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Alte Loren, Kabeltrommeln und Zahnräder an der Zeche Zollern

Denkmalbehörde

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Kultur

Mehr als fünfzig Mal "Entdecken, was uns verbindet" am Tag des offenen Denkmals

Nachricht vom 03.09.2018

Am Sonntag, 9. September 2018, um 11:00 Uhr, eröffnet der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau im frisch sanierten Fritz-Henßler-Berufskolleg (Brügmannstr. 25-27a) den diesjährigen Tag des offenen Denkmals in Dortmund. Er steht unter dem Motto "Entdecken, was uns verbindet".

Steigerturm in Berghofen

Der Steigerturm in Berghofen wird Ort der Begegnung.
Bild: B. Treude

Das beeindruckende Schulgebäude wurde 1910 als Handwerker- und Kunstgewerbeschule erbaut und in den letzten drei Jahren aufwendig renoviert. Heutiger Namenspate ist der ehemalige Dortmunder Oberbürgermeister Fritz Henßler (1886-1953), ein überzeugter Europäer, der 1952 zu den ersten Mitgliedern des Europaparlaments gehörte.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau hatte das umfangreich sanierte Fritz-Henßler-Berufskolleg am Mittwoch, 5. September, offiziell übergeben. Schüler und Lehrer des Kollegs informieren am 9. September über die Baugeschichte und den denkmalgerechten Um- und Ausbau des Gebäudes, der erst vor kurzem abgeschlossen wurde. Für die musikalische Unterhaltung am Vormittag sorgt das Gesangsquartett "The Nightingales".

Veranstaltungen an 48 Standorten in allen Stadtbezirken

Das bundesweite Motto "Entdecken, was uns verbindet" knüpft an das von der Europäischen Kommission für 2018 ausgerufene Kulturerbejahr an, das mit "Sharing Heritage" zum Entdecken von Gemeinsamkeiten im europäischen Kulturraum aufruft.

Den Tag über gibt es in allen Dortmunder Stadtbezirken Angebote für die ganze Familie. An 48 Standorten vermitteln die zumeist ehrenamtlich Engagierten "ihr" Denkmal unter dem Tagesmotto "Entdecken, was uns verbindet". Der Eintritt ist überall frei. Einige Veranstalter bitten zur Unterstützung ihres ehrenamtlichen Engagements lediglich um eine Spende.

Zum 25. Mal beteiligt sich Dortmund in diesem Jahr an der deutschlandweit größten Denkmalveranstaltung, die 1993 erstmals von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz initiiert wurde. Und sie erfreut sich in Dortmund großer Beliebtheit: Fast regelmäßig nehmen jeweils mehr als 10.000 Besucher an dem Programm teil.

Eisengießer am Steinplatz

Der Historiker Klaus Winter erinnert an den Steinplatz (heute Freiherr vom Stein-Platz).
Bild: Klaus Winter

Entdeckungstouren durch die Dortmunder Denkmallandschaft

Über den Tag verteilte Rundgänge laden zu Entdeckungstouren durch die Dortmunder Denkmallandschaft ein: So führt zum Beispiel der Historiker Klaus Winter durch das ehemalige "Herz der Stadt", den einst von Kaufhäusern umstandenen "Steinplatz" (13:00 und 14:30 Uhr, Treffpunkt: Freiherr-vom-Stein-Platz). Die Architektin Dr. Alexandra Apfelbaum veranschaulicht die Besonderheiten der 1968 eröffneten Technischen Universität (12:30 und 14:30 Uhr, Haupteingang der Bibliothek am Campus Nord). Der Künstler Nikolai Hering lädt zu einem Literarischen Spaziergang im Rombergpark ein (12:00 und 15:00 Uhr, Torhaus, Eingang Nord) und die Archäologin Christiane Althoff zu einem kulturhistorisch-archäologischen Spaziergang entlang der historischen Handelswege Dortmunds (12:30 Uhr, Ostenhellweg 62).

Auch an anderen Orten werden besondere, für den Denkmaltag vorbereitete Führungen angeboten. So führen Werner Pawlak, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Hoesch-Museums, und der Historiker Matthias Dudde entlang der Rheinischen Straße vom ehemaligen Verwaltungsgebäude der Union Hüttenwerke (dem späteren Versorgungsamt; eine Innenbesichtigung des Gebäudes ist allerdings in diesem Jahr nicht möglich!) bis zum Ofenplatz und zum Union Gewerbehof an der Huckarder Straße. Dort übernimmt dann Geschäftsführer Hans-Gerd Nottenbohm die Interessierten für einen Rundgang durch diesen lebendigen Ort der Kreativwirtschaft (Start ab Rheinische Straße 173: 13:00 und 15:00 Uhr; Start am Gewerbehof: 14:30 und 16:30 Uhr, Huckarder Str. 10). Gleichzeitig beteiligt sich ganz in der Nähe erstmals die Polnische Katholische Mission in der Kirche St. Anna (Rheinische Straße 174) am Denkmaltag. Unter den neu zugewanderten Arbeitern der Union Hüttenwerke waren im späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts viele Katholiken, für sie wurden unter anderem St. Anna und weiter im Norden die katholische Kirche St. Aposteln errichtet, die auch neu am Denkmaltag teilnimmt. Der Historiker Dr. Thomas Parent bietet dort Kurzführungen an unter dem Thema "Kaiser Wilhelm II., Ruhrpolen und Kriegsflüchtlinge" und erklärt in diesem Zusammenhang die Kirchenfenster des Malers Günther Reul (Start: 16:00 und 17:00 Uhr, Clemens-Veltum-Straße 100).

Wie in den Vorjahren sind wieder viele evangelische Kirchen aus dem ganzen Stadtgebiet mit eigenen Angeboten dabei. Führungen zum Thema "Reinoldi in der Welt – Die Welt in Reinoldi" in St. Reinoldi (14:00 und 15:00 Uhr) oder "Wenn Altäre ihre Flügel öffnen: Die weite Welt ganz nah" (St. Marien, im Anschluss an die Orgelmusik ab 11:30 Uhr) zeigen die vielfältigen Entdeckungen, die das diesjährige Thema zulässt.

Auch die Dorstfelder Vereine bieten wieder ein interessantes Programm in der Zechensiedlung Oberdorstfeld und der Waschkaue der ehemaligen Zeche Dorstfeld an. Dort zeigt die Ausstellung "Glückauf in Deutschland" die Geschichte der Arbeitsmigration türkischer Jugendlicher, die in den 1960er Jahren ins Ruhrgebiet kamen.

Zahlreiche Angebote für Erwachsene und Kinder hat der Verein "Unsere Mitte Steigerturm e.V." vorbereitet, der sich um das alte Feuerwehrgerätehaus mit zugehörigem Steigerturm in Berghofen kümmert. Ab 2020 soll das Gebäude als Kristallisationspunkt einer Quartiersentwicklung ein Ort sozialer und kultureller Begegnung werden.

Die Mitglieder des Bücherteams der Kirchengemeinde St. Nikolaus von Flüe in Neuasseln machen sich am 9. September mit Kindern und Jugendlichen auf die Suche nach Spuren der Zeche Schleswig. Was verbinden Menschen des Ortsteils heute noch mit dem Bergbau vor Ort, und was verbindet die Gründung der Kirchengemeinden in Asseln, Brackel und Neuasseln mit dem Bergbau? Eine Rallye und eine Fahrradtour stehen ebenso auf dem Programm wie ein Vortrag einer Absolventin des Aufbaustudiengangs Denkmalpflege.

Am Fachwerkwohnhaus am Schlagbaum (Große Riedbruchstraße 1 in Mengede) liegt im ehemaligen Kiosk eine Karte mit Tourenvorschlägen "von Denkmal zu Denkmal" im Dortmunder Stadtgebiet bereit, die ganz individuell per Fahrrad, Motorrad oder Auto, auch gern älteren Baujahres, erfahren werden kann – und wieder an der Tankstelle aus den 1930er Jahren, heute Oldtimerwerkstatt, endet.

Organisatorinnen und Organisatoren stellten das Programm zum Tag des offenen Denkmals 2018 vor

Organisatoren stellten das Programm zum Tag des offenen Denkmals 2018 vor.
Bild: Gaye Suse Kromer / Dortmund-Agentur

Diskussion über die "Nachkriegsmoderne im Europäischen Kulturerbejahr" als Abschluss in der ehemaligen WestLB/Dresdner Bank, heute DOC

Der Abschluss des Tages des offenen Denkmals findet in Kooperation mit dem Projekt "Big Beautiful Buildings" ab 17:00 Uhr in dem Gebäude statt, in dem früher die WestLB ihren Sitz hatte und in dem sich heute das Dortmunder Centrum für Medizin und Gesundheit (DOC) befindet (Kampstraße 45/47). Tim Rieniets, Geschäftsführer von StadtBauKultur NRW, wird zu Beginn die Auszeichnung "Big Beautiful Buildings" für das von Harald Deilmann, einem der bekanntesten deutschen Architekten des 20. Jahrhunderts, entworfene Gebäude überreichen.

Das anschließende Podium mit Tim Rieniets (Geschäftsführer von StadtBauKultur NRW), Prof. (em.) Dr. Ing. Renate Kastorff-Viehmann (Bau-, Technik- und Stadtbaugeschichte an der FH Dortmund), Dipl.-Ing. Yasemin Utku (Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung, Fakultät Raumplanung, TU Dortmund) und Dipl.-Ing. Architekt Richard Schmalöer (BDA und Stadtplaner, Schamp & Schmalöer) diskutiert über die Dortmunder Nachkriegsarchitektur, den älteren Baubestand der Stadt sowie über europäische Bezüge der Dortmunder Architektur aus den 1950er/-70er Jahren. Beiträge aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht.

Richard Ortmann gibt mit Saxophon, Tonbandgerät und Synthesizer den Sound der Zeit wider.

Zuvor führen ab 15:00 Uhr die Architektin Dipl.-Ing. Katrin Lichtenstein und Projektmanager Christoph Wimmeler durch das DOC.

Öffel-TagesTicket

Partner des Denkmaltags ist zum dritten Mal das städtische Verkehrsunternehmen DSW21 mit einem sogenannten Öffel-TagesTicket. Damit werden kostenlos alle Dortmunder Haushalte beliefert und können es am 9. September 2018 nutzen. Einzige Voraussetzung: Sie haben ein abgestempeltes Öffel-TagesTicket in der Tasche. Bis zu zwei Erwachsene mit beliebig vielen eigenen Kindern unter 15 Jahren fahren mit dem Öffel-TagesTicket an diesem Tag kostenlos auf allen Stadtbahn- und Buslinien von DSW21 (für S-Bahnen, RE- und RB-Linien sowie auf dem Stadtgebiet von Lünen oder Schwerte gilt das Ticket nicht.) Die Öffel-TagesTickets werden zusammen mit einem Gewinnspiel am 3., 4. und 5. September verteilt. Wer kein Ticket erhalten hat, kann dies zwischen dem 6. und 8. September an einer der 45 externen DSW21-Vertriebsstellen abholen, solange der Vorrat reicht. Die Tickets sind dann auch in den KundenCentern Petrikirche und Hörde sowie dem Haltepunkt Kampstraße erhältlich.

Touren von Denkmal zu Denkmal können mit dem Fahrtenplaner auf Fahrtenplaner Tag des offenen Denkmals ganz einfach mit Bus und Bahn geplant werden.

Aktuelle Ergänzungen zum Denkmalheft

Folgende Änderung bzw. Ergänzungen gelten ergänzend zum gedruckten Programmheft des Denkmaltages 2018:

Innenstadt-Nord/ Programmpunkt Nr. 27: Borsigplatz und Umgebung

Durch die Veranstaltung Still-Leben Borsigplatz ist die Zugänglichkeit am 9. September zum Borsigplatz nur fußläufig möglich, der gesamte Bereich ist für PKW und den ÖPNV gesperrt. Die Bahn U44 endet an diesem Tag an der Haltestelle Geschwister-Scholl-Straße.

Ergänzender Programmpunkt: Alte Kirche Wellinghofen

An der Kirche 1, 44265 Dortmund, Ortsteil: Wellinghofen

Haltestelle: Do-Wellinghofen (Bus 442, 447), Fußweg ca. 2 min

Die Evangelische Kirchengemeinde Wellinghofen öffnet die Alte Kirche von 11:00 bis 18:00 Uhr. Zu jeder vollen Stunde bieten Mitglieder des Arbeitskreises "Offene Alte Kirche" eine historische Führung an (Dauer: ca. 30 Minuten). Die Führung erzählt die bewegte Geschichte der Alten Kirche, die bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht.

Über die Jahrhunderte veränderte die Kirche immer wieder ihr Gesicht: Nach einer Brandkatastrophe wurde sie im 12. Jahrhundert als romanische Kreuzsaalkirche neu errichtet, im 14. Jahrhundert zu einer gotischen Hallenkirche erweitert und schließlich Anfang des 20. Jahrhunderts noch einmal stark umgebaut. Bis heute sind Teile der mittelalterlichen Ausmalung der Kirche und der mittelalterliche Taufstein erhalten, dazu die Orgel des bedeutenden Orgelbauers Johann Georg Alberti von 1709. Außerdem sind in der Kirche eine Reihe von Grabsteinen der Familie von Romberg aus dem 17. und 18. Jahrhundert zu besichtigen. Aus jüngster Zeit stammen die modernen Kirchenfenster von Wilhelm Buschulte und das moderne Altarkreuz sowie von Abraham Fischer der Fürbittleuchter.

Zum Thema

Dank der Unterstützung der Sparkasse Dortmund konnte die Denkmalbehörde der Stadt Dortmund wieder eine Programmbroschüre herausgeben. Diese bietet auf etwas mehr als 100 Seiten neben ausführlichen Beschreibungen aller Programmpunkte eine Übersichtskarte plus sechs Artikel von Denkmalexperten.

Die Broschüre ist ab sofort an vielen Stellen im Stadtgebiet kostenlos erhältlich: im Rathaus, in der Tourist-Information in der Kampstraße, in den Bezirksverwaltungsstellen, in den DSW21-KundenCentern, in Bibliotheken, im Stadtarchiv, im Museum für Kunst und Kulturgeschichte sowie bei der Denkmalbehörde im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt am Burgwall. Außerdem steht die Programmbroschüre als Download auf der Internetseite der Denkmalbehörde zur Verfügung, www.denkmalbehoerde.dortmund.de unter "Tag des offenen Denkmals 2018". Dort werden auch aktuelle Hinweise auf Abweichungen von der Broschüre oder nach Redaktionsschluss bekannt gewordene Aktivitäten veröffentlicht.