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Kokerei Hansa, Huckarde

Denkmalbehörde

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

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TAG DES OFFENEN DENKMALS 2021

Rückblick und Bildstrecke

Tausende hatten sich am diesjährigen Tag des offenen Denkmals am 12. September auf den Weg gemacht, um die Dortmunder Denkmallandschaft zu erkunden.

Eines der vielen Highlights beim Tag des offenen Denkmals 2021 war das ehemalige Landesoberbergamt im Kaiserviertel. Die rund 300 Besucher*innen waren nicht nur an dem 1910 erbauten Denkmal, sondern auch an der mit dem Haus verknüpften Bergbaugeschichte und den aktuellen Aufgaben der heute dort untergebrachten „Abteilung Bergbau und Energie in Nordrhein-Westfalen der Bezirksregierung Arnsberg“ interessiert. „Uns hat die Unterstützung durch die Bezirksregierung Arnsberg sehr gefreut“, so Ralf Herbrich, Leiter der Denkmalbehörde Dortmund. „Ebenso die Teilnahme von Privateigentümern wie der Architekt Thomas Schmidt, der mit seiner Familie in einem Haus von Fido Spröde wohnt, dem Planer des Fritz-Henßler-Hauses, oder die Aktion von Michael Bösebeck, der mit seiner Piaggio Ape Werbung für den Tag fuhr.“

Bilderstrecke: Rückblick TdoD 2021

Pfarrerin Christel Schürmann spricht vor Besucher*innen 23 Bilder
Pfarrerin Christel Schürmann der Ev. Stadtkirche St. Petri begrüßte die Gäste zum Auftakt des Tags des offenen Denkmals 2021.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Stadt Dortmund / Gaye Suse Kromer

Auch eine Fahrradtour vom Kaiserviertel bis zum Nordmarkt, eine Besichtigung der nach Plänen des Architekten Harald Deilmann gebauten Spielbank Hohensyburg, Führungen durch die stillgelegte Bierglasveredelung Bruno Klais und Aktionen am ehemaligen Schloss Brünninghausen, bei der 20 Kinder zwischen 5 und 8 Jahren mit „Kelle, Pinsel und Neugier“ zu Juniorarchäolog*innen wurden, waren in diesem Jahr neu. „Selbst die Eltern waren zum Teil so begeistert bei der Sache, dass wir ähnliche Angebote auch für Erwachsene für den nächsten Tag des offenen Denkmals überlegen“, so Herbrich.

„Das eigentliche 'Highlight' des Tages war, dass man überhaupt wieder einmal einen gemeinsamen Tag verbringen und interessierten Mitbürger*innen – auch aus anderen Städten – unsere Arbeit und unsere schöne Siedlung präsentieren konnte“, so Elke Torspecken von der IG Zechensiedlung Oberdorstfeld und dem Verein für Orts- und Heimatkunde e.V. Die Dorstfelder Vereine gehörten zu den zahlreichen ehrenamtlichen Akteur*innen, ohne die der Tag des offenen Denkmals nicht möglich wäre.

Auch Burkhard Treude von Unsere Mitte Steigerturm e.V. war mit der Resonanz zufrieden: „Unser Spaziergang durch die historische Dorfmitte traf auf große Resonanz. 30 Personen waren total begeistert von den vielen Geschichten und Anekdoten, die von den heutigen und früheren Bewohnern der Gegend um den Steigerturm erzählt und durch Fotomaterial anschaulich unterlegt wurden. Auch die Präsentation unserer Umbaupläne zu einem Bürgerzentrum mit Kultur- und Bildungsforum durch den Architekten Heinrich Schwakopf traf auf großes Interesse."

In Brackel zog die 1922 erbaute Holzturnhalle in Fertigbauweise nach dem Doecker-System viele ehemalige Nutzer*innen an, die dort als Kinder ihre Sport- bzw. Turnstunden verbracht haben – im Winter ungeheizt! Nicht weit davon entfernt trafen Mitglieder der Gemeinde St. Nikolaus von Flüe zufällig auf eine Verwandte des Künstlers Franz Wälter, der in den 1960er-Jahren die dortige "Friedenssäule" entworfen hatte, eine ungewöhnliche deckenhohe Skulptur aus rot gebranntem Ton mit (Städte-)Namen, Worten, Symbolen und Zitaten.

Zudem machten Umbauarbeiten und Neunutzungen zahlreiche denkmalinteressierte Besucher*innen neugierig, wie der ehemalige Wasserturm des Südbahnhofs aus den 1920er-Jahren oder das von Harald Deilmann entworfene Gebäude aus den 1970er-Jahren, in der früher die Dresdner Bank untergebracht war und heute von der Volkshochschule genutzt wird.

Auch wenn lediglich das LWL-Industriemuseum in seiner Zeche Zollern annähernd 1.000 Besucher:innen begrüßen konnte, würden sicher viele Hans-Ulrich Peuser zustimmen, Vorsitzender des Heimatvereins Mengede e.V. und Organist, der rückblickend feststellt: „Ich persönlich bin sehr zufrieden, bedenkt man, dass bis vor 2 Wochen nur jeweils 12 Menschen coronabedingt in die Schloßkirche Bodelschwingh hätten gehen können."

Begonnen hatte der Tag in der Ev. Stadtkirche St. Petri mit Begrüßungen von Pfarrerin Christel Schürmann und Oberbürgermeister Thomas Westphal. Seinen Abschluss fand er im Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Die dortige Abschlussdiskussion mit Architektur- und Kunsthistorikerin V.-Prof. Dr. Alexandra Apfelbaum, Dipl.-Ing. Architekt und Stadtplaner Richard Schmalöer, Architekt Philipp Valente und Stadtrat Ludger Wilde, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen der Stadt Dortmund zu dem Motto „Lokal und regional betrachtet: Sein & Schein in Architektur und Denkmalpflege“ steht zum Nachhören als Podcast bereit.

16 weitere digitale Formate lassen sich auch jetzt noch aufrufen, von interessanten Filmen über informative Fotostrecken. So kann man Michael Holtkötter, Mitarbeiter der Denkmalbehörde Dortmund, bei einem Rundgang durch das ehemalige, von dem Dortmunder Architekten Will Schwarz in den 1950er-Jahren entworfene Gesundheitshaus begleiten. Man erhält einen guten Einblick in die anspruchsvolle Aufgabe, ein Denkmal zu einem modernen Hotel umzubauen.

Pfarrer Peter Kuhlemann von der Evangelischen Paul-Gerhardt-Kirche stellt in seinem Beitrag philosophische und theologische Überlegungen zum Thema „Sein und Schein“ an.

Ebenso kann das Making-of der neuen Dauerausstellung im Baukunstarchiv NRW nachverfolgt wie anhand der Ausführungen von Dipl.-Ing. Architektin Kristina Walker das Stadthaus mit seinen Erweiterungsbauten bis unters Dach besichtigt werden.

„Alles in Allem war es ein erfolgreicher Tag." Diesem Resümee von Bruno Schreurs vom Fördervereins Lanstroper Ei e.V. kann die Denkmalbehörde als Veranstalterin des Tags des offenen Denkmals nichts hinzufügen.