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Projekt "nordwärts"

Bild: Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Nordforum Lütgendortmund am 09. Juni 2015

Lüdo "Unter den Linden"

Zum 4. Nordforum haben sich 70 Interessierte am Dienstagabend (9. Juni) im Gemeindesaal der Pfarrgemeinde "Heilige Familie" in Lütgendortmund getroffen. Ihre Aufgabe: Kreative Ideen auszuarbeiten und eine Vision für ihren Stadtbezirk im Jahr 2025 zu formulieren.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp freuten sich darüber, dass so viele Menschen ihrer Einladung gefolgt und bereit waren, sich an der Gestaltung ihres Stadtbezirkes zu beteiligen.

Die zweistündigen Nordforen-Veranstaltungen sind eingebettet in das Projekt "Nordwärts". Durch das Projekt sollen die Stärken der nördlichen Dortmunder Stadteile in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Die Lütgendortmunder Stadtteile Marten, Bövinghausen und Westrich gehören zur Gebietskulisse des "Nordwärts"-Projektes.

Bilderstrecke: Nordforum Lütgendortmund

Gruppentisch 12 Bilder
Kreative Ideen an vier Thementischen beim Nordforum Lütgendortmund
Bild: Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

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Ein Stadtbezirk braucht Kaufkraft

Gastgeber Brankamp begrüßte seine Gäste: "Ich hoffe, dass heute Abend ganz viele Ideen sprudeln und die, die sie auswerten, Spaß daran haben, weil es gute Ideen sind." Oberbürgermeister Ullrich Sierau gab sein persönliches Bekenntnis für den Stadtbezirk ab: "Ich komme gerne hierher, ich fühle mich wohl hier." Er legte aber auch den Finger in die Wunde und definierte, wo nach seiner Ansicht ein Problem liegt: "Dortmund hat eine wachsende Bevölkerung, aber Lüdo nimmt an dieser Entwicklung nicht teil." Daran müsse gearbeitet werden, denn "ein Stadtbezirk braucht Kaufkraft", so Sierau.

"Unter den Linden" gibt’s nicht nur in Berlin

Michaela Bonan, Leiterin des Projektbüros "Nordwärts", verdeutlichte den Charakter des Nordforums: "Wir sind hier auf Schatzsuche, wir sind so etwas wie Goldgräber". Ziel sei es, im Rahmen eines "Welt Cafés" - einer Methode zur freien Entwicklung von Ideen - "innovative Inseln und Demonstrationsprojekte" zu konzipieren. "Wir möchten Ihre Ideen mitnehmen - immer mit Blick auf Übermorgen oder mit dem Blick Ihrer Kinder für deren Zukunft: Sie sind die Experten, Sie wissen, wo der Schuh drückt."

Ihr persönliches Highlight im Stadtbezirk habe sie "In der Meile" bereits gefunden - einer wunderschönen Baum-Allee, der die Aktionsgemeinschaft Martener Kaufleute für ihr Frühlingsfest den Namen "Unter den Linden" gegeben haben. "Wer hätte gedacht, dass es so etwas nicht nur in Berlin gibt?", fragte Bonan augenzwinkernd.

Netzwerken im "Welt Café"

Das "Welt Café" umfasste vier Thementische mit den Schwerpunkten "Flächenentwicklung", "Arbeit, Qualifizierung, Bildung", "Soziales" und "Steigerung der Lebens- und Umweltqualität". Themenpaten - Experten zu den jeweiligen Fachgebieten - moderierten die jeweiligen Diskussionsrunden und unterstützen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei, ihre Projektideen für die Zukunft des Stadtbezirks auszuarbeiten. Dabei sollten sie sich von zwei Fragen leiten lassen, nämlich welche persönlichen Ideen sie für die Zukunft ihres Stadtbezirks hätten und was den Stadtbezirk im Jahr 2025 besonders machen solle.

Dank an die Lütgendortmunder

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stiegen direkt in die Thementisch-Arbeit ein, formulierten ihre Vorstellungen und kamen sogleich zu ersten konkreten Ergebnissen: Ute Cüceoǧlu beschrieb die Notwendigkeit eines "Hauses der Begegnung", das für Vereine und andere, die sich treffen möchten, offen wäre. Norbert Halbeisen von der Stiftung Bethel leitet zwei Häuser für Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Dort gäbe es einen Raum für 23 Personen, der nicht durchgängig genutzt würde und den er für solche Zwecke gerne zur Verfügung stellen würde. Halbeisen bedankte sich bei den Menschen im Stadtbezirk: "Wir fühlen uns in Lütgendortmund total gut aufgenommen und angenommen." Aber auch er war auf der Suche, nämlich nach Betrieben, die bereit wären, Menschen mit Behinderungen eine Chance auf ein Praktikum zu geben.

Gründerzentrum für Gewerbetreibende

Themenpatin Anja Laubrock machte deutlich, dass für die Mitwirkenden das Thema Wohnen eine besondere Bedeutung habe. So stellten sie die Vision nach einem generationenübergreifenden und inklusiven Wohnprojekt auf und definierten den Wunsch, Baulücken mit Projekten für Familien zu schließen. Den Teilnehmenden war es besonders wichtig, dass es in Lütgendortmund eine ganz besondere "Willkommenskultur" gibt, die den Stadtbezirk als Familienwohnort attraktiv macht.

Walter Nickisch, der als Themenpate den Bereich Flächenentwicklung mitbegleitete, berichtete über die Idee, ein Gründerzentrum für junge Gewerbetreibende einzurichten. Auch schlug er für die Verbesserung des Martener Zentrums eine Planerwerkstatt vor, die mit den Menschen gemeinsam vor Ort organisiert werden könnte. Weitere Idee war es, einen "Garten der Kulturen" auf verfügbaren Freiflächen zu entwickeln, in dem jedem Garten ein interkulturelles Gesicht gegeben wird und der ein Ort der Begegnung werden kann.

Mit Blick auf den Bereich Arbeit fasste Themenpatin Barbara Resch die Ideen zusammen: Einzelhandel und Gastronomie sollten gestärkt und Bildungsangebote deutlich ausgebaut werden.

Bonan: "Die Ideen gehören Ihnen"

Dr. Christian Falk, Themenexperte in Sachen Umwelt, resümierte die Anregungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: diese wünschten sich eine Wegeverbindung aller Lütgendortmunder Freiräume und eine Stärkung des Marketings. "Wer weiß, dass es ein so schönes Dellwiger Bachtal gibt?", fragte Falk.

Projektleiterin Michaela Bonan zeigte sich am Ende des Abends zufrieden mit den Ergebnissen und sagte mit Blick auf den weiteren "Nordwärts"-Prozess: "Die Ideen gehören Ihnen und können nur gelingen, wenn Sie daran mitwirken, eigene Projekte zu entwickeln.

Anja Kador