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Denkmalbehörde

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Denkmal des Monats Febraur 2018

Ein Fachwerkhaus wird eingepackt - Wohn- und Geschäftshaus Husener Straße 54

Nachricht vom 02.02.2018

Das Gebäude, das die Denkmalbehörde Dortmund als Denkmal des Monats Februar 2018 ausgesucht hat, wird gerade im Februar einige Zeit nicht zu sehen sein. Grund ist eine intensive Schädlingsbekämpfung, für die das Objekt eingepackt werden muss. Viele Dortmunder werden es kennen und zahlreiche Erinnerungen damit verknüpfen.

Ein Fachwerkhaus wird eingepackt - das Wohn- und Geschäftshaus Husener Straße 54

Bild: Denkmalbehörde / Günther Wertz

Vor allem in den Siebziger und Achtziger Jahren tauchte die Adresse Husener Straße 54 in den Medien auf, aber nicht wegen ihrer Denkmaleigenschaft, sondern wegen ihrer Nutzung. Und hier wird bei vielen Dortmunderinnen und Dortmundern ein Aha-Erlebnis einsetzen. Sogar die Sendung Hier und Heute des WDR berichtete damals über das "Sacré Coeur"! Eine Besucherin erzählt noch heute: "Als meine Mutter das sah, war ihr Kommentar nur: Da geht ihr aber nicht hin. Natürlich sind wir doch ins Sacré Coeur. Husen war zwar nicht gut erreichbar. Aber wenn man zum Bahnhof Wickede fuhr, konnte man damit rechnen, dass von dort Autos zum Sacré Coeur fuhren, die einen mitnahmen." Dabei war das Sacré Coeur keine schicke Diskothek wie in der Innenstadt, sondern eher bodenständig. Gespielt wurde Rockmusik. Wenn man sich unterhalten wollte, ging man in die angegliederte Teestube, wo es auch Kleinigkeiten zu essen gab. "Köstlich waren die Champignons in Bierteig".

Bergbau als Standortfaktor

Begonnen hat die Geschichte im Jahre 1868. Damals erwarb Heinrich Lünenbürger, "Krämer zu Husen", das ursprünglich als Weide und Garten genutzte Grundstück. Urkundlich erwähnt ist zu dieser Zeit der neue Zechenkomplex Courl der Massener Gesellschaft für Kohlebergbau in unmittelbarer Nachbarschaft. Auch die ersten Häuser für die Zechenarbeiter und -beamten sind bereits waren bereits errichtet worden und Heinrich Lünenbürger nutzte die günstige Gelegenheit, hier ab 1875 ein Gebäude mit Gastwirtschaft und angegliedertem Laden zu bauen. Bis dahin war man im bäuerlichen Husen weitestgehend Selbstversorger gewesen. Auch eine Gastwirtschaft wurde vorher nicht benötigt, Feste feierte man auf den Tennen der eigenen Höfe. Doch mit dem Zuzug der Zechenarbeiter änderten sich vielfach die Lebensumstände. Lebensmittel musste man in einem nahe gelegenen Laden zukaufen können. Für Familienfeste ging man ins Gasthaus, weil die Arbeiterwohnungen zu klein waren.

Repräsentation an prominenter Stelle

Ein wichtiger Faktor war auch, dass die Arbeiter im Gegensatz zur bäuerlichen Bevölkerung über feste Freizeit verfügten. Im Vergleich zu heute war die freie Zeit zwar gering bemessen. Aber es reichte immerhin für ein Bier am Feierabend oder einen Sonntagnachmittag auf der Kegelbahn. Erweiterungen und Anbauten wurden daher bald notwendig. Um 1905 gab es neben Wirtsstube und Küche eine Kegelbahn, Gesellschaftszimmer und einen Saal. Gastwirt Lünenbürger achtete auf die repräsentative Wirkung seines Hauses. Zu Hilfe kam ihm dabei die Lage in einer Straßenkurve, so dass es im Grunde zwei Schauseiten hat. Diese wirken trotz der An- und Umbauten zwischen 1875 und 1905 wie aus einem Guss gestaltet. So sind die Fachwerkstreben symmetrisch angelegt, um ein ausgewogenes Muster zu bilden. Besonders schön gestaltet ist das hölzerne Traufgesims unter dem Dach, das den Zahnschnittfries eines antiken Tempels imitiert.

Schädlingsbefall und -bekämpfung

Nach dem Aufschwung des Sacré Coeur in den 1970er und 1980er Jahren ebbte der Zuspruch langsam ab. Bis Anfang der 2000er Jahre überlebte die Diskothek, anschließend folgte für einige Jahre das Paint House. Doch seit 2011 steht das Haus leer und ist inzwischen ein wortwörtlich gefundenes Fressen für alle möglichen Holzschädlinge. Ein Sachverständiger stellte den Befall durch Insekten, wie den Gewöhnlichen und den Bunten Nagekäfer sowie Pilze, wie Braunfäule, Weißfäule, Haussporling, Braunen Kellerschwamm, Moderfäule und Tintlinge fest. Allen gemein ist, dass sie in feuchter Umgebung gedeihen. Während aber die Pilze eine größere Feuchtigkeit benötigen (ab 20 %), die besonders durch den Leerstand und eindringendes Regenwasser in den letzten Jahren eintrat, geben sich die Insekten mit einer geringeren Feuchte von 10-12 % zufrieden. Diese kann schon durch nicht sachgerechte Innenverkleidungen entstanden sein, etwa dem Blechbelag der Tanzfläche. "Das Sacré Coeur war früher schon ein bisschen feucht und muffig", so eine Besucherin. Die pilzbefallenen Hölzer müssen ausgetauscht werden. Die Nagekäfer kann man dagegen mit Heißluft bekämpfen, da das körpereigene Eiweiß ab 40° Celsius gerinnt und die Tiere absterben. Deshalb wird das ganze Haus eingepackt und erwärmt. Für die Dortmunder Denkmalpfleger ist diese bewährte Methode der Schädlingsbekämpfung ein Novum. Nach der – hoffentlich - erfolgreichen Sanierung, zu der natürlich noch viele weitere Schritte gehören, plant der neue Eigentümer, eine Bäckerei mit Café und Wohnungen einzurichten. Ein neuer Abschnitt in der langen Geschichte des Gebäudes kann dann beginnen.

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