Gebäude

Denkmalbehörde

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Günther Wertz

Teilnehmende Denkmäler und Programmpunkte im Stadtbezirk Innenstadt-Ost

Karte

Außensicht Kath. Pfarrkirche St. Franziskus
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Im Auftrag der Denkmalbehörde Dortmund: Günther Wertz

Innenstadt-Ost

(26) Franziskanerkloster und Kath. Kirche St. Franziskus

Franziskanerstr. 1, 44143 Dortmund, Ortsteil: Kaiserviertel
Haltestelle: Funkenburg, Fußweg ca. 3 min

Die kath. Kloster- und Pfarrkirche St. Franziskus zeigt ihre kulturellen Spuren auf vielfältige Weise. Nachdem infolge der Industrialisierung viele Katholiken aus Osteuropa, dem Münster- und Sauerland nach Dortmund zugewandert waren, sollte ein neuer Ort für die Seelsorge geschaffen werden. 90 Jahre nachdem das erste Franziskanerkloster an der heutigen Klosterstraße in der Zeit der Säkularisierung aufgehoben worden war, kamen so im Jahr 1895 die Franziskaner zum zweiten Mal nach Dortmund und fanden am Rand des Kaiserstraßenviertels ihren Platz.

Die dreischiffige Basilika im Stil der Neugotik zeichnet sich durch ihr prachtvoll geschmücktes Portal mit reichem Fenstermaßwerk aus. Bei einer Restaurierung des Innenraums im Jahr 2006 erhielt die Kirche ein hölzernes Altarretabel aus einer Lippstädter Werkstatt sowie vier neugotische Altaraufsätze aus dem aufgelösten Franziskanerkloster Osnabrück.

Eine weitere bedeutsame Spur geht zurück auf die Arbeit des von vielen Menschen als heilig verehrten Bruder Jordan Mai (1866–1922), welcher sich zeit seines Lebens für Obdachlose und Bedürftige eingesetzt hatte. Seine Gebeine sowie weitere Gegenstände aus seinem Nachlass werden in der Kirche aufbewahrt.

Programm vor Ort am Sonntag

08.00–19.00 Uhr
Die Kirche ist für Besichtigungen geöffnet.

08.30, 10.30 und 18.00 Uhr
Gottesdienste

14.30 Uhr
Führung „Bruder Jordan Mai – Das Grab Bruder Jordans in der Franziskanerkirche“ mit Bruder Damian Bieger OFM, Dauer ca. 1 Std.

16.00 Uhr
Führung „Das franziskanisches Leben heute“ mit Bruder Martin Lütticke OFM, Dauer: ca. 1 Std.

Merkmale: Besichtigung vor Ort, barrierefrei zugänglich

Veranstalterin: Franziskanerkloster

Historische Postkarte „Wittekindshof“
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Sammlung Klaus Winter

Innenstadt-Ost

(27) Alte Gartenstadt

Freiligrathplatz, 44141 Dortmund, Ortsteil: Innenstadt-Ost
Haltestelle: Lübkestraße, Fußweg ca. 5 min

Die ab 1913 errichtete Gartenstadt zeichnet sich durch ihre Siedlungsstruktur und ar-chitektonische Formensprache aus. Im Zweiten Weltkrieg sind zahlreiche Häuser beschädigt oder auch ganz zerstört worden. Ihre frühere Form konnte oft nicht völlig wiederhergestellt werden.

Auch der Wandel der Lebens- und Wohngewohnheiten hat Spuren hinterlassen und die Bebauung verändert. Manches passt sich dem Charakter der Gartenstadt an, manches wirkt fremd und störend. Nicht immer wurde die Eigenart der Siedlung erhalten, wie einige „Bausünden“ zeigen, und Aus- und Neubauten sowie die Verkehrsverhältnisse stellen Herausforderungen dar.

Programm vor Ort am Sonntag

15.00 Uhr
Führung unter architektonischen und städtebaulichen Gesichtspunkten. Bauliche Veränderungen sollen aufgespürt und danach befragt werden, inwieweit sie den Charakter der Gartenstadt beeinträchtigen. Geführt durch die Mitglieder der Freunde der Garten-stadt Dr. Karl Lauschke, Historiker, und Dr. Bettina Heine-Hippler, wiss. Referentin für Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur, Dauer ca. 1,5 Std., Treffpunkt: am Freiligrathplatz, vor der Praxis Dr. Martin Pieper

Zahl der Teilnehmenden begrenzt,

Anmeldung erforderlich bei der Denkmalbehörde unter Tel. 0231 50-27106 vom 29.08. bis 09.09.2022 (bis 11.00 Uhr).

18.00 Uhr
Lesung von Barbara Bonhage aus dem Buch „Gnadenlos geirrt“ über ihre Großmutter, die am Freiligrathplatz gelebt hat. Die Briefe der bekennenden Nationalsozialistin erlauben es, ein detailliertes Bild des Lebens in der Gartenstadt während des Dritten Reichs zu zeichnen.
Hilde war eine begeisterte Nationalsozialistin. Vor hundert Jahren wuchs sie, ein Mädchen aus gutem Hause, in der Dortmunder Gartenstadt auf. Fünf ihrer Kinder gebar sie an der Freiligrathstraße, ihr sechstes 1941 im besetzten Polen. Dort half sie freiwillig mit bei Hitlers rassistischer Siedlungspolitik und begrüßte die massenhafte Vertreibung von Juden und Polen.
Kürzlich tauchten plötzlich mehrere hundert Briefe von ihr auf. Ihre Enkelin und Historikerin rekonstruierte daraus Hildes Geschichte, die immer verschwiegen worden war. Es ist ein Buch entstanden, das erschüttert und auf die Kernfrage zusteuert: Hätten wir es besser vermocht?
Die Autorin, Barbara Bonhage, liest aus dem neuen Buch und erzählt von ihrer Recherche.
Dauer ca. 1,5 Std.,

Ort: Pfarrgemeindesaal der Katholischen St. Martin Gemeinde, Gabelsbergerstraße 32, 44141 Dortmund

Merkmale: Besichtigung vor Ort, barrierefrei zugänglich

Veranstalter: Freunde der Gartenstadt Dortmund e.V.

Geometrische und geschwungene Formen prägen neben Kunstarbeiten das Gebäude.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Im Auftrag der Denkmalbehörde Dortmund: Günther Wertz

Innenstadt-Ost

(28) Ehem. Parkcafé im Westfalenpark

Florianstraße 2, 44139 Dortmund, Ortsteil: Westfalendamm, Eingang: Baurat-Marx-Allee
Haltestelle: Märkische Straße, Fußweg ca. 7 min

Als 1959 der Kaiser-Wilhelm Hain für die Bundesgartenschau umgestaltet wurde, erhielt der Park neben einem Sessellift und einem Fernsehturm mit Drehrestaurant zahlreiche weitere gastronomische Orte wie z. B. das Parkcafé, entworfen von dem Dortmunder Architekten Will Schwarz.

Eingebettet in eine Hanglage zeigt sich das Gebäude in Richtung Norden geschlossen, während es sich nach Süden in den Park über eine große ausladende Terrasse hin öffnet. Das mit den Stilmitteln der 1950er-Jahre erbaute Gebäude prägt eine Kombination aus streng geometrischen und frei geschwungen Formen. Auch die Verbindung von Kunst und Architektur charakterisiert noch heute das gesamte Bauwerk und lässt sich an vielen Stellen mühelos ablesen.

Heute wird das Parkcafé nicht mehr gastronomisch genutzt, sondern beheimatet seit 1995 die ParkAkademie, früher AltenAkademie, eine Bildungs- und Begegnungsstätte für ältere Erwachsene.

Programm vor Ort am Sonntag

14.00–16.30 Uhr
Offenes Haus in der ParkAkademie.

14.00–15.00 u. 16.00–16.30 Uhr
Führungen zur Baugeschichte des Gebäudes durch Vorstandsmitglieder der ParkAkademie.

15.00 Uhr
Thematische Lesung 1950er-Jahre (entsprechend des Themas KulturSpur) mit kleiner Ausstellung mit Thorsten Trelenberg, Dauer ca. 1 Std.
Teilnehmende müssen den Eintritt in den Westfalenpark bezahlen.

Merkmale: Besichtigung vor Ort, barrierefrei zugänglich

Veranstalterin: ParkAkademie – Forum für Bildung und Begegnung e.V.

Innenansicht der Ev. Paul-Gerhardt-Kirche
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Andreas Lechtape, Münster

Innenstadt-Ost

(29) Ev. Paul-Gerhardt-Kirche

Markgrafenstraße 125, 44139 Dortmund, Ortsteil: Innenstadt-Ost
Haltestellen: Markgrafenstraße u. Polizeipräsidium, Fußweg je ca. 7 min; Ruhrallee, Fußweg ca. 3 min

Als eine der 48 Notkirchen des Architekten Otto Bartning ist die Dortmunder Paul-Gerhardt-Kirche fester Bestandteil am Tag des offenen Denkmals. Zum diesjährigen Thema „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ bietet sie allerdings einige Überraschungen: Baunähte, Verkleidungen und andere Unregelmäßigkeiten künden von Planänderungen und Umbauten, die erst einmal entdeckt und dann erklärt werden wollen. Doch auch der ganze Bau trägt in seinem Entwurf die Spuren seiner Entstehungszeit: 1949–50 als Notkirche nach den Leiden und Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs errichtet zeugt er in seiner Einfachheit und seiner speziellen Konstruktionsweise von der damaligen Notsituation – und in manchen wiederverwendeten Ziegeln lassen sich noch die Zerstörungsspuren des Krieges finden. So ist die Paul Gerhardt-Kirche dauerhaft als neue Zukunftshoffnung und zugleich als Mahnmal gegen den Krieg und seine Verbrechen errichtet.

Programm vor Ort am Sonntag

10.00–11.00 Uhr
Gottesdienst

11.00–17.00 Uhr
Die Kirche ist für Besichtigungen geöffnet.

15.00 Uhr
Führung zur Baugeschichte der Kirche mit Prof. Dr. Wolfgang Sonne, Dauer ca. 30 min.

Merkmale: Besichtigung vor Ort, barrierefrei zugänglich

Veranstalterin: Ev. Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde