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Projekt "nordwärts"

Bild: Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Nordforum Mengede am 02. Juni 2015

Ausgetretene Pfade verlassen

Full house im Heinrich-Heine-Gymnasium: Mehr als 80 Interessierte waren am Dienstagabend (2. Juni) in die Schulaula gekommen, um gemeinsam für den Stadtbezirk Mengede neue Konzepte zu entwickeln.

Nordforum heißt das Format, zu dem Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch eingeladen hatten. Es war die zweite Veranstaltung dieser Art, die im Rahmen der Initiative "Nordwärts" in den nördlichen Stadtbezirken Dortmunds stattfinden. Ziel der zweistündigen Zusammenkunft war es, im Rahmen eines "Welt Cafes" - einer Methode zur freien Entwicklung von Ideen - gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern visionäre Projekte zu entwickeln.

Nordforum hat Werkstattcharakter

Oberbürgermeister Ullrich Sierau war zuversichtlich, dass das gelingen würde: "Es gibt in Mengede eine Vielzahl von zivilgesellschaftlichem Engagement. Darauf können Sie stolz sein." Sierau erläuterte, dass das Nordforum Werkstattcharakter habe: "Wir benötigen Ihre Expertise", betonte der Oberbürgermeister - zum Beispiel, um für die Fläche des stillgelegten Kraftwerks Knepper ein neues Nutzungskonzept zu entwickeln.

Harriet Ellwein, Moderatorin des Abends und Mitarbeiterin des städtischen Projektbüros "Nordwärts", schickte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an vier Thementische des "Welt Cafes" mit den Schwerpunkten "Flächenentwicklung", "Arbeit, Qualifizierung, Bildung", "Soziales" und "Steigerung der Lebens- und Umweltqualität". Themenpaten - Experten zu den jeweiligen Fachgebieten - moderierten die jeweiligen Diskussionsrunden und unterstützen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei, ihre Projektideen für die Zukunft des Stadtbezirks auszuarbeiten.

Bilderstrecke: Nordforum Mengede

2025 geht’s in Mengede zum Meer

Aula des Heinrich-Heine-Gymnasiums 6 Bilder
Über 80 Interessierte kamen in die Aula des Heinrich-Heine-Gymnasiums
Bild: Stadt Dortmund / Gaye Suse Kromer

Alle Bilder dieser Serie finden Sie auch im Medienportal.

Wie soll Mengede 2025 aussehen?

Ellwein nahm den Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Befürchtung, dass bereits bestehende und gut funktionierende Projekte ersetzt und Doppelarbeit geleistet würde. Sie nannte das Leitmotiv für die Diskussionsrunden an den Thementischen: "Wir denken nach vorne - in die Zukunft." Die Moderatorin lud die Gäste ein, sich an zwei Fragen zu orientieren, nämlich welche persönlichen Ideen sie für die Zukunft ihres Stadtbezirks hätten und was den Stadtbezirk im Jahr 2025 besonders machen solle.

Die Idee, mit Hilfe des "Welt Cafes" Menschen in lockerer Atmosphäre einfach ins Gespräch zu bringen, ging auf: So wünschte sich eine Teilnehmerin eine Wiederbelebung des Ortskerns von Mengede und identifizierte den Leerstand von Ladenlokalen als Hauptproblem. Martina Zimmer Kembügler, selbst Inhaberin eines Geschäftes, schlug vor, interessierten Händlern ein leerstehendes Lokal für einige Zeit ohne Miete zu überlassen, um sie für den Standort zu gewinnen und zu überzeugen. So einigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Versuch, Leerstände durch unkonventionelle Geschäftsmodelle besser zu vermarkten.

Positive Ausstrahlung für den Stadtbezirk

Ganz hoch im Kurs stand der Wunsch an die Stadt, Rahmenbedingungen für ein einfacheres Zusammenleben im Stadtbezirk zu schaffen. So fehlten Räume, wo sich Vereine, Parteien und besonders junge Erwachsene und Jugendliche treffen könnten.

Mit Blick auf den von den Mengedern als Schandfleck empfundenen "Peters-Bau" - eine nie fertig gestellte Gewerbe-Immobilie im Ortskern - erhoffte sich Bezirksverwaltungsstellenleiter Michael Konrad: "Der Stadtteil soll von vorneherein eine positive Ausstrahlung haben." Seine Vision für 2025: der "Peters-Bau" verschwindet und das Eingangstor ist ein Schöneres.

Top-Adresse: Mengeder Meer

Besonders am Herzen lag den Mitwirkenden das Thema Umwelt und Grünflächen. So wünschten sie sich einen grünen Kreis um Mengede, forderten Grünflächen grundsätzlich nicht anzutasten und zu prüfen, ob weitere Flächen entsiegelt werden könnten sowie die ehemalige Hoeschbahntrasse als "Band durch den Stadtbezirk" zu entwickeln.

Eine erstklassige Vision haben die Bürgerinnen und Bürger für das Hochwasserrückhaltebecken in Mengede: Diesen Standort möchten sie bis 2025 als Top-Adresse für Natur im Stadtbezirk entwickelt sehen. Themenpatin Barbara Resch sagte dazu: "Wir haben den Namen gefunden: Mengeder Meer."

Anja Kador