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Punkthochhaus Kielstraße 26

Stadterneuerung Nordstadt

Bild: Stadt Dortmund

Hochhaus Kielstraße 26

Das imposante 18-geschossige Hochhaus an der Kielstraße 26 ist im Jahr 1969 nach etwa zweijähriger Bauzeit von der neuen Mieterschaft bezogen worden. Zusammen mit den acht drei- bis viergeschossigen Nachbargebäuden, einer Tiefgarage sowie neu angelegten Frei- und Spielflächen ist ein, für damalige Verhältnisse, modern ausgestattetes, zentrumsnahes Wohnensemble entstanden.

Punkthochhaus Kielstraße 26

Hochhaus Kielstraße 26
Bild: Stadt Dortmund

Anfang der 90er Jahre wurde das Hochhaus von der vormaligen Eigentümerin verkauft und anschließend vollständig in Eigentumswohnungen aufgeteilt – die bis 1993 in „einer Hand“ befindlichen 102 Wohneinheiten des Hochhauses Kielstraße 26 wurden an insgesamt 44 Einzeleigentümer bzw. kleine Eigentümergemeinschaften aus dem süddeutschen Raum als Kapitalanlagen verkauft. Dabei standen die relativ hohen Verkaufspreise nicht im wirtschaftlich ausgewogenen Verhältnis zum Gesamtzustand der mittlerweile über 20 Jahre alten und in Teilbereichen modernisierungsbedürftigen Immobilie sowie zu den Einnahmemöglichkeiten aus den Bestandsmieten. Gesetzlich festgelegte Mietpreis- und Belegungsbindungen zum Schutz der Mieter haben dazu geführt, dass die teils sehr niedrigen Mieten über einen Zeitraum von 10 Jahren nicht angehoben werden konnten.

Insgesamt hat diese wirtschaftliche Fehlkalkulation in Kombination mit weiteren Faktoren bei einem Großteil der Immobilienerwerber über die Jahre zu einer gravierenden finanziellen Schieflage geführt, die in einigen Fällen in einer Zahlungsunfähigkeit und in Folge dessen in einer Privatinsolvenz endete.

Erforderliche Modernisierungs-, Reparatur- und Wartungsaufträge an der Immobilie konnten von der Wohnungseigentümergemeinschaft aufgrund von teils erheblichen Zahlungsausständen nicht ausgeführt werden – der Zustand der Immobilie verschlechterte sich zwischen 1993 und Anfang der 2000er Jahre sichtbar, erste Mieter zogen aufgrund des desolaten Zustandes aus.

Im November 2001 legte die Hausverwaltung ihr Mandat nieder, bereits im April 2002 wurde die Heizungs- und Warmwasserversorgung eingestellt. Der drastische Qualitätsverlust und die angekündigte Unterbrechung der Stromversorgung führten zu einem sukzessiven Leerzug der gesamten Immobilie. Am 21.11.2002 wurde das Hochhaus von der Stadt Dortmund im Rahmen einer bauordnungsbehördlichen Sicherungsmaßnahme geschlossen und die Eingangsbereiche sowie die Balkone im Hochparterre zugemauert.

Seither beeinträchtigt das leerstehende und zusehends im Verfall begriffene Hochhaus die Wohn- und Lebensqualität der direkten Nachbarschaft sowie des Quartiers und schädigt damit auch das Image der nördlichen Innenstadt.

Die Abteilung Stadterneuerung der Stadt Dortmund hat sich daher zum ambitionierten Ziel gesetzt, die undurchsichtigen und vielschichtigen Eigentumsverhältnisse zunächst zu ordnen, die Teileigentume zu übernehmen und nach erfolgtem Rückbau einer neuen, der Örtlichkeit angemessenen, Nutzung zuzuführen, um den Bedarf an Gemeinbedarfseinrichtungen zu decken.

Der langjährige Leerstand der Immobilie, verbunden mit der ungehemmten Einwirkung von Witterungseinflüssen, aber auch erhebliche Vandalismusschäden sowie die Erfordernis der Schadstoffentfernung, erfordern eine Kernsanierung der Immobilie, um ansatzweise die Marktgängigkeit und damit eine ordentliche Vermietbarkeit wieder herzustellen. Die Kosten für eine derartige Maßnahme werden als unverhältnismäßig hoch und daher nicht wirtschaftlich eingeschätzt.

Alle im Zusammenhang mit dem Projekt anfallenden, förderfähigen Planungs- und Baukosten etc. werden durch Städtebaufördermittel von Bund und Land NRW zu 80 % bezuschusst.

Ansprechpartner

Stadt Dortmund Amt für Wohnen und StadterneuerungSebastian Kröger