Dortmund überrascht. Dich.
Denkmalgeschützes Haus in der Feldherrnstraße

Denkmalbehörde

Bild: Denkmalbehörde / Günther Wertz

Heft 09: Am Wegesrand – Von Bestattungen und Gebäuden an der St. Petrikirche

Viele Dortmunder waren überrascht, als 2012 die Archäologen bei den Ausgrabungen an der St. Petrikirche Skelette freilegten. Kaum einer nimmt heute noch die Plätze um die Dortmunder Stadtkirchen als ehemalige Friedhöfe wahr. Doch diese Kirchhöfe dienten auch als Bestattungsorte der zugehörigen Gemeinden, wie der an der St. Petrikirche mit ihrem etwa 500 Jahre alten Friedhof.
Seit einigen Jahren legt die archäologische Forschung verstärkt ihren Fokus auf die Untersuchung christlicher Gräber. Entgegen bisherige Annahmen sind sie nicht einheitlich ausgestattet. Sowohl die unterschiedlichen Konfessionsrichtungen als auch - entgegen dem christlichen Grundgedanken vor Gott seien alle Menschen gleich – Statusdenken und Standesbewusstsein drücken sich im Bestattungsritus aus. Bei jedem archäologischen Spatenstich in Friedhofserde wird deutlicher, dass sich die vermeintliche "Gleichheit" im Verlauf der Neuzeit mehr und mehr auflöst und sich zahlreiche regionale, religiöse, soziologische und chronologische Differenzierungen herausbilden.
Die Entwicklung christlicher Bestattungsbräuche mit Schmuck, Totenkronen und Beigaben eines der spannenden Themen in dem neuen Heft. Genauso aufschlussreich sind weitere Erkenntnisse zur frühen Stadtentwicklung Dortmunds. Denn für die Errichtung der St. Petrikirche wurde bebautes Land umgenutzt.
Als Autor des neuen Heftes konnte Dr. Mathias Austermann gewonnen werden, Archäologe und ausgewiesener Kenner westfälischer Fundmaterialien. Er hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit christlichem Bestattungswesen und früher Stadtentwicklung beschäftigt und alles in der spannenden und inhaltsreichen Veröffentlichung zusammengestellt.