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Wilhelm Mohrenstecher führt.

Denkmalbehörde

Bild: Stephan Schütze

Tag des offenen Denkmals 2009

"Historische Orte des Genusses"

Etwa 10.000 Besucher kamen zu 34 Standorten

Der diesjährige Tag des offenen Denkmals stieß wieder einmal auf eine bemerkenswerte Besucherresonanz: Insgesamt zählte die Denkmalbehörde rund 10.000 Besucher an 34 Standorten, die allesamt unter dem Motto standen "Historische Orte des Genusses". Genuss, wenn auch individuell verschieden, lässt sich vielfältig erleben.

Unter diesem Aspekt betrachtet, verwunderte es nicht, dass in diesem Jahr als Hauptveranstaltungsort das Südbad gewählt wurde. Dieser hervorragende Sportbau der 50er Jahre erlebte nicht nur so manchen mitreißenden sportlichen Wettkampf, sondern viele Dortmunder erlernten hier das Schwimmen. Bis weit in die 90er Jahre hinein war es sogar möglich, das Wannen- und Brausebad zu nutzen. Dieser aus heutiger Sicht scheinbare Anachronismus war gerade in den 50er Jahren eine wichtige Einrichtung. Bäder in den eigenen Wohnungen, heute eine Selbstverständlichkeit, gehörten damals keineswegs Standard. Wie Wannen- und Brausebäder aussahen, kann man im Südbad in einer fast musealen Präsentation erleben. Die Organisatoren hatten sich für das Südbad ein umfangreiche Programmangebot ausgedacht. Etwa 600 Besucherinnen und Besuchern beteiligten sich rege an den angebotenen Führungen und besuchten der Ausstellung zur Geschichte des Südbads sowie die Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung. Insbesondere die Auftritte der Synchronschwimmerinnen des FS Bochum und die Besichtigungen der Dachkonstruktion lockten zahlreiche Gäste zum Veranstaltungsort. Ein "Blickfang" waren auch die ausgestellten Ergebnisse eines Malwettbewerbs an Dortmunder Schulen zum Motto des Denkmaltags, den das Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz initiiert hatte.

Nahezu alle weiteren Denkmaltag-Standorte waren gut bis sehr gut besucht. Erwartungsgemäß hatte das Schloss Bodelschwingh die größte Anziehungskraft. Obwohl das Schloss aufgrund eines Trauerfalls seine Türen geschlossen hielt, kamen insgesamt 2.000 Besucher, um den Straßenkünstlern im Bereich der Vorburg über die Schulter zu schauen.

Ausgesprochen gut besucht war erneut die Hörder Burg (1.200 Besucher), wo der "Verein zur Förderung der Heimatpflege e.V. Hörde" ein umfangreiches Programm mit Führungen, kulinarischen Spezialitäten und musikalischen Darbietungen eigenständig organisiert hatte. Auch St. Reinoldi konnte mit 1.000 Besuchern einen schönen Erfolg verbuchen. Zu nennen sind im Weiteren auch die Kornbrennerei Krämer (600 Besucher), die Zeche Zollern und die Kokerei Hansa (jeweils über 500 Besucher) sowie das Kiosk am Hohen Wall (400 Besucher und das Brauerei-Museum). Besonders freuten sich die Besitzer des „Musiktheaters Piano“ über zahlreiche Gäste (350 Besucher), die den Jugendstilsaal in Lütgendortmund erstmals gemeinsam mit den Bautechnischen Assistenten des Fritz-Henßler-Berufskollegs präsentierten. Rundum ein bunter Denkmaltag, der mit einer unterhaltsamen Abschlussveranstaltung im Südbad endete.

Für den Denkmaltag 2010 schlägt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das Motto „Kultur in Bewegung – Handel, Transport, Reisen“ vor. Das Spektrum der Denkmäler, die man in diesem Zusammenhang präsentieren kann, ist weit gefächert. Denkbar sind Kaufmannshäuser, Bahnhöfe, Hafenanlagen, historische Verkehrsmittel ebenso wie der spannende Einfluss fremder Baumeister und Handwerker auf die Architektur. Globalisierung ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Ein Blick in die gebaute Geschichte der Stadt wird so manches Beispiel dafür zu Tage fördern.

Bilderstrecke: Tag des offenen Denkmals 2009

Zum 16. Mal lud der "Tag des offenen Denkmals" in Dortmund dazu ein, historische Stätten neu zu entdecken. Rund 10.000 Besucher sorgten an allen Orten für ein reges Treiben.

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Zum 16. Mal lädt der Tag des offenen Denkmals in Dortmund dazu ein, historische Stätten neu zu entdecken.