Dortmund überrascht. Dich.
Rekonstruierte Haftzelle

Denkmalbehörde

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Arnd Lülfing

(24) Mahn- und Gedenkstätte Steinwache

Zeitungsartikel: "Dortmund hat das modernste Polizeigefängnis Westdeutschlands"

Anzeige im General-Anzeiger Dortmund vom 27.09.1928.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Stadtarchiv

Steinstraße 50, 44147 Dortmund, Ortsteil: Innenstadt-Nord
Haltestelle: Dortmund Hbf (direkt am Nordausgang)

1928 eröffnete die Dortmunder Polizei ihr neues Gefängnis an der Steinstraße. Seinerzeit modern eingerichtet, war es baulicher Ausdruck demokratischen Reformwillens. 1931 hieß es in einem Artikel des Dortmunder General-Anzeigers: "So ist vieles getan, um den Eingelieferten, die ja zu einem großen Teile nur bedauernswerte Opfer der Sozial-Unordnung und herrschenden Not sind, ihr Los zu erleichtern."

Ab 1933 blieb nach der nationalsozialistischen Machtergreifung von dieser Modernität nur die bauliche Hülle, der äußere Schein, wenn man so will. Politische Häftlinge wurden durch die Gestapo gefoltert. Viele politische, aber auch als "Asoziale", "Berufsverbrecher" oder Homosexuelle eingestufte Gefangene wurden aus der Steinwache in Konzentrationslager überstellt. Vor allem während des Zweiten Weltkrieges herrschte vielfach Überbelegung, waren Hunger, Schmutz und Krankheiten Teil des Gefängnisalltags. Erst der Einmarsch der Alliierten und die Befreiung Dortmunds machten dem ein Ende. Obwohl das Gefängnis noch bis 1958 betrieben wurde, hatte es zuletzt mehr und mehr an Bedeutung verloren.

Die 1992 im Gebäude eröffnete Mahn- und Gedenkstätte erinnert an dieThemen Widerstand und Verfolgung in Dortmund von 1933 bis 1945. Heute sind in der Ausstellung die ehemaligen Zellen, Inschriften und weitere Spuren als Zeugnisse ihrer Zeit zu besichtigen.

Veranstalter*innen:

Stadtarchiv Dortmund - Mahn- und Gedenkstätte Steinwache

Programm am 12.09.2021

Besichtigung vor Ort; Nordwärts.

Programm vor Ort

10.00 - 17.00 Uhr
Die Mahn- und Gedenkstätte ist geöffnet. Der Eintritt ist frei.

11.00, 13.00 und 15.00 Uhr
Einführungen in die Geschichte des Hauses und die Dauerausstellung mit den pädagogischen Mitarbeiter*innen der Steinwache, Treffpunkt: im Seminarraum.