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Umwelt

Neue Social-Media-Kampagne soll gegen vermüllte Orte in Dortmund helfen

Nachricht vom 24.08.2021

Oft werfen junge Menschen bis 30 Jahre Müll im öffentlichen Raum achtlos weg - auch wenn in der Nähe ein Mülleimer steht. EDG und Stadt Dortmund versuchen nun, diese sogenannten Litterer über die sozialen Medien anzusprechen. Unter #KEEPDOCLEAN geht es auf teils spaßige Art ums Sauberhalten.

Die Social-Media-Kampagne soll junge Menschen motivieren, die Stadt sauber zu halten Quelle: YouTube

Die Zigarettenkippen auf den Grünstreifen, zwischen Pflastersteinen, die Einweg-Trinkbecher und Fast-Food-Verpackungen in Hecken, Parkbuchten und auf Parkplätzen, in der Fußgängerzone neben den Papierkörben, Verpackungen von Süßigkeiten, Papierschnipsel: die Liste dieser Abfälle ist lang.

Beschrieben wird dieses Phänomen als "Littering" - der englische Begriff steht für die zunehmende Unsitte, Abfälle im öffentlichen Raum nachlässig wegzuwerfen oder liegenzulassen, ohne die dafür vorgesehenen Abfallbehälter oder Papierkörbe zu benutzen. Es geht letztlich um Achtlosigkeit beim Umgang mit kleinen bis mittelgroßen Mengen Müll.

Oberbürgermeister Thomas Westphal sagt dazu: "Sicherheit und Sauberkeit haben etwas miteinander zu tun. Dort, wo Ecken dunkel, verwahrlost und dreckig sind, fühlt sich niemand wohl. Vermüllte und dreckige Orte schaden dem Image ganzer Straßen oder Stadtteile. Da gilt es, gegenzusteuern und aktiv gegen diese Verschmutzungen vorzugehen. Die Stadt Dortmund und die EDG sehen sich dabei in der gemeinsamen Verantwortung."

Motto "Meine Stadt – mein Wohnzimmer!" soll wachrütteln

Als geeignete Maßnahmen gegen Littering gelten u. a. mehr Straßenpapierkörbe, die häufiger geleert werden und "attraktiver" gestaltet sind, Mehrweg- und Pfandsysteme zur Reduktion von Einwegverpackungen oder mehr Sanktionen durch höhere Buß- und Verwarnungsgelder. Außerdem sollen ehrenamtliche Aktionen wie "Sauberes Dortmund – Mach mit!" sensibilisieren.

Tatsächlich muss aber das Verhalten der "Litterer" positiv beeinflusst werden. Das Ziel lautet: Jede*r verhält sich im öffentlichen Raum so, wie er oder sie es auch zu Hause tut. Dort werden Abfälle schließlich auch nicht einfach fallen oder liegen gelassen - daher lautet das Motto: Meine Stadt – mein Wohnzimmer!

Eine neue Social-Media-Kampagne der EDG soll dabei helfen, Müll in Dortmund zu vermeiden.

Ein müllfreies Dortmund - dafür setzen sich die CleanKeeper ein.
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Social-Media-Kanal #KEEPDOCLEAN startet

Die EDG-Geschäftsführer erklären zur neuen Kampagne für mehr Stadtsauberkeit: "Der EDG und der von uns beauftragten Dortmunder Agentur 'Art des Hauses' war schnell klar: Eine Kampagne gegen Littering muss auf die Hauptgruppe der Litterer, also Jugendliche und junge Erwachsene bis 30 Jahre, ausgerichtet sein." Die Botschaften müssten dort platziert werden, wo Jugendliche und junge Erwachsenen sich normalerweise informieren, unterhalten, austauschen. "Darum haben wir uns dafür entschieden, eine Kampagne über Social-Media zu veröffentlichen", so Geschäftsführer Bastian Prange.

Der neue Kanal #KEEPDOCLEAN dreht sich um Stadtbildpflege und Stadtsauberkeit. Initiiert wird der Kanal von der EDG, die Stadt Dortmund unterstützt ihn. Hauptfigur des neuen Formats ist der "CleanKeeper". Er ist der Moderator und Erklärer und das Vorbild für alle.

Schritt eins: Community schaffen

Die Kampagne startet mit dem Aufbau der Community. Ein Video "Mission Stadtbildpflege" mit dem CleanKeeper soll auf den Infoscreens in den U-Bahnhöfen Aufmerksamkeit schaffen. Das gilt auch für Szeneplakatierungen, die mit QR-Code direkt zum Instagram-Account der Kampagne leiten. Der Code befindet sich auch auf Aufklebern, z. B. auf den Depotcontainern, den Straßenpapierkörben oder etwa an beliebten Treffpunkten.

"Facts and Fun" soll junge Nutzer*innen ansprechen

Einerseits erwarten die User auf #KEEPDOCLEAN Fakten zum Thema Stadtsauberkeit und Littering. Andererseits sollen Fotos, Memes und Reels auch Spaß machen. Der CleanKeeper tritt in Aktion und Follower können z. B. den vollelektronischen Müllsauger "Cityputzer" begleiten.

Schritt zwei: Mehr Inhalte im Kampf gegen Müll

Die Kampagne gegen Littering setzt im zweiten Schritt auf weitere Reels, noch mehr Fakten, Interviews und Co.

Littering hat Folgen, darunter etwa, dass das Sicherheitsgefühl in einer Stadt negativ beeinflusst werden kann. Vermüllte Orte werden als verwahrlost sowie unsicher empfunden und werden daher für gewisse Gruppen unattraktiv. Das Image einer Stadt leidet.

Zudem kostet das Beseitigen von achtlos weggeworfenem Müll Geld. Nach einem Gutachten durch INFA belaufen sich die Gesamt-Litteringkosten für eine Großstadt wie Dortmund auf ca. 15,50 Euro pro Einwohner und Jahr. Für Dortmund bedeutet das: Rund 9,3 Mio. Euro müssen rechnerisch für die Beseitigung von Littering veranschlagt werden. Nicht zu vergessen: Littering hat ökologische Folgen, wie die Verunreinigung von Böden und Gewässern.

Zu den Verursacher*innen: 2018 legte der Verband kommunaler Unternehmen e. V. Studienergebnisse zum Thema "Wahrnehmung von Sauberkeit und Ursachen von Littering" vor. Darin werden junge Erwachsene bis 30 Jahre und Jugendliche als Hauptverursacher*innen definiert. Als wichtigste Beweggründe für Littering wurden "Bequemlichkeit/Faulheit", "Gleichgültigkeit" und "mangelndes Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt" ermittelt. Die Litterer selbst begründeten ihr Verhalten mit Bequemlichkeit/Faulheit, Gewohnheit oder Eile. Fehlende oder überfüllte Abfallbehälter spielen kaum eine Rolle - wohl aber, dass das Verhalten keine Konsequenzen hat.

Die Kampagne #KEEPDOCLEAN will nun dort ansetzen - und insbesondere junge Menschen aufklären und sensibilisieren.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.

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