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Projekt "nordwärts"

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Franziska Lütz

"Smart Rhino"

Wohnen, Studieren und Arbeiten im Grün: Auf HSP-Gelände soll Zukunftscampus entstehen

Nachricht vom 12.04.2019

Ein urbanes Quartier mit Zukunftscampus - das soll auf dem ehemaligen HSP-Gelände im Unionviertel entstehen. Stadt, IHK Dortmund und Thelen-Gruppe planen das Projekt "Smart Rhino". Das Konzept: Wohnen, Studieren und Arbeiten, umgeben von Grün. Eine Idee: Die FH Dortmund könnte sich dort ansiedeln.

Das ehemalige Hoesch-Spundwand-Gelände (HSP) soll zu "SMART RHINO" werden

"Smart Rhino" soll als urbanes Quartier Natur, Nachhaltigkeit, Technologie und Menschen miteinander verbinden.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Thelen Gruppe

Die Idee des Zukunftscampus wurde am Donnerstag, 11. April, dem Sonderältestenrat vorgestellt. Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Ludger Wilde, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen, Wolfgang Thelen von der Thelen Gruppe sowie Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund, und Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund, stellten die Überlegungen am Freitag, 12. April, im Rathaus vor.

"Damit sich Wissenschaft den Herausforderungen unserer Zeit anpassen kann, müssen zuerst möglichst gute Voraussetzungen geschaffen werden", erklärte Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Das Projekt "Smart Rhino" soll diese Voraussetzungen gestalten. Die Flächen des ehemaligen Werkes Hoesch Spundwand Profile wurden 2016 durch die Thelen Gruppe erworben. Stadt und Eigentümer führen seitdem regelmäßig Gespräche über Nutzungsmöglichkeiten.

Konzept eingebettet in Projekte "nordwärts" und "Smart City"

Insgesamt ist das HSP-Areal 45 Hektar groß. Das Projekt "Smart Rhino" bezieht sich auf circa 14 Hektar der Gesamtfläche. Das Konzept ist eingebettet in die städtischen Dekadenprojekte "nordwärts" und "Smart City". Bereits im Juni 2018 stellte die Stadt Planungen für einen fünf Kilometer langen Grünzug entlang der Emscher vor: "Emscher nordwärts". Dieses Projekt soll zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 realisiert werden. "Smart Rhino" soll sich an den Grünzug, der von der Rheinischen Straße bis zum Deusenberg entwickelt wird, sowie an die darin anschließenden Erlebnisräume binden. Der geplante Zukunftscampus soll somit lückenlos an das Emscher Fuß- und Radwegesystem angeschlossen werden.

Urbanes Quartier mit gemischter Nutzung

Die Idee hinter "Smart Rhino" vereint gleich mehrere Nutzungen: Es soll ein urbanes Quartier entstehen, in dem Menschen nicht nur wohnen können, sondern auch arbeiten und studieren. Auch die Einrichtung einer Kindertagesstätte gehört zum Konzept. Ein Technologiepark mit Start-ups und innovativen Unternehmen soll dort ebenso entstehen wie Parks und Grünflächen, die z.B. auch für Urban Gardening genutzt werden könnten. Auch Gastronomie soll sich dort ansiedeln - beispielsweise in einer Markthalle. "'Smart Rhino' ist die Integration von Ökologie, Digitalisierung und Strukturwandel", so Sierau.

Von links: Ludger Wilde, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen, Wolfgang Thelen von der Thelen Gruppe (Eigentümer HSP-Gelände), Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund, und Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund, stellten das Konzept "Smart Rhino" am Freitag, 12. April, im Rathaus vor.

Von links: Ludger Wilde, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen, Wolfgang Thelen von der Thelen Gruppe (Eigentümer HSP-Gelände), Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund, und Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund, stellten das Konzept "Smart Rhino" am Freitag, 12. April, im Rathaus vor.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

FH Dortmund könnte alle Standorte auf einem Campus bündeln

Wunschpartner für den Campus ist die Fachhochschule Dortmund. Die FH Dortmund hat sich in den letzten 10 Jahren zu einer der größten Fachhochschulen Deutschlands und zur führenden Fachhochschule der Metropole Ruhr entwickelt. Sie hat den größten Informatikbereich an Fachhochschulen bundesweit und ist erfolgreich im zentralen Forschungsthema Digitale Transformation. Zurzeit verteilt sie sich auf vier Standorte. "Mit 'Smart Rhino' auf der HSP-Fläche könnten sich mehrere grandiose Chancen eröffnen. Für die Fachhochschule wäre die Konzentration auf einen Standort ein großer Wurf. Zudem würde eine Verlagerung neue städtebauliche Perspektiven an den bisherigen FH-Standorten ermöglichen", erläuterte Sierau.

So sei beispielsweise denkbar, dass die Gebäude auf dem Campus Nord, die von der FH genutzt werden, dann von der benachbarten Technischen Universität Dortmund genutzt werden könnten. "Dieses Konzept wird befördert durch die Nähe zum Union-Viertel, zur Innenstadt und zu Dorstfeld." Ullrich Sierau weiter: "Innovative Bildung, die kommunale Digitalisierungsstrategie sowie die IGA 2027 - in diesem Rahmen wird 'Smart Rhino' gedacht. Die Fachhochschule könnte dort einen Standort schaffen, der auch für weitere Bildungsangebote attraktiv ist."

Innovative Bildung, die kommunale Digitalisierungsstrategie sowie die IGA 2027 - in diesem Rahmen wird 'Smart Rhino' gedacht.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau

Prof. Wilhelm Schwick, Rektor der FH Dortmund, dazu: "Mit Hilfe partizipativer Prozesse und in enger Kooperation mit den Unternehmen arbeiten wir als FH an neuen Berufs- und Lebensbildern zur Adressierung der Herausforderungen der rasch voranschreitenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation. Insofern stößt diese Projektidee bei uns auf großes Interesse, da sie durch die Nähe zur Stadtgesellschaft und Wirtschaft ebenso wie durch die verbesserten Möglichkeiten der interdisziplinären Arbeit eine hervorragende Basis bieten würde. Allerdings muss diese Idee nun erst einmal mit dem Land sondiert werden."

Sondierungsgespräche mit Land NRW

Die Fachhochschule habe die Gespräche mit dem Land NRW gerade erst begonnen, erklärte Heike Mertins, Pressesprecherin der FH Dortmund. "Konkrete Planungen sind, auch intern, noch nicht gestartet." Oberbürgermeister Sierau betonte: "Es handelt sich auch um einen zusätzlichen Impuls mit Blick auf die Ruhrkonferenz."

Stefan Schreiber hob hervor: "Digitaler Wandel braucht digitale Kompetenzen." Die gebündelte Wachstumsstrategie der Fachhochschule würde optimale Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre sowie einen zeitgemäßen Lifestyle für studentisches Leben bieten. Sie wirke wie ein Magnet auf junge Menschen. Potenzielle Fachkräfte würden davon angezogen und gebunden. Davon könnten Unternehmen im gesamten Umfeld und die Zivilgesellschaft in der Stadt profitieren. Die Integration der Hochschule könne die Entwicklung zu einer Wissensgesellschaft und zu einer modernen, smarten internationalen Metropolregion beschleunigen.

Verknüpfung von Digitalisierung, Stadtentwicklung, Wirtschaft und Wissenschaft

Mit ihrer Digitalisierungsstrategie und mit ihrem Fokus auf Partizipation hat die Stadt Dortmund wesentliche Grundlagen für eine nachhaltige und integrierte Stadtentwicklung geschaffen. Wo kann die digitale Transformation weiter vorangebracht werden? Wo treffen sich konkret erfahrbar die Bildungs-, Arbeits-, Forschungs- und Lebenswelten? Und wie können die Menschen in die Transformation der Städte einbezogen werden? Der neue Campus als lokaler Standort könnte die inhaltliche Vernetzung stärken und durch eine ganz neue Art und Weise die Bereiche Digitalisierung, Stadtentwicklung, Wirtschaft und Wissenschaft verknüpfen - ein Nährboden für Innovationen.

Grünzug Emscher Nordwärts

Das ehemalige HSP-Gelände im Unionviertel ist 45 Hektar groß.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Die ehemalige HSP-Fläche - zentral gelegen und sehr gut erreichbar - wäre mit der historischen Prägung eines bedeutenden Industriestandortes ein optimaler Stadtraum für "Smart Rhino" und Teil großer Strukturwandelprojekte der Stadt.

Denkmalwürdige Gebäude sollen erhalten bleiben

Wolfgang Thelen: "Mit der Transformation der ehemaligen HSP-Fläche möchte die Thelen Gruppe als Partner im Strukturwandel den Lebensraum der Zukunft entwickeln und realisieren, angepasst an die neuen Wohn- und Arbeitswelten, mit inszenierter Interaktion zwischen Leben, Arbeiten, Bildung und Wissenstransfer, mit Integration der innovativsten Mobilitäts- und Energiekonzepte und mit engem Bezug zu Architektur, Natur und zum Stadtraum Dortmund." Die alte Walzenreederei und das sogenannte Emscherschlösschen, beide denkmalwürdige Gebäude, sollen erhalten und in das Quartier eingebunden werden. "Ob wir auch die Feldherrenhalle erhalten können, ist noch offen", so Ludger Wilde.

Ergebnis der Machbarkeitsstudie Ende 2019 erwartet

Wilde: "Zurzeit ist eine Machbarkeitsstudie in Arbeit, deren Ergebnis wir zum Ende des Jahres erwarten. Dabei geht es u.a. um Verkehrserschließung, aber natürlich auch um die Wirtschaftlichkeit." Auch Bürgerbeteiligung sei geplant. Thelen resümierte: "Wenn wir uns richtig anstrengen, könnte 2023 der erste Beton fließen."

Warum Smart Rhino?

"Smart" wie in "Smart City": Einer Stadt, die effizient, technologisch fortschrittlich, grün und sozial inklusiv für die Menschen gestaltet ist. Und "Rhino" wie im geflügelten Nashorn - zuallererst das Logo des Dortmunder Konzerthauses, ist es mittlerweile zum zweiten, zum inoffiziellen Wappentier der Stadt geworden. Es steht für Bodenständigkeit und einem sehr feinen Gehör und beflügelt darüber hinaus Pegasus-gleich zu gedanklichen Höhenflügen. "Smart Rhino" ist eine innovative Verknüpfung von Hochschulcampus, Technologiepark, Wohnen und Erleben in einem urbanen Zusammenhang.

Die Broschüre enthält alle Informationen gebündelt und steht als pdf-Datei zum Download zur Verfüfung.