Dortmund überrascht. Dich.
Wilhelm Mohrenstecher führt.

Denkmalbehörde

Bild: Stephan Schütze

Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 11. September 2011

"Zwischen Romantik und Revolution – Dortmund im 19. Jahrhundert"

"Zwischen Romantik und Revolution – Dortmund im 19. Jahrhundert" lautete das Thema des Denkmaltages 2011. Insbesondere die Industrialisierung hinterließ in dieser Zeit ihre Spuren. Sie veränderte nicht nur die Produktionsweisen, sondern auch das Gesicht und die Bedeutung Dortmunds: Industrieanlagen, neu gewachsene Stadtteile, Arbeitersiedlungen und Villen des Großbürgertums stehen als architektonische Zeugen für den Wandel vom Ackerbürgerstädtchen zur Großstadt.

Vor allem ist es jedoch der Blick auf die Menschen, der das Thema der Kulturveranstaltung 2011 ausmachte. Wie (er)lebten die Dortmunder das 19. Jahrhundert? Wie sah die Lebenswirklichkeit eines Arbeiters aus? Wie reagierten die Menschen auf Mechanisierung, Verstädterung und soziale Missstände? Einige Antworten -zwischen Romantik und Revolution- versuchte der diesjährige Denkmaltag zu geben.

Im Jahr 2011 präsentierte sich der Tag des offenen Denkmals – wie es einer der zahlreichen Veranstalter humorvoll formulierte – als Tag der offenen Regenschleusen. Von dem konstant schlechten Wetter ließen sich anscheinend jedoch nur wenige abschrecken. So konnten am Ende des Veranstaltungstages an den über 40 teilnehmenden Standorten insgesamt 7.500 geschichtsinteressierte Besucherinnen und Besucher gezählt werden. Selbst viele Außenveranstaltungen, beispielsweise die Führungen durch das Kreuzviertel oder der Spaziergang rund um das Landesoberbergamt, waren trotz Dauerregens gut besucht. Nahezu alle Veranstalter waren mit der Besucherresonanz sehr zufrieden.

Landesoberbergamt als Highlight

Die höchste Besucherzahl meldete in diesem Jahr das Landesoberbergamt, das zum ersten Mal am Tag des offenen Denkmals teilnahm. Bereits zur offiziellen Eröffnung des Denkmaltages durch den Arnsberger Regierungspräsidenten Dr. Gerd Bollermann und Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau fanden sich 200 Besucherinnen und Besucher ein. Auch am Nachmittag riss der Andrang nicht ab und führte mit insgesamt 1.200 gezählten Personen zum diesjährigen Besucherrekord.

Kirchen als Dauerbrenner

Erfreulich war mit weit über 1.000 Besuchern auch die Resonanz auf das Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Denkmalswerte Kirchen, bei dem sich 15 Evangelische Kirchen des 19. Jahrhunderts mit einem eigenen Veranstaltungsprogramm vorstellten.

Bilderstrecke: Tag des offenen Denkmals 2011

Tag des offenen Denkmals 2011 12 Bilder
Hörder Burg
Bild: Helge Jahn

Obwohl „nur“ im Rahmenprogramm aufgeführt, freuten sich u.a. die Kirchen St. Johann Baptist in Brechten oder die Alte Kirche Wellinghofen über zahlreiche Gäste. Besonders positiv fiel mit 260 Besuchern das Interesse an der Grabeskirche Liebfrauen aus.

Weitere Standorte

Sehr beliebt waren insbesondere die Standorte, die in diesem Jahr erstmalig vorgestellt wurden. Dazu gehörten die ehemalige Gutsherrenvilla in der Arminiusstraße, die in nur drei Stunden 200 Besucher verzeichnen konnte und die Zeche Fürst Hardenberg mit 320 Besuchern. Aber auch „Klassiker“ wie die Zeche Zollern (550 Besucher) und die Hörder Burg mit dem ehemaligen Magazingebäude (350 Besucher) stellten mit ihren für diesen Tag erarbeiteten Veranstaltungsangeboten für viele Denkmalbegeisterte ein lohnenswertes Ziel dar.

Humorvoller Abschluss mit viel Lokalkolorit

Mit der Veranstaltung im Alten Stadthaus, die sich dem Chefredakteur des General-Anzeigers Karl Richter und seinen humorvollen Betrachtungen der Stadt Dortmund und ihren Bewohnern der Zeit um 1900 widmete, fand der diesjährige Denkmaltag einen unterhaltsamen Abschluss. Sowohl die Schauspieler Uwe Rohbeck und Andreas Beck, die aus „Ein Dortmunder Agent“ vorlasen, als auch die gut aufgelegte Gesprächsrunde mit Rüdiger Wulf und Dr. Gabriele Toepser-Ziegert, die die Kolumnen „Karlchen“ Richters kommentierte, begeisterten das Publikum. Das Salonorchester Lünen brachte darüber hinaus auf musikalische Weise die Zeit der Jahrhundertwende in das 1899 fertig gestellte Verwaltungsgebäude.