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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Aktion

Stadtmauer-Steine gegen Spende: Kinderschutzbund erhält mehr als 40.000 Euro

Nachricht vom 06.12.2022

Die Stadt Dortmund hat bei einer zweiten Aktion am 4. Dezember Steine aus der mittelalterlichen Stadtmauer abgegeben. Zum letzten Mal hatten Interessierte die Chance, gegen eine Spende an den Kinderschutzbund Steine mit nach Hause zu nehmen. 757 Exemplare fanden neue Besitzer*innen, mehr als 40.000 Euro Spenden wurden eingenommen.

Mann mit Schubkarre und Stadtmauer-Steinen

Eigens mit der Schubkarre ist dieser Interessent zum Stand der Denkmalbehörde gekommen, um seine Steine bequem zu transportieren.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Fachbereich Marketing + Kommunikation / Laura Koscholke

An Weihnachten werden viele Dortmunder*innen wohl ein ganz besonderes Geschenk unter dem Baum finden: ein echtes Stück Stadtgeschichte. 757 Steine der mittelalterlichen Stadtmauer gingen am Sonntag, 4. Dezember, gegen eine Spende an den Kinderschutzbund Dortmund an Interessierte.

Insgesamt 1.587 Steine haben neue Besitzer*innen

An zwei Aktionstagen haben insgesamt 1.587 Steine der historischen Mauer ein neues Zuhause gefunden. Bei der zweiten Steine-Aktion haben die Dortmunder*innen rund 17.200 Euro für den Kinderschutzbund gespendet. 300 Euro für einen etwa sieben Kilogramm schweren Stein war an diesem Tag die größte Einzelspende. Bei der ersten Aktion waren etwas mehr als 21.000 Euro zusammengekommen. Schließlich wurden mehr als 40.000 Euro Spenden für den Kinderschutzbund Dortmund gesammelt - inklusive mehrerer Großspenden.

"Auch Kinder waren vor Ort, die von ihrem Taschengeld ein kleines Stückchen Stadtgeschichte erstanden haben", so Stadtarchäologe Ingmar Luther. Das Team der Denkmalbehörde hat die Aktion an der Hansastraße am Sonntag organisiert und hatte beim Heranschaffen der Steine Hilfe von Mitarbeiter*innen des Stadtplanungsamtes und des Grünflächenamtes. Auch Bürger*innen haben die Denkmalbehörde unterstützt. Gemeinsam haben die Helfer*innen einen reibungslosen Ablauf ermöglicht.

Großes Interesse an Stücken aus der Stadtmauer

Obwohl die Steine-Aktion am Sonntag erst um 11:00 Uhr losging, "standen die ersten Dortmunder*innen bereits um 8:25 Uhr morgens an unserem Stand – wir waren noch mitten in den Aufbauarbeiten", so Ingmar Luther. Als die Spendenaktion offiziell begann, reichte die Schlange vom Aktionsstand (Hansastraße/Ecke Silberstraße) die gesamte Silberstraße entlang durch den Kreisverkehr bis in den Eisenmarkt. Aufgrund der aufgestockten Infrastruktur vor Ort mussten die Menschen aber wesentlich weniger lang warten als bei der ersten Aktion - maximal 1,5 Stunden. Gegen 14:00 Uhr hatte das Team der Denkmalbehörde die Wartenden versorgt, sodass alle weiteren Spender*innen umgehend mit ihren ausgewählten Steinen den Spenden- und Zertifizierungsprozess durchlaufen konnten.

Restliche Steine bekommen Platz im Stadtbild

Eine dritte Spendenaktion wird es nicht geben. Die restlichen rund 400 Steine werden an geeigneter Stelle ins Stadtbild integriert. Die mittelalterliche Stadtmauer, deren Überreste bis heute tief im Boden unter dem Wallring die Zeit überdauert haben, konnte bei den Bauarbeiten für die klimafreundliche Wärmeversorgung der Innenstadt nicht an allen Stellen vollständig erhalten werden, obwohl die Trassenführung für die Fernwärmeleitung extra angepasst wurde. Am Ostwall und am Schwanenwall mussten 4,5 und 4,7 Meter der Mauer aus Ruhrsandstein weichen. Mit Hilfe von DEW21, Grünflächenamt und Tiefbauamt sowie der Firma LQ-Archäologie wurden die betroffenen Steine sorgfältig ausgegraben und gelagert.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.