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Denkmalbehörde

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Denkmal des Monats

Neues Museum zieht am Westfalendamm ein: Internet-Star zeigt Auto-Ausstellung

Nachricht vom 08.01.2021

In Dortmund wartet ein neues Museum auf die Eröffnung: "PACE" zeigt die Welt der Autos - vom klassichen Oldtimer über den kleinen Käfer bis zum modernen Rennwagen. Das Gebäude am Westfalendamm hat eine lange Geschichte - und wurde deswegen von der Denkmalbehörde als Denkmal des Monats ausgewählt.

Denkmal des Monats Januar 2021: Vom Auto-Super-Markt zum Automuseum – das Geschäftshaus Westfalendamm 106–108 in der Innenstadt-Ost

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Michael Holtkötter

Die Historie des Gebäudes am Westfalendamm 106-108 "rollt" zurück bis in die 1960er Jahre: Im Herbst 1961 eröffnete der Kaufmann Hans Wilke dort sein Autohaus. Auf dessen Dach war damals in Neonschrift "Auto-Super-Markt" zu lesen - zu dieser Zeit eine moderne Bezeichnung. Deutschland war Anfang der 1960er Jahre der drittgrößte Autoproduzent weltweit. Auf den Straßen waren bereits fünf Millionen Pkw unterwegs - nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes. Der Individualverkehr nahm zu und das Automobil war das Mittel der Wahl. "Somit ist das damalige Autohaus auch ein Zeugnis der Geschichte. Inzwischen gibt es in Dortmund nur noch ein weiteres Autohaus, das seit der Nachkriegszeit besteht", so Michael Holtkötter von der Denkmalbehörde der Stadt Dortmund. "Zu Anfang strahlte es noch in weiß, später wurden die Flächen zwischen der Verglasung schwarz gestrichen."

Auto-Experte und YouTube-Star will Museum eröffnen

Der jetzige Eigentümer des Hauses wurde erst 19 Jahre nach der Eröffung des Autohauses geboren: Jean-Pierre "JP" Kraemer ist über Dortmunds Grenzen hinaus für seine Auto-Leidenschaft bekannt. Der Unternehmer besitzt unter anderem eine Autowerkstatt, in der er Fahrzeuge nach individuellen Wünschen modifiziert. Mit Videos auf seinem YouTube-Kanal lässt er seine über eine Millionen Abonnenten daran teilhaben und erreicht so Fans im ganzen Land. Mit dem Kauf des Autohauses vor rund einem Jahr erfüllte sich Kraemer einen Kindheitstraum: "Viel lieber als die Autos, wollte ich schon als Kind das Autohaus kaufen." Der Dortmunder ist in der Nähe des jetzigen Museums aufgewachsen.

Nutzung des geschützten Gebäudes im Kern nicht verändert

Das Aussehen des ehemaligen Autohauses hat sich kaum verändert. Der neue Eigentümer hat die schwarze Farbe aufgefrischt, neue Schriftzüge angebracht und unter anderem Plateaus für die Ausstellung der Automobile aufgebaut. Aktuell steht aktuell unter vorläufigem Denkmalschutz. "Für die Nutzung als Autoverkaufsfläche genügt es den heutigen Ansprüchen nicht mehr. Doch die Nutzung des Gebäudes hat sich im Kern nicht verändert. So wie damals, wird es heute wieder für die Präsentation von Autos genutzt, was aus Sicht der Denkmalpflege ein echter Glücksfall ist", so Holtkötter.

Denkmal des Monats Januar 2021: Vom Auto-Super-Markt zum Automuseum – das Geschäftshaus Westfalendamm 106–108 in der Innenstadt-Ost

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Michael Holtkötter

Das Haus ist ein Teil der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Stellung, die das Automobil in den 1950er und frühen 1960er Jahren in der deutschen Gesellschaft einnahm und macht damit den Denkmalwert aus.

Architekt des Autohauses entwarf auch Florianturm

Entworfen hat das Gebäude Will Schwarz - einer der bedeutendsten Architekten der Dortmunder Nachkriegszeit. Zu Schwarz' Bauten gehören zum Beispiel der Florianturm im Westfalenpark, das Park-Café sowie das ehemalige Gesundheitshaus an der Hövelstraße. Mit dem Autohaus Wilke begann auch Schwarz, der kantigeren Architektur der Sechzigerjahre zu folgen.

Historische und futiristische Modelle

Um aus dem vorherigen Autohaus ein Museum zu machen, musste der neue Eigentümer es natürlich mit Vierrädern füllen. Auf mehreren Etagen stehen nun historische Automodelle vom Anfang des 20. Jahrhunderts, Klassiker wie der Käfer "Herbie", aber ebenso bunte Sportwagen und futuristisch designte Rennautos. Auch ein Modell des ersten seriell hergestellten Autos ist Teil der Schau. Die Ausstellungsstücke repräsentieren verschiedene Epochen, dabei sind Modelle von Herstellern aus aller Welt. Auf seine Eröffnung muss das Museum allerdings noch warten. Wegen der Corona-Pandemie müssen auch Freizeit- und Kultureinrichtungen wie Museen derzeit geschlossen bleiben. Erste Einblicke in das "PACE"-Museum (steht für "Performance And Car Education") zeigt Kraemer bei YouTube.

Neuer Anziehungspunkt für Tourist*innen

Für Sigrun Späte von "DORTMUNDtourismus" ist das "PACE" Auto-Museum für die Destination Dortmund ein Hauptgewinn - aus vielen Gründen: "So stärkt es Dortmunds Ruf, eine Stadt mit sehr außergewöhnlichen und einzigartigen Museen zu sein, die sonst nirgends zu finden sind. Hier gibt es das Deutsche Fußballmuseum, die DASA, das Binarium, das Deutsche Industrielack-Museum, das Kochbuchmuseum und einige mehr, die die jeweilige Zielgruppe begeistern. Das wird sich beim 'PACE' zum Begeisterungssturm entwickeln, denn schon jetzt kommen täglich Menschen, um sich den Lamborghini in der Lobby anzuschauen und Fotos zu machen. Spannend ist auch das Konzept des Museums, das ganz auf individuelles Erleben und die Interaktion mit Autofans setzt. Wir sind sicher, dass es viele Tourist*innen gibt, die sich wegen dieses neuen Erlebnisangebotes entschließen werden, nach Dortmund zu reisen oder eine Übernachtung an ihren Dortmund-Besuch anzuhängen."

Einblicke in das Auto-Museum "Pace" Quelle: YouTube

Zum Thema

Einmal im Monat greift die Denkmalbehörde die aktuelle Geschichte eines Denkmals heraus und stellt diese in der Reihe Denkmal des Monats vor. Alle Denkmäler des Monats sind auf der Webseite der Denkmalbehörde Dortmund zu finden.

Dieser Beitrag befasst sich mit zentralen Angelegenheiten des Stadtmarketing der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.