Dortmund überrascht. Dich.
Brackeler Holzturnhalle

Denkmalbehörde

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Denkmalbehörde, Günther Wertz

(12) Brackeler Holzturnhalle

Hörder Straße 29, 44309 Dortmund, Ortsteil: Brackel
Haltestellen: Brackel Kirche, Fußweg ca. 4 min; Do.-Brackel, Fußweg ca. 6 min

Im Jahr 1922 wurde an der Hörder Straße im Auftrag der Stadt Dortmund eine eingeschossige, ausschließlich aus Holz konzipierte Turnhalle als Provisorium für die ehemalige Hindenburgschule errichtet.

Besonderheit dieser Halle war die Fertigbauweise nach dem Doecker-System, hergestellt von der Firma Christoph & Unmack aus Niesky. Der erste Prototyp dieser Hallenform wurde 1911 auf der Dresdner Hygieneausstellung vorgestellt. Ursprünglich geht die Idee der sogenannten Doecker-Baracken auf den Rittmeister Johann Gerhard Clemens Doecker zurück, welcher diese zunächst als temporäre und flexible Zweckbauten in Form einer transportablen Lazarett-Baracke für militärische Verwendungen entwickelt hatte. Neben der Transportier- und Zerlegbarkeit war die Kostenersparnis durch die Systembauweise bzw. der Vorproduktion der Bauteile ein weiterer Vorteil.

Typische Merkmale des Hallentyps ist die Holzkonstruktion aus Leimbindern, Hängewerk und Zangen. Die Außenwände der ca. 170 qm großen Halle bestehen aus einem zweischaligen Wandaufbau mit Holzpaneelen als Wandverkleidung.

Während in Notbauten oder transportablen, flexiblen Bauten häufig etwas scheinbar Vorübergehendes, Kurzlebiges gesehen wird, beweist die Turnhalle Brackel, wie beständig das Provisorium die letzten 99 Jahre überdauert hat. Sie dient heute noch dem Vereinssport und ist seit ihrer Entstehung fast unverändert erhalten. Derzeit wird sie mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz saniert.

Veranstalter*innen:

Stadt Dortmund, Denkmalbehörde in Kooperation mit dem Kulturverein Balou e.V.

Programm am 12.09.2021

Besichtigung vor Ort, kinderfreundlich, barrierefrei zugänglich.

Programm vor Ort

13.00 und 14.00 Uhr
Führungen mit Martin Kucin, Dipl.-Ing. (FH) Architektur, ehem. Mitarbeiter der Denkmalbehörde, Dauer ca. 30 min.