und Landschaft ist seit jeher ein Faktor des Bauens. Insbesondere Bauten aus Glas, Stahl und Beton treten seit dem 19. Jahrhundert in eine immaterielle Verbindung zu ihrer natürlichen Umgebung. Die Überlagerung von Strukturen, Spiegelungen, Filtern und Transparenzen wird zu einem wichtigen und faszinierenden gestalterischen Mittel.

Erforschung der Wechselwirkung zwischen Architektur und Landschaft

Die israelische Fotografin Erieta Attali (Jahrgang 1966) widmet sich seit drei Jahrzehnten der Wechselwirkung zwischen Architektur und Landschaft. Mit ihren Arbeiten hat sie eine eigene Richtung der Architekturfotografie geschaffen. Ihre Fotografie hinterfragt, wie extreme Bedingungen und anspruchsvolles Gelände die Menschheit dazu bringen, sich durch architektonische Reaktionen neu zu orientieren. Ihre Arbeitsweise greift zurück auf Erfahrungen aus der Archäologie- und der Fine-Art-Fotografie. Die Architektur erscheint in ihren Bildern als ein natürliches Element, das unmittelbar mit ihrer Umgebung verbunden ist. Sie lebt in Paris und Singapur, wo sie einen Lehrauftrag hat.

Pointcloud, Zeche Zollverein

Ästhetik industrieller Landschaften stehen im Fokus der künstlerischen Arbeiten des Dortmunder Architekten Philipp Valente.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Philipp Valente

Achitektur und Identität: Industrierelikte im Ruhrgebiet

Der Dortmunder Architekt Philipp Valente (Jahrgang 1991) beschäftigt sich mit der Ästhetik industrieller Landschaften. Er entwickelt seine Arbeiten gemeinsam mit dem Architekturstudio Less Plus. Seine Rauminstallation "Structure" macht auf die identitätsstiftende Wirkung und das architektonische Potenzial von im Ruhrgebiet allgegenwärtigen Strukturen aufmerksam: Hochöfen teilen den Horizont, Pipelines und Brücken bilden ein dichtes Netz, Verstrebungen aus Stahl und Rost sind allgegenwärtig. Wie Skelette riesiger prähistorischer Lebewesen prägen diese Hinterlassenschaften der Industrialisierung das Ruhrgebiet.

Für die Einwohner sind sie Relikte einer vergangenen Zeit. Daher verschwinden diese identitätsstiftenden Elemente zunehmend und werden nur an Orten geduldet, die bewusst mit der romantischen Vorstellung der Industriekultur in Verbindung gebracht werden sollen. Auch in der Architektur wird nur selten auf diese Strukturen reagiert und stattdessen mit einem internationalen Stil im Sinne des "modernen Bauhaus" gebaut. Einfache Kuben und weiße Fassaden werden den Industrieruinen entgegengestellt. Dem setzt Philipp Valente seine "Structures" entgegen.

Öffnungszeiten

Dienstags: 12:00 bis 16:00 Uhr, donnerstags: 16:00 bis 19:00 Uhr, samstags: 12:00 bis 16:00 Uhr.

Vom 24. Dezember bis 2. Januar 2023 geschlossen.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.