Gebäude

Denkmalbehörde

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Günther Wertz

Teilnehmende Denkmäler und Programmpunkte im Stadtbezirk Scharnhorst

Karte

Die Dampffördermaschine von Schacht 4 der ehem. Zeche Gneisenau
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Ina Bahr

Scharnhorst

(55) Zeche Gneisenau, nördliches Maschinenhaus & Fördergerüst Schacht IV

Gneisenauallee, 44329 Dortmund, Ortsteil: Derne
Haltestelle: Do-Derne Bf., Fußweg ca. 3 min

Im Stadtteil Derne erinnern heute an eines der größten Bergwerke Europas nur noch der Förderturm von Schacht IV mit den dazugehörigen nördlichen und südlichen Maschinenhallen sowie der Tomson-Bock von Schacht II mit der Schachthalle. Am 3. September 1873 erhielt die Gewerkschaft Gneisenau die Schürfrechte und dem Antrag zum Bau einer Schachtanlage wurde stattgegeben. Der Name der ehemaligen Großschachtanlage mit angeschlossener Kokerei geht zurück auf den preußischen Generalstabschef August Graf Neidhard von Gneisenau.

Über insgesamt elf Schächte wurden von 1873 bis 1985 viele Millionen Tonnen Steinkohle gefördert. Nach Anschluss an das Bergwerk Haus Aden erfolgte die schrittweise Stilllegung des Bergwerks. Seit 1989 stehen die über Tage verbliebenden Industrieanlagen (s. auch Tomson-Bock, Programmpunkt 56) unter Denkmalschutz. Der Förderkreis Zechenkultur Gneisenau e.V. hat sich mit seinen Mitgliedern zur Aufgabe gemacht, an die Kohleförderung zu erinnern sowie die Spuren des Bergbaus in Derne sichtbar zu lassen.

Programm vor Ort am Sonntag

11.00–17.00 Uhr
Das nördliche Maschinenhaus IV mit seiner Dampffördermaschine und eine Ausstellung mit Exponaten zur Bergbaugeschichte kann besichtigt werden.

12.00–16.00 Uhr
Halbstündlich Führungen durch das nördliche Maschinenhaus von Schacht IV, durchgeführt durch kundige Mitglieder des Förderkreises Gneisenau.

Merkmale: Besichtigung vor Ort, Musik, kinderfreundlich, Essen/Getränke erhältlich

Zeche Gneisenau Schacht 2 – Tomson Bock
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Klaus-Peter Schneider

Scharnhorst

(56) Zeche Gneisenau Schacht 2 – Tomson Bock

Altenderner Straße, 44329 Dortmund, Ortsteil: Derne
Haltestelle: Do-Derne Bf., Fußweg ca. 6 min

Auf der Zeche Gneisenau kann man Spuren der Bergbaugeschichte hautnah erleben. Der Tomson-Bock über Schacht 2 ist das älteste erhaltene stählerne Fördergerüst im Ruhrgebiet. 1885/86 errichtet, hat es seinen Ursprung in der von dem deutschen Ingenieur C. Erdmann 1868 entwickelten Sonderform des sogenannten Englischen Bocks. Diese Form wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunächst in Holz konstruiert und erstmals 1864 in Stahl gefertigt. Eugen Tomson, ein vielseitig begabter belgischer Ingenieur, war von 1882 bis 1900 Bergwerksdirektor der Zeche Gneisenau. Er entwickelte den Bock dahingehend weiter, dass dieser eine größere Stabilität bei leichterer Zugänglichkeit zum Schacht erhielt. Erstmals ließ Tomson dieses von ihm weiterentwickelte Gerüst 1886 über Schacht Gneisenau 1 aufstellen. Der Fördergerüsttyp fand im Ruhrgebiet weite Verbreitung. Die Harpener Bergbau-AG, zu der die Zeche seit 1891 gehörte, ließ insgesamt 26 derartige Gerüste über ihren Schächten aufstellen.

Programm vor Ort am Sonntag

11.00–17.00 Uhr
Mitarbeiter*innen der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur informieren über den Tomson-Bock, die Geschichte der Zeche und den Erhalt des Industriedenkmals, Treffpunkt: am Tomson-Bock.

Merkmal: Besichtigung vor Ort

Veranstalterin: Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur

Landmarke „Lanstroper Ei“
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Peter Bandermann

Scharnhorst

(57) Wasserturm „Lanstroper Ei“

Rote Fuhr 99, 44329 Dortmund, Ortsteil: Grevel
Haltestelle: Grevel Wasserturm, Fußweg ca. 5 min

Der Wasserturm „Lanstroper Ei“ ist durch seine besondere Konstruktion ein Kunstwerk an sich. Obwohl der 60 Meter hohe Turm ein technisches Bauwerk ist, besticht er durch seine ästhetische Form und ist zugleich ein Wahrzeichen Dortmunds. Vielen Künstler*innen dient er heute als Vorlage für ihre Arbeiten. Durch seinen Standort auf der Greveler Höhe ist er von weitem zu sehen und dient vielen als Landmarke zur Orientierung.
Errichtet wurde der Turm 1904/05, um die Bevölkerung und die Industrie (speziell den Bergbau) mit Wasser zu versorgen, welches über natürliches Gefälle von Fröndenberg nach Grevel geleitet wurde. Der von dem Ingenieur Georg Barkhausen entwickelte ovale Stahlbehälter fasst 2.000 Kubikmeter. Die tragende Stahlfachwerkkonstruktion besteht aus genieteten Stahlprofilen, ebenfalls die Bleche des aufsitzenden Behälters sind genietet, weshalb der Turm von manchen auch als „Eiffelturm des Ruhrgebiets“ bezeichnet wird.
Bis 1980 war er noch in Betrieb. Heute befindet er sich im Besitz der Stadt Dortmund und wird seit einiger Zeit, gefördert durch Bund, NRW-Stiftung und Deutsche Stiftung Denkmalschutz, aufwendig saniert.

Programm vor Ort am Sonntag

11.00–17.00 Uhr
Führungen durch Mitglieder des Fördervereins Lanstroper Ei e.V. Die Künstlerin Susanne Weiss aus Asseln wird mit ihren Werken anwesend sein.

Der Wasserturm kann nicht betreten werden. Beeinträchtigungen durch die sanierungsbedingte Baustelle sind möglich.

Merkmal: Besichtigung vor Ort

Veranstalter: Förderverein Lanstroper Ei e.V.