Gebäude

Denkmalbehörde

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Günther Wertz

Teilnehmende Denkmäler und Programmpunkte im Stadtbezirk Mengede

Karte

Schloss Bodelschwingh mit Vogtsturm im Hintergrund
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Im Auftrag der Denkmalbehörde Dortmund: Günther Wertz

Mengede

(50) Schloss Bodelschwingh

Schloßstraße 101, 44357 Dortmund, Ortsteil: Bodelschwingh
Haltestelle: Bodelschwingh, Fußweg ca. 6 min; Westerfilde, Fußweg ca. 20 min

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ließ Wennemar II. das mittelalterliche Zweiraumhaus von Schloss Bodelschwingh erweitern und in Renaissanceformen umgestalten. Seitdem scheint es sein Aussehen kaum verändert zu haben. Bei genauem Hinsehen lassen sich aber nicht nur Spuren aus der Zeit vor dem Umbau erkennen, sondern eben-so spätere Veränderungen bis ins frühe 20. Jahrhundert.

Noch deutlicher wird dies im Inneren. Anders als museal bewahrte Schlösser wird Haus Bodelschwingh noch immer von den Nachfahren des Ritters Giselbert I. bewohnt, bewahrt und gepflegt, der 1302 als erster einer langen Reihe von Bewohnern urkundlich erwähnt wird. Vom Kamin aus der Zeit um 1600 mit einem Relief des Kambyses-Urteils, an dem sich humanistische Bildung und Kenntnisse des europäischen Kunstgeschehens ablesen lassen, bis zum modernen Heizkörper erschließt sich die Entwicklung der Wohnkultur durch die Jahrhunderte. Porträts, Erinnerungsstücke und Einrichtungsge-genstände vervollständigen diesen Eindruck.

Nicht nur im Herrenhaus, auch auf der Vorburg und im umgebenden Landschaftsgarten wird man bei einem Rundgang Spuren wirtschaftlichen Wandels und Änderungen des Stilempfindens antreffen, darüber hinaus aber auch Spuren unerwünschter Eingriffe wie Verwitterung, Sturmschäden, Straßenbau und selbst von Vandalismus.

Programm vor Ort am Samstag

12.00, 14.00, 15.00 Uhr
Schloss- und Parkführungen durch Bruno Wittke, freier Mitarbeiter der Denkmalbehör-de, max. 20 P., Dauer ca. 45 min.

Teilnahme nur nach Anmeldung bei der Denkmalbehörde unter Tel. 0231 50-27106 vom 29.08. bis 09.09.2022 (bis 11.00 Uhr).
Gelände und Schloss sind nur im Rahmen der Führungen nach Anmeldung zu betreten!
Treffpunkt: am Tor.

Merkmale: Besichtigung vor Ort

Veranstalter*innen: Familie zu Knyphausen und Stadt Dortmund, Denkmalbehörde

Innenansicht der „Schlosskirche“ Bodelschwingh
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Ev. Noah-Kirchengemeinde

Mengede

(51) Evangelische „Schlosskirche“ Bodelschwingh

Parkstraße 9, 44357 Dortmund, Ortsteil: Bodelschwingh
Haltestelle: Bodelschwingh, Fußweg ca. 8 min

Die Bodelschwingher Schlosskirche gilt als eine der schönsten Dorfkirchen im Dortmunder Raum. Gestiftet von Ritter Gyselbert I., dem Herrn auf Schloß Bodelschwingh, wurde sie am 2. Juli 1322 (Mariä Heimsuchung) geweiht. Der als kleiner Saal errichtete Kirchenbau spiegelt seit dieser Zeit Spuren stetiger baulicher Veränderungen wider: der Chor ist vermutlich erst nach 1350 erbaut und der Turm wahrscheinlich 1506 neu errichtet worden. Auch das Langhaus wurde nach Zerstörungen durch den Dreißigjährigen Krieg in gotischer Form gegen Ende des 17. Jahrhunderts wiederhergestellt. Besondere Bedeutung kommt der Barockkanzel aus dem 18. Jahrhundert zu, ebenso der seltenen Walcker-Orgel mit Freipfeifenprospekt aus dem Jahr 1941, welche nach kleineren Ausbesserungen 2001 umfassend restauriert wurde.
Durch die Reformation wurde sie eine evangelische Kirche. Die katholische Gemeinde in Bodelschwingh hat den Namen „Mariä Heimsuchung“ bis heute beibehalten. 2022 ist die Schlosskirche 700 Jahre alt. Das Jubiläum wird von evangelischen und katholischen Christen gleichermaßen gefeiert.

Programm vor Ort am Sonntag

11.00–17.00 Uhr
Die Kirche ist für Besichtigungen geöffnet.

Nach Bedarf baugeschichtliche Führungen mit Otto Schmidt (Kirchenführer) und/oder Gerd Obermeit (Vorsitzender vom Förderkreis Evangelische Schlosskirche Bodel-schwingh e.V.), max. 20 P.

Vorstellung der Walker-Orgel mit Vortrag von Dr. Hans-Christian Tacke (Orgelsach-verständiger) und Ulrich Lohmann (Orgelbauer).

Merkmale: Besichtigung vor Ort, barrierefrei zugänglich

Veranstalter: Förderkreis Ev. Schlosskirche Bodelschwingh e. V.

Ehem. Zechenbahnhof Mooskamp
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): VhAG DSW e.V., Ingo Strumberg

Mengede

(52) Nahverkehrsmuseum Dortmund (ehem. Zechenbahnhof Mooskamp)

Mooskamp 23, 44359 Dortmund, Ortsteil: Obernette
Haltestelle: Obernette, Fußweg ca. 10 min

Der Lokbahnhof Mooskamp wurde von 1952 bis 2002 genutzt. Es handelt sich um die ehemalige Hauptwerkstatt der Ruhrkohle-Zechenbahnen für das östliche Revier. Seit 2002 hat die Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft der Dortmunder Stadtwerke (VhAG DSW e.V. vormals WAB e.V. und Historischer Verein) hier Straßenbahn-Fahrzeuge aus 140 Jahren Dortmunder Straßenbahngeschichte geschützt abgestellt und schrittweise das Nahverkehrsmuseum Dortmund aufgebaut. Busse und Betriebs-Kfz gehören auch dazu. Mit den teilweise denkmalgeschützten Fahrzeugen kann die Stadt-geschichte im industriellen Aufbruch des 19. und 20. Jahrhunderts nachvollzogen werden.

Bis die Fahrzeuge vom aktiven Fahrdienst über langjährige Abstellungen in diese Ausstellung gekommen sind, haben viele von ihnen eine vielfache Änderung, Umnutzung oder auch Beschädigung erfahren, die bei der Restauration entdeckt und beseitigt werden mussten. Dies wird bei der Präsentation gezeigt.

Programm vor Ort am Sonntag

11.00–17.00 Uhr
Das Museum ist geöffnet. Letzter Fahrtbeginn 17.00 Uhr, Schließung des Geländes 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Ab 11.30–16.30 Uhr
Halbstündlich und nach Bedarf Führungen zu den historischen Fahrzeugen durch Mitglieder des Vereins, max. 20 P.

Fahrten mit historischen Straßenbahnoldtimern über die Hansabahn vom Bahnhof Mooskamp nach Ellinghausen, zum „Emscherschlösschen“ an der Rheinischen Straße und zurück zum Bahnhof Mooskamp.
Für die Fahrten wird ein Fahrpreis erhoben.

Voranmeldung insbesondere von Gruppen erwünscht unter kontakt@bahnhof-mooskamp.de.
Der Zustieg in die Straßenbahn ist nicht barrierefrei.

Merkmale: Besichtigung vor Ort, barrierefrei zugänglich, kinderfreundlich, Essen/Getränke erhältlich

Veranstalterin: Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft Dortmunder Stadtwerkee.V. – VhAG DSW e.V. Dortmund

Heimathaus am Widum
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund, Denkmalbehörde: Susanne Maluck

Mengede

(53) Heimathaus am Widum

Williburgstraße 27, 44359 Dortmund, Ortsteil: Mengede
Haltestelle: Freihofstraße, Fußweg ca. 3 min

Mit dem Heimathaus am Widum und den anderen Häusern vor Ort, welche auch aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen, findet man einen gut erhaltenen historischen Ortskern in Dortmund.

Bereits 1666 soll an der Stelle des heutigen Heimathauses am Widum ein Vorgängerbau, ein Gasthaus, gestanden haben. Das jetzige Gebäude, hinter dessen Fassade eine Fachwerkkonstruktion verborgen ist, lässt sich auf das Jahr 1830 zurückdatieren.

Bei der aktuellen aufwendigen Instandsetzung sind einige Spuren der Vergangenheit aufgedeckt und offengelegt worden: auf dem Dachboden wurde eine alte Räucherkammer entdeckt, noch bestückt mit Ketten an den Wänden, sowie ein weiterer Raum, welcher wahrscheinlich als Gesindekammer diente. Auch der ehemalige Bierkeller und das Treppenhaus wurden fachgerecht wiederhergestellt. Dazu hat der Verein eine großzügige Förderung über 145.000 Euro aus dem Förderprogramm „Heimat-Zeugnis“ des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten. Anfang des Jahres hat der Heimatverein das Gebäude als Eigentümer übernommen. In seinen Räumen sind historische Exponate ausgestellt. Das Heimathaus wird auch in Zukunft vorrangig ein Ort der Begegnung sein.

Programm vor Ort am Sonntag

11.00–17.00 Uhr
Rundgang und Besichtigung des Heimathauses in regelmäßigen Abständen und bei Bedarf durch Hans-Ulrich Peuser und Franz-Heinrich Veuhoff vom Heimatverein Mengede.

Merkmale: Besichtigung vor Ort, Essen/Getränke erhältlich

Veranstalter: Heimatverein Mengede e.V.

Grabmal der Eheleute Neugarten
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Klaus Winter

Mengede

(54) Jüdischer Friedhof Mengede

Groppenbrucher Straße 181–185, 44359 Dortmund, Ortsteil: Mengede
Haltestelle: Am Heiderand, Fußweg ca. 1 min

Der im 19. Jahrhundert angelegte jüdische Friedhof in Mengede ist einer von neun jüdischen Friedhöfen bzw. Gräberfeldern, die heute vom jüdischen Leben in Dortmund vor dem Nationalsozialismus erzählen können.
Alle Inschriften der 22 Grabsteine und des einen Gedenksteins wurden mittlerweile erfasst und übersetzt. Sie geben Auskunft über das Leben der jüdischen Mitbürger*innen. Gemeinsam gehen wir am Tag des offenen Denkmals auf Spurensuche auf dem Friedhof: Was erfahren wir über einzelne Personen? Was verraten die Grabsteine und ihre Gestaltung über den jüdischen Glauben und über Rituale?
Doch es bleiben auch Leerstellen: Welche Spuren sind heute nicht mehr sichtbar? Welche Zeichen und Spuren können wir nicht (mehr) lesen?

Programm vor Ort am Sonntag

14.00 Uhr
Führung mit Christina Steuer (Projektleitung „Jüdische Heimat Dortmund“) über den jüdischen Friedhof. Die Führung ist Teil des Projektes „Jüdisches Leben in Dortmund“, das ein Bild davon vermitteln möchte, wie jüdische Bürger*innen das Leben in Dortmund mitgestaltet und geprägt haben, Dauer ca. 1,5 Std.

Anmeldung erforderlich bis zum 09.09.2022 unter Tel. 0231 50-23690.

Merkmale: Besichtigung vor Ort, barrierefrei zugänglich (die Wege sind uneben)

Veranstalter: Historischer Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark e.V.