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Foto der Großen Trauerhalle

Denkmalbehörde

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Grußwort von Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund

Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.

Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund

Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Alle Rechte vorbehalten Stadt Dortmund

Als das Motto des diesjährigen Tags des offenen Denkmals am 13. September 2020 feststand, ahnte noch niemand die kommenden Ereignisse, die nichts und niemanden unberührt gelassen haben. Die drei Zentralbegriffe dieser bundesweiten Veranstaltung rund um unsere Denkmallandschaft – Erinnern. Erhalten. Neu denken. – gerieten in völlig neue Zusammenhänge. So bekam das Erinnern plötzlich eine überaus große Bedeutung, weil zur Zeit der Kontaktsperre nur noch wenig in der Gegenwart möglich war. Die Besichtigung unserer Museen, die nicht selten in Denkmälern untergebracht sind, die Teilnahme an Führungen historisch versierter Akteur*innen oder das Innehalten in einem unserer beeindruckenden Kirchenräume war von jetzt auf gleich nur noch in unserem individuellen Erinnerungsraum namens Gedächtnis möglich. Es hat mich selbst überrascht, wie sehr mir in dieser Zeit nicht nur der Kontakt und Austausch mit meinen Mitmenschen gefehlt hat, sondern auch das unterwegs und vor Ort sein. Vor allem habe ich die Atmosphäre in und an Orten vermisst, an denen sich die uns und unsere Stadt prägende Geschichte zugetragen hat.

Zugleich war von uns allen in dieser Zeit gefordert, anders und neu zu denken. Viele von uns haben sich erstmals oder intensiver als bisher mit digitalen Kommunikationsformen beschäftigt und digitale Vermittlungsangebote genutzt. Sie sind zwar distanzierter als persönliche Begegnungen, ermöglichen aber dennoch einen intensiven Informationsaustausch und ein Gefühl des Miteinanders. Daher haben wir uns für den 27. Tag des offenen Denkmals in Dortmund sowohl für gewohnte als auch für neue, digitale Vermittlungsformen entschieden. Die detaillierten Programminformationen über alle Veranstaltungen vor Ort und die digitalen Angebote finden Sie in diesem Jahr ausschließlich – auch das ist neu gedacht – auf einer eigens für den Tag des offenen Denkmals erstellten Website denkmaltag.dortmund.de, wo sie der aktuellen Lage angepasst werden können.

Das diesjährige Thema "Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken." steht ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit. Der langfristige Erhalt historischer Gebäude ist eine ökologisch sinnvolle Ressourcenschonung. Somit blickt der Tag des offenen Denkmals 2020 sowohl in die (Bau-)Geschichte der Stadt Dortmund zurück als auch nach vorne, in dem er nach der Rolle von Denkmalpflege und -schutz in der aktuell geführten Diskussion um Nachhaltigkeit fragt. Denkmalpflege dabei verstanden sowohl als Teil der gesellschaftlich relevanten Erinnerung und Bewahrung als auch als Teil des aktiven Umweltschutzes und der langfristigen Wertschätzung von Material und Wissen.

Wie immer haben sich viele engagierte Akteure und Akteurinnen mit der Dortmunder Denkmalbehörde zusammengetan. Vereine, Museen, Kirchen und Einzelpersonen vermitteln am 13. September ein Stück gebauter Stadtgeschichte. Ohne die Mühe und das in diesem Jahr besonders zeitintensive Engagement der zahlreichen ehrenamtlichen und professionellen Akteur*innen wäre der Tag des offenen Denkmals in Dortmund gar nicht möglich. Allen Beteiligten danke ich für Ihren Einsatz sehr herzlich!

Sehen Sie es mir bitte nach, dass ich in diesem Jahr und zum jetzigen Zeitpunkt – diese Broschüre wird immer Wochen vor ihrem Erscheinungszeitpunkt fertiggestellt – keine Programmpunkte nennen und besonders empfehlen kann. Zu dynamisch ist die derzeitige Situation, als dass ich mich hier festlegen könnte. Empfehlen möchte ich an dieser Stelle die Textbeiträge in dieser Broschüre, die das Motto "Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken." aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten.

Die Texte von Professor Eckhard Gerber und den Diplom-Ingenieuren Achim Pfeiffer und Safiye Kocabas vom Büro Böll sind Ausführungen von Architekten, die sich seit Jahrzehnten mit dem Erhalt und Neudenken von historischer Bausubstanz unter anderem in Dortmund beschäftigen. Dr. Henriette Brink-Kloke und Anneke Lamot, die ehemalige und die stellvertretende Leiterin der Dortmunder Denkmalbehörde, wenden sich in ihren Beiträgen prinzipiellen Aspekten der Denkmalpflege zu. Die Historikerin Susanne Abeck macht sich in ihrem Artikel Gedanken über den Zusammenhang zwischen Erinnern und Denkmälern und Prof. Dr. Michael Rohde, Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, veranschaulicht die Themen Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit anhand des Landschaftsparks von Eduard Petzold um Schloss Bodelschwingh.

Wie immer hoffe ich, Ihr Interesse geweckt zu haben und dass Sie am 13. September und darüber hinaus Zeit aufbringen können, um die zahlreichen digitalen und analogen Angebote wahrnehmen zu können. Freuen Sie sich darauf und lassen Sie uns den Tag gemeinsam erleben!

Es grüßt Sie sehr herzlich
Ihr

Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund