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Projekt "nordwärts"

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Nordforum Scharnhorst am 11. Juni 2015

In Scharnhorst ist alles "vom Besten"

Gut 70 Interessierte trafen sich beim 5. Nordforum am Donnerstagabend (11. Juni) in der Franziskus-Gemeinde an der Gleiwitzstraße, um kreativen Ideen freien Lauf zu lassen und eine Vision für ihren Stadtbezirk Scharnhorst im Jahr 2025 zu entwickeln.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny hatten die Scharnhorsterinnen und Scharnhorster eingeladen, sich an der Gestaltung ihres Stadtbezirkes zu beteiligen. Die zweistündigen Nordforen-Veranstaltungen sind eingebettet in das Projekt "Nordwärts". Durch das Projekt sollen die Stärken der nördlichen Dortmunder Stadteile in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Dazu entwickeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam im Rahmen eines "Welt Cafes" - einer Methode zur freien Entwicklung von Ideen - visionäre Projekte.

Industriebrachen: Chancen für Arbeitsplätze

Pasterny machte in einem kleinen "Werbeblock" auf die starken - und besonders die grünen - Seiten seines Stadtbezirks aufmerksam: "Wir haben sehr viel Freiraum, Wälder, Felder Wiesen - und wir haben den Lanstroper See." Als weiteres Plus nannte er die Industriebrachen: "Sie geben uns Chancen auf Arbeitsplätze." Pasterny merkte aber auch an, dass im Norden gehörig nachjustiert werden müsse. Bei Oberbürgermeister Sierau bedankte er sich, dass dieser das Projekt "Nordwärts" auf den Weg gebracht habe.

Sierau veranschaulichte den Charakter des Projektes: "Das was heute schon an Positivem da ist, wird in ein neues Licht gerückt und damit noch wertiger gemacht." Deutlich machte er das an der Idee, alle bestehenden Freiräume des Dortmunder Nordens in einem Erlebnis- und Kulturpfad miteinander zu verbinden. "Man braucht den Norden nicht zu verlassen", so der Oberbürgermeister, "man braucht ihn nur noch zu genießen."

Bilderstrecke: Nordforum Scharnhorst

Gruppenarbeit an einem Tisch 9 Bilder
Auch in Scharnhorst lud die Projektgruppe 'Nordwärts' zum Nordforum ein
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

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Vier Thementische im "Welt Cafe"

Harriet Ellwein, Moderatorin des Abends und Mitarbeiterin des städtischen "Nordwärts"-Projektbüros war auch schon vor Beginn des Nordforums ganz von den sympathischen Menschen und ihrem Stadtbezirk eingenommen. Im Gespräch habe sie erfahren: "In Scharnhorst gibt es nur 'vom Besten' - von der Bibliothek bis zur Eisdiele." Diese habe sie bereits ausprobiert und könne das nur bestätigen, so Ellwein mit einem Augenzwinkern.

Da das "Nordwärts"-Team - bei aller positiver Beurteilung des Stadtbezirks seitens der Scharnhorster - dennoch auf viele innovative Einfälle und Meinungen hoffte, schickte Ellwein die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an vier Thementische des "Welt Cafes" mit den Schwerpunkten "Flächenentwicklung", "Arbeit, Qualifizierung, Bildung", "Soziales" und "Steigerung der Lebens- und Umweltqualität". Themenpaten - Experten zu den jeweiligen Fachgebieten - moderierten die jeweiligen Diskussionsrunden und unterstützen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei, ihre Projektideen für die Zukunft des Stadtbezirks auszuarbeiten.

"Greveler Alm" bietet Blick ins Umland

Dort sprudelten die Gedanken für eine Aufwertung des Stadtbezirks: So gab es die Idee in die ausgetrocknete “Alte Körne“ Wasser hineinzupumpen, um dem ehemaligen Fließgewässer neues Leben einzuhauchen. Interessierte formulierten den Wunsch nach einem Gesamtkonzept für ein Naherholungsgebiet rund um Lanstroper See, Malakowturm, Lanstroper Ei und der Deponie Grevel, einer künstlichen Erhebung aus ehemaligen Müllkippen. Sie wird im Volksmund "Greveler Alm" genannt, ist ein Biotop für Pflanzen und Tiere und bietet einen phantastischen Weitblick ins Umland.

Das Herz der Menschen erreichen

Auch in Sachen Arbeit und Soziales spielte das grüne Scharnhorst eine Rolle: Bürgergärten, so eine Anregung, könnten gemeinsames Gärtnern mit der Möglichkeit von Qualifizierung und Beschäftigung verbinden. Die Aufwertung der einzelnen Stadtteile durch die Gestaltung zentraler Plätze in der Ortsmitte, Bürgerinnen und Bürger miteinander ins Gespräch bringen war ein Einfall, den viele Teilnehmer befürworteten. Ein weiterer Gedanke war, die Einrichtung eines "Demenzdorfes" im Stadtbezirk zu überlegen - einer speziellen Wohnform für demenziell erkrankte Menschen.

Immer wieder merkten die Mitwirkenden an, wie wichtig es sei, auf die Menschen mit Migrationshintergrund zuzugehen und sie persönlich anzusprechen. Karl-Heinz Krummes Vision für 2025: "Ich möchte ein Scharnhorst, wo Multi-Kulti wirklich funktioniert und nicht jeder isoliert ist." Man solle Projekte wie den russisch-deutschen Chor fördern. Krumme ist überzeugt: "Man kann das Herz der Menschen nur erreichen, wenn man gemeinsam an ihre Heimat erinnert. Das erscheint mir wichtig."

Anja Kador