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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Nordstadt

Stadt und Viertelwerk gGmbH initiieren ein Wohnprojekt mit umfassendem Sozialkonzept

Nachricht vom 18.04.2019

Sogenannte "Schrottimmobilien" in der Nordstadt sanieren, sodass diese wieder als preiswerter Wohnraum genutzt werden können - das hat sich die Stadt Dortmund zum Ziel gesetzt. Die Viertelwerk gGmbH, eine neu gegründete Tochtergesellschaft der GrünBau gGmbH, will die Stadt dabei unterstützen, indem sie Immobilien erwirbt und saniert, um sozial benachteiligten Menschen Wohnungen anzubieten.

Eine eigene Wohnung als Rückzugsort zu haben, sich seinen Lebensunterhalt selbst verdienen zu können – das ist für viele selbstverständlich, doch noch lange nicht für alle. Seit den 1990er Jahren engagiert sich die GrünBau gGmbH vorwiegend in der Nordstadt im Projektverbund mit der Stiftung Soziale Stadt und weiteren Netzwerkpartnern für die soziale Stabilisierung und berufliche Qualifizierung arbeitssuchender Bürger.

Lebensqualität in der Nordstadt verbessern

Nun will sie mit der eigens gegründeten Tochtergesellschaft, der Viertelwerk gGmbH, Immobilien erwerben, um bezahlbaren Wohnraum nebst sozialer Betreuung den Menschen zur Verfügung zu stellen, welche in besonderem Maße unter Wohnraumnot leiden. An dieser Stelle kommt die Dortmunder Stadtverwaltung ins Spiel. Der Fachbereich Liegenschaften hat sich zur Aufgabe gesetzt, aktiv an der Inwertsetzung sogenannter "Schrottimmobilien" in der Nordstadt mitzuwirken.

Sanierungsfähige Objekte sollen mit Hilfe externer sozialer Einrichtungen, wie z.B. der Viertelwerk gGmbH, als preiswerter Wohnraum wieder zur Verfügung gestellt werden. Damit soll Wohnraumnot einerseits sowie nicht vermietbarer Leerstand andererseits reduziert und die Lebensqualität in der Nordstadt nachhaltig verbessert werden.

Sanierung und Einrichtung einer Kita

Die Stadt erwarb in den letzten Jahren Stück für Stück die Eigentumsanteile an den stark vernachlässigten Immobilien Nordmarkt 3 und Mallinckrodtstraße 55-59. Die Viertelwerk gGmbH soll nun im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrags Eigentümer der Häuser werden und diese von Grund auf sanieren. Auch die Einrichtung einer Kindertagesstätte ist vorgesehen. Die Ordnungspartnerschaften, welche im vergangenen Jahr in die Räumlichkeiten der ehemaligen Apotheke am Nordmarkt eingezogen sind, werden dort auch weiterhin als Ansprechpartner für die Anwohner zur Verfügung stehen und sich für Sicherheit und Ordnung im Quartier einsetzen.

Anders als bei herkömmlichen Wohnungsbauvorhaben liegt der Fokus bei diesem Projekt vor allem auf der sozialen Komponente. Es geht dabei nicht allein darum, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – das Konzept geht weit darüber hinaus: Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen – unabhängig davon, ob sie zugewandert sind oder nicht – sollen aktiv in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt integriert werden, damit auch sie perspektivisch für sich und ihre Familien selbständig sorgen können.

Zahlreiche Förderinstrumente und Partner

Hierzu will die Viertelwerk gGmbH auf zahlreiche Instrumente und Fördertöpfe von Bund, Land und Kommune zurückgreifen: Die Sanierung und anschließende jährliche Instandhaltung der Gebäude soll mit der öffentlich geförderten Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen und anderen Problemgruppen des Arbeitsmarkts kombiniert werden. Das Jobcenter und die Stadt Dortmund sind dabei die wichtigsten Partner im Rahmen der kommunalen Arbeitsmarktstrategie. Finanzielle Unterstützung bietet hierfür das Modell Service Center lokale Arbeit, das Programm FAV (Förderung von Arbeitsverhältnissen) und das Landes-ESF-Programm ÖgB (öffentlich geförderte Beschäftigung).

Durch das Aktionsprogramm "Hilfen in Wohnungsnotfällen" vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales soll perspektivisch Fachpersonal für die Beratung und Unterstützung betroffener Bewohner zur Seite stehen. Als weiteres wesentliches Instrument für eine erfolgreiche Integrationsstrategie für die Bewohner ist die Unterstützung bei der Arbeitssuche vorgesehen. Im Rahmen der ESF-Bundesprogramme BIWAQ (Bildung, Arbeit, Wirtschaft im Quartier) und ISA (Integration statt Ausgrenzung) werden hierbei qualifizierte Jobcoaches zum Einsatz kommen.

Außerdem sollen im Rahmen des Betreuungskonzepts zugewanderten Bewohner muttersprachliche Beratungen in Gesundheits-, Familien und Sozialfragen angeboten werden. Fördermittel hierfür kommen aus dem Landes-ESF-Projekt "Willkommen in der Nordstadt". Auch Sprach- und Alphabetisierungsangebote durch Personal der GrünBau gGmbH sind vorgesehen. Darüber hinaus sollen den Kindern und Jugendlichen Spiel-, Sport und Tanzangebote sowie Lernförderungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Dazu will die Viertelwerk gGmbH auf Finanzmittel aus dem Landesjugendplan des Landes NRW zurückgreifen.

Breit aufgestellte Gemeinwesenarbeit

Die Stadtverwaltung ist von diesem Konzept überzeugt. Nur mit einer solch breit aufgestellten Gemeinwesenarbeit kann nachhaltig in der Nordstadt etwas bewegt werden. Daher ist vorstellbar, dass derartige Kooperationen zukünftig auch bei anderen Problemimmobilien in der Nordstadt zum Einsatz kommen. Ein willkommener Folgeeffekt: Die Eigentümer benachbarter Gebäude haben bereits in der Vergangenheit, nachdem Schrottimmobilien saniert wurden, häufig ebenso in ihren Bestand investiert und somit zur Aufwertung ihres Viertels beigetragen.

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