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Projekt "nordwärts"

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Franziska Lütz

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Machbarkeitsstudie

Neues Quartier nördlich des Bahnhofs: Entwicklung zur Drehscheibe mit grüner Spange wäre umsetzbar

Nachricht vom 21.04.2020

Die Stadt Dortmund hat das nördliche Umfeld des Hauptbahnhofs in den Blick genommen und möchte ihn entwickeln. Dazu hat sie einen umfangreichen Partizipationsprozess in Gang gesetzt sowie einen städtebaulichen Wettbewerb mit Weiterqualifizierung durchgeführt.

Grafik der perspektivischen Ansicht des nördlichen Bahnhofsvorplatzes

Grafik der perspektivischen Ansicht des nördlichen Bahnhofsvorplatzes
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): raumwerk

Das nördliche Umfeld des Hauptbahnhofs stellt als Nahtstelle zwischen der City, dem Hauptbahnhof und der Nordstadt einen Bereich dar, der das Potential hat, die bis heute stark ausgeprägte Barriere des Gleisfeldes zu mindern.

Bedeutung des Hauptbahnhofs nimmt zu

Der Hauptbahnhof selbst wird in Zukunft zweifellos eine immer größere Rolle spielen, um den Mobilitätsansprüchen der Zukunft gerecht zu werden und sich mit angelagerten Verkehrsträgern zu einer Mobilitätsdrehscheibe mit vielfältigen Angeboten fortentwickeln.

Die Stadt Dortmund hat diesen räumlichen Bereich der Innenstadt in den Blick genommen und möchte ihn entwickeln. Dazu hat sie einen umfangreichen Partizipationsprozess in Gang gesetzt sowie einen städtebaulichen Wettbewerb mit Weiterqualifizierung durchgeführt.

Das Projekt sieht vor, den Hauptbahnhof in Funktion und Gestaltung zu einer Mobilitätsdrehscheibe weiterzuentwickeln. Diese soll auch den Zentralen Omnibusbahnhof für Fernlinienverkehr (ZOB) einbinden, der bislang provisorisch auf dem nördlichen Bahnhofsvorplatz angeordnet ist.

Dazu kommen Grünflächen, die in den urbanen Raum eingebunden werden; Wohnen und gewerbliche Nutzung passen in die großstädtische Umgebung. Das Areal soll der Stadtkulisse südlich des Hauptbahnhofs ein hochwertiges Pendant setzen.

Großstädtisches Areal mit grünem Freiraum

Ausgehend vom Kern der "Mobilitätsdrehscheibe" Hauptbahnhof entwickelt sich ein urbaner neuer Stadtraum. Dieser verknüpft mit großer inhaltlicher Flexibilität verschiedene Nutzungen von Wohnen, Dienstleistungen und Bildung mit Angeboten der Freizeitgestaltung. Dabei stellt das Konzept des Büros "raumwerk" Urbanität in einen unmittelbaren Zusammenhang mit einem hochwertigen Freiraum. Kleinräumige klimatische Ausgleichflächen, Inseln mit kühlerem Mikroklima, die zum Aufenthalt einladen, spielen hier eine wichtige Rolle und entsprechen dem Ansatz einer doppelten Innenentwicklung.

Es gelingt, den Ort mit neuer Identität zu versehen und ihn auch im Hinblick auf sein Image neu zu prägen. Diese Prägung lässt erwarten, dass sie auch auf die Umgebung ausstrahlt und auf die Entwicklung der Nordstadt positiv Einfluss nimmt.

Grafik des städtebaulichen Entwurfs

Grafik des städtebaulichen Entwurfs
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): raumwerk

Inhalte der Machbarkeitsstudie

Die Machbarkeitsstudie betrachtet Erkenntnisse zu funktionalen Aspekten und zu Aspekten der Wirtschaftlichkeit.

Als zu betrachtende funktionale Aspekte wurden durch externe Büros die Themen

  • Verkehr
  • Schallschutz
  • Lufthygiene
  • und Boden geprüft.

Die Gutachter kommen zu positiven Ergebnissen.

Circa 157 Millionen Euro Investitionen seitens Stadt

Die wirtschaftlichen Rahmendaten als Kern der Machbarkeitsstudie hat das Büro Drees + Sommer in Form einer Untersuchung erarbeitet: Etwa 650 Millionen Euro werden im Rahmen dieses Projektes insgesamt investiert (Hoch- und Tiefbau). Davon trägt die Stadt Dortmund etwa 157 Millionen Euro. Hierbei sind Kosten für das Berufskolleg, das innerhalb des Projektgebietes realisiert werden soll, nicht enthalten. Ziel der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung war es, konkret nur die Kosten zu beziffern, die unmittelbare und notwendige Folge der Projektidee sind.

Kernobjekte, die durch die Stadt Dortmund zu tragen sind, umfassen: die Gestaltung des nördlichen Bahnhofsvorplatzes, die Errichtung des Bauwerks "erweiterte Bahnhofshalle/ZOB/Parken/Grüne Spange", die landschaftsplanerische und weitere Gestaltung der "Grünen Spange" für eine öffentliche Nutzung sowie die Anlage der öffentlichen Erschließung der Baufelder.

Ermittelt wurden die Lebenszykluskosten, also nicht nur Investitions-, sondern auch Betriebskosten und etwaige soziale Folgekosten wurden eingebunden. Ebenso galt es, die Aussicht auf Erlöse unterschiedlicher Art zu erfassen, neben Fördermitteln auch Erlöse, die etwa durch den Verkauf von Grundstücksteilen realisiert werden können. Aber auch Erlöse, die sich durch fiskalische Effekte als Folge des Projekts ergeben (z.B. Gewerbesteuereinnahmen etc.), flossen ein.

Das Büro "Gertz Gutsche Rümenapp GbR" aus Hamburg, das hierzu besonders große Erfahrung aufweist, erarbeitete diesen Teil der Aufgabenstellung. Betrachtet wurde ein 30-jähriger Zeitraum bis zum Jahr 2049. Integriert man so all diese Einflussgrößen, verbleibt für die Stadt Dortmund ein wirtschaftliches Ergebnis in Höhe von ca. 154 Millionen Euro an Kosten, gerechnet bis 2049. Aber auch nach dem Zeitraum bis 2049 wird das Projekt jährlich einen Zuschuss von rund einer Millionen Euro verursachen, weil die Kosten nicht rentierlicher Inhalte wie des ZOBs und der Grünanlagen sowie des nördlichen Bahnhofsvorplatzes höher liegen, als die positiven fiskalischen Effekte des Projekts.

Das Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ist als Modellbetrachtung zur Unterstützung der Meinungsbildung und Entscheidungsfindung zu verstehen, nicht als kalkulatorische Angabe zukünftiger Finanzströme.

"nordwärts" will Bürger*innen miteinbeziehen

Für den Norden Dortmunds hat das Projekt "nordwärts" den Anspruch, vor allem aus der Bürgerschaft die Expertise und Initiative zu schöpfen, um Projekte zu initiieren. Als große Vorhaben, die neben der Vielzahl kleinräumig wirkender bestehen, sind zu nennen:

  • die Entwicklung des Geländes der ehemaligen Westfalenhütte,
  • die Entwicklung des Dortmunder Hafens,
  • die Internationale Gartenausstellung 2027 in der Metropole Ruhr,
  • das Entwicklungsprojekt SMART RHINO auf der ehemaligen HSP-Fläche
  • und schließlich dieses Projekt zur Entwicklung des nördlichen Umfeldes des Dortmunder Hauptbahnhofs.

Das neue Quartier an der Nahtstelle zwischen City und Nordstadt markiert mit dem Miteinander von Stadtsilhouette und Grünraum nicht zuletzt auch den Wandel der Stadt Dortmund an dem zentralen Zugang zur Stadt, dem Hauptbahnhof. Auch für die Nordstadt selbst werden daraus starke und nachhaltige Entwicklungsimpulse erwartet.

Weitere Schritte

Die Machbarkeitsstudie weist nach, dass das Projekt unter Betrachtung der funktionalen Aspekte von Verkehr, Emissionen und Boden umsetzbar ist. Die Studie beziffert als wichtige Erkenntnis auch den monetären Aspekt des Vorhabens.

Der Rat der Stadt berät das Ergebnis der Machbarkeitsstudie am 16. Juni 2020. Vorbehaltlich des Beratungsergebnisses sind folgende weitere Schritte vorgesehen:

  • Weitere Differenzierung und Konkretisierung der vorliegenden städtebaulichen Planung.
  • Vorbereitungen zur Einleitung des Bauleitplanverfahrens (B-Plan und FNP-Änderung).
  • Öffentlichkeitsbeteiligung für die inhaltliche Qualifizierung der Grünfläche im Sommer 2020 (vorbehaltlich der Auswirkungen der aktuellen Pandemie).
  • Klärung der Rahmenbedingungen zur Gründung einer Projektgesellschaft mbH als Projektträgerin zur Realisierung des Vorhabens.
  • Erarbeitung eines Finanzierungsmodells inklusive Förderung für die Projektumsetzung.

Die Ergebnisse werden dann ein weiteres Mal den politischen Gremien zu Beratung und Entscheidung vorgelegt. Mit konkreten Baumaßnahmen kann ohnehin erst nach Fertigstellung des Hauptbahnhofsumbaus ab 2025 begonnen werden.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.