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Projekt "nordwärts"

Bild: Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Nordforum Innenstadt-Nord am 19. August 2015

Vision: Fußgängerzone Mallinckrodtstraße

Gut 110 Interessierte trafen sich beim siebten und letzten Nordforum am Mittwochabend (19. August), das diesmal im Dietrich-Keuning-Haus in der Innenstadt-Nord stattfand.

Ziel der Veranstaltung war es, lokalen Akteuren, Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit zu geben, im Rahmen eines "Welt Cafes" - einer Methode zur freien Entwicklung von Ideen - visionäre Projekte für ihren Stadtbezirk bis zum Jahr 2025 zu entwickeln. Eingebettet ist das Nordforum in das Projekt "Nordwärts", durch das die Stärken der nördlichen Dortmunder Stadteile in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden sollen.

Bürger haben bisher 1300 Ideen für Nordwärts geliefert

Es haben bereits Nordforen in den Stadtbezirken Innenstadt-West, Mengede, Eving, Lütgendortmund, Huckarde und Scharnhorst stattgefunden. Rund 550 Interessierte nahmen die Gelegenheit wahr, sich in den sieben Forumsveranstaltungen zu engagieren. Neben den Nordforen bietet der Beteiligungsprozess des Nordwärts-Projektes als weitere Formate die Nordwanderungen - geführte Spaziergänge, bei denen Wanderlustige die Schönheiten der Stadtbezirke erkunden - und „Nordwärts Mobil“. Hier können sich Passanten an Infoständen auf Märkten oder Straßenfesten über das Projekt informieren. Harriet Ellwein, Moderatorin des Abends und Mitarbeiterin des städtischen Nordwärts-Projektbüros bezifferte die Gesamtzahl der bisher abgegebenen Ideen und Anregungen während aller Nordwärts-Veranstaltungen auf insgesamt 1300.

Bilderstrecke: Nordforum Innenstadt-Nord

Vision: Fußgängerzone Mallinckrodtstraße

Dr. Ludwig Jörder 12 Bilder
Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder eröffnete das letzte Nordforum in der Innenstadt-Nord
Bild: Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

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Innenstadt-Nord ist "Stadtteil des Ankommens"

Im Dietrich-Keuning-Haus empfingen Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Dr. Ludwig Jörder, Bezirksbürgermeister der Innenstadt-Nord, die Gäste zu der zweieinhalbstündigen Veranstaltung. Jörder begrüßte die Gäste zur Mitarbeit an einem "großartigen und einzigartigen Projekt". Er bedankte sich bei Oberbürgermeister Sierau für "die tolle Initiative". Jörder betitelte die Innenstadt-Nord als den "Stadtteil des Ankommens" und wünschte sich: "Wir wollen aber auch ein Stadtteil sein, in dem die Menschen bleiben."

Oberbürgermeister Sierau nannte die Nordstadt "lebhaft und perspektivisch". "Hier wird viel getan für den Rest der Stadt, gerade bei den Themen ‚Ankommen und Integration’", so Sierau. Die Nordstadt stehe für ökonomische Stärke und Solidarität und könne eine hervorragende Zukunft haben, bekräftigte der Oberbürgermeister, aber „dafür müssen wir etwas tun.“

"Welt Cafe" umfasst vier Thementische

Um dieser Aufforderung nachzukommen, schickte Moderatorin Harriet Ellwein die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an vier Thementische des "Welt Cafes“ mit den Schwerpunkten "Flächenentwicklung", "Arbeit, Qualifizierung, Bildung", "Soziales" und "Steigerung der Lebens- und Umweltqualität". Themenpaten - Experten zu den jeweiligen Fachgebieten - moderierten die Diskussionsrunden und unterstützen die Gäste dabei, ihre Projektideen für die Zukunft des Stadtbezirks auszuarbeiten.

Ellwein nannte das Leitmotiv für die Diskussionsrunden an den Thementischen: "Wir denken nach vorne - in die Zukunft." Die Moderatorin lud die Gäste ein, sich an zwei Fragen zu orientieren, nämlich welche persönlichen Ideen sie für die Zukunft ihres Stadtbezirks hätten und was den Stadtbezirk im Jahr 2025 besonders machen solle.

Großes Thema: Aktivierung und Verbesserung der Nachbarschaft

Ein oft benanntes Thema lag im Bereich Sicherheit und Sauberkeit: Es wurde die Frage nach dem richtigen Umgang mit den Verursachern von Müll aufgeworfen und Lösungen gesucht, um Angsträume in der Nordstadt abzubauen und die Aufenthaltsqualität, z.B. auf dem Nordmarkt zu steigern. Mut machte eine Teilnehmerin, die berichtete, dass die persönliche Ansprache in der Nachbarschaft oft eine positive Wirkung zeigt: „Ich drücke denen, die den Müll verursachen einen Besen in die Hand - und sie fegen.“ Eine Idee war es, Sprach-Scouts bei der Auslandsgesellschaft ausbilden zu lassen, die dann Vermietern helfen könnten, den Kontakt zu ihren Mietern persönlich aufzunehmen. Im sozialen Bereich wünschten sich die Menschen eine Verbesserung der nachbarschaftlichen Gefüge, eine deutliche bessere Aktivierung von Migrantenorganisationen und ein Willkommenszentrum für Zuwanderer mit Bildungsangeboten.

Kreuzviertel-Flair für die Nordstadt

Im Bereich Flächenentwicklung sprudelten die Ideen für die Weiterentwicklung des Hafens: mehr Gastronomie am Wasser, die Speicherhäuser für Wohnen und Arbeiten zu entwickeln und deren Fassaden künstlerisch zu gestalten wünschten sich die Teilnehmer. Aber auch mit „urban gardening“ auf Brachflächen, attraktiven Open-Air-Festivals im Fredenbaumpark und am Kanal und der Aktivierung alter Eisenbahntrassen für den Radverkehr könnte die Nordstadt verlockender machen und ihr ein „Kreuzviertel-Flair“ verleihen.

Am Thementisch „Arbeit und Qualifizierung“ gab es die Anregung den Stadtteil insgesamt für studentisches Leben anziehender zu gestalten und einen Standort von TU und FH anzusiedeln. Im Sinne einer „bunteren Nordstadt“ wünschte sich eine Teilnehmerin mehr Kleingewerbetreibende im Umfeld von Kreativ- und Gesundheitswirtschaft und Handwerk.

Fußgängerzone Mallinckrodtstraße

Auch beim letzten Nordforum fehlten nicht die ganz großen Visionen für den Stadtteil. Die Untertunnelung der Mallinckrodtstraße bei gleichzeitiger Umwandlung der prächtigen Allee in eine Fußgängerzone, das ist der städteplanerische Traum für die Innenstadt-Nord bis 2025.

Anja Kador