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Wilhelm Mohrenstecher führt.

Denkmalbehörde

Bild: Stephan Schütze

Tag des offenen Denkmals 2013: Großer Zuspruch trotz widrigen Wetters

Am 8. September 2013 feierte der Tag des offenen Denkmals in Dortmund sein 20-jähriges Jubiläum. Am Ende des Tages zogen die Stadt Dortmund als Koordinatorin und die rund 40 Veranstalter im ganzen Stadtgebiet mit rund 9.300 Besuchern – trotz widrigen Wetters - eine ausgesprochen positive Bilanz.

Unbequem? Nein besonders!

Das bundesweite Motto des diesjährigen Denkmaltags lautete "Unbequeme Denkmale?". Das Thema war von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vorgeschlagen und von den Dortmunder Organisatoren aufgegriffen worden. Es spiegelt eine verbreitete Meinung wider, Denkmale seien häufig unbequem – in ihrer Nutzung, ihrer Erhaltung, ihrem Aussehen und bisweilen auch in der Erinnerung, die sich mit ihnen verbindet. Der Tag des offenen Denkmals 2013 zielte auf die Entlarvung dieser vermeintlich unbequemen Aspekte von Denkmalen als etwas Besonderes und Wertvolles ab.

Banner der Denkmalbehörde vor der Ev. Kirche Dorstfeld

Banner der Denkmalbehörde vor der Ev. Kirche Dorstfeld
Bild: Dr. Frank Dengler

Vielseitiges Programm

Dem Motto entsprechend entwickelten die zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Veranstalter in Dortmund ein facettenreiches Programm: Sie stellten die Besonderheit "ihrer" Denkmale heraus, präsentierten diese als wichtige bauliche Zeitzeugen oder zeigten ihren identitätsstiftenden Charakter. Nicht selten wurden Denkmale in den Fokus gerückt, die im Zusammenhang mit einer "unbequemen" Erinnerung stehen, wie dies beispielsweise bei Bunkern, Kriegerdenkmalen oder Mahnmalen der Fall ist. An manchen Standorten wurden auch Erhaltungsprobleme zum Thema gemacht, wenn beispielsweise die einstige Gebäudenutzung nicht mehr besteht. Dies trifft auf viele Industriedenkmale und zunehmend auf Kirchen zu. Schließlich zeigten mehrere Veranstalter, dass vermeintlich unbequeme Denkmale nach ihrer Sanierung oder Umnutzung neue Wertschätzung gewinnen: als kulturelle Attraktionen, einzigartige Arbeitsplätze oder unverwechselbare Wohnungen.

Begeisterte Veranstalter und interessierte Besucher

Die Rückmeldungen, welche die Denkmalbehörde als Koordinatorin des Denkmaltages von den Veranstaltern am Ende des Tages erhielt, waren vielfach geprägt von echter Begeisterung. Für diese sorgten zum einen hohe Besucherzahlen, mit denen man in Anbetracht des durchwachsenen Wetters nicht gerechnet hat. Zum anderen begeisterte das tiefgehende Interesse der Besucher an den Denkmalen und den angebotenen Informationen. Trotz der widrigen Wetterumstände zogen Dortmunds Denkmale insgesamt mehr als 9.300 interessierte Bürger an.

"Besuchermagneten"

Ein besonderes Besucheraufkommen erlebten die vier exklusiv geöffneten Bunkeranlagen, für die sich jeweils mehr Personen interessierten, als die Verantwortlichen in ihren Führungen durch das Denkmal geleiten konnten. Hier zeigten sich die Veranstalter flexibel und versuchten, durch eine erhöhte Frequenz an Führungen mehr Gästen den Einlass zu ermöglichen. Und auch viele Kirchengemeinden trafen ganz offensichtlich mit ihren Programmen das Interesse der Bürger, denn sie erlebten einen regen Zuspruch.

Die beiden Veranstaltungsorte mit einem Spitzenbesuch von je mehr als 1.000 Gästen waren in diesem Jahr die Zeche Zollern sowie die Hörder Burg. Großen Zuspruch erlebten auch private bzw. privatwirtschaftlich genutzte Denkmale wie der Malakowturm der Zeche Fürst Hardenberg und das Maschinenhaus der ehemaligen Zeche Glückaufsegen, wo den Besuchern die gelungene Umnutzung ehemaliger Industriegebäude zu Orten für modernes Arbeiten und Wohnen nahegebracht wurde.

Feierlicher Auftakt und spannender Abschluss

Den Rahmen für die feierliche Auftaktveranstaltung bildete in diesem Jahr der fast bis auf den letzten Platz gefüllte historische Sitzungssaal im so genannten Amtshaus Mengede, der heutigen Bezirksverwaltungsstelle. Das denkmalgeschützte Gebäude mit Gefängniszelle und Luftschutzräumen im Sockelgeschoss zog im Laufe des Tages ca. 350 Besucher an.

Die Abschlussveranstaltung in der Ev. Kirche Dorstfeld widmete sich in Form einer moderierten Diskussion der unbequemen Frage, wie in Zeiten schrumpfender Gemeinden und knapper Finanzen mit überzähligen Kirchengebäuden umzugehen sei und welche der Denkmalschutz dabei spiele. Hierzu entwickelte sich in der Dorstfelder Kirche, deren Zukunft ebenfalls ungewiss ist, eine engagierte und in Teilen durchaus kontrovers geführte Diskussion. Am Ende waren sich die Beteiligten einig: Die Gespräche über die Zukunft der Kirchen werden auch über den Denkmaltag hinaus weitergehen - zwischen den Kirchen, der Stadt, der Denkmalbehörde, der Politik und natürlich den betroffenen Bürgern und Gemeindemitgliedern.

Zum Thema

Bei Interesse an der bundesweiten Veranstaltung besuchen Sie doch die Internetseite der Deutschen Stiftung Denkmalschutz: