Giebel eines Neubaus

Stadtplanungs- und Bauordnungsamt

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Alle Rechte vorbehalten Rainer Sturm / PIXELIO

Wettbewerb "Sonnenplatz und Möllerbrücke"

Digitale Abschlussveranstaltung am 29.03.2022

Zum Abschluss des Wettbewerbs “Umgestaltung von Sonnenplatz und Möllerbrücke“ findet am 29. März von 18.30 Uhr bis 20.00 Uhr eine digitale Informationsveranstaltung statt.

In der Veranstaltung wird es unter anderem einen Rückblick auf das Beteiligungs- und Wettbewerbsverfahren, eine Vorstellung der Preisträger-Arbeiten sowie Raum für Fragen aus dem Kreis der teilnehmenden Bürger*innen geben.

Per Klick auf den untenstehenden Link treten Sie der digitalen Veranstaltung am 29.03.2022 bei.

Per Klick auf das unterstehende Dokument "Hinweise zur Teilnahme an der digitalen Veranstaltung" erhalten Sie weitere Informationen und Tipps zur Teilnahme an der Veranstaltung.

Bei technischen Problemen vor oder während der Veranstaltung können Sie sich bei der Rufnummer 0231-952083-19 melden.

Der Wettbewerb „Sonnenplatz und Möllerbrücke“ ist entschieden. Der Siegerentwurf steht fest.

Für die Umgestaltung von Sonnenplatz und Möllerbrücke hat die Stadt Dortmund im Sommer 2021 einen freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb ausgelobt, an dem zwölf Landschaftsarchitekturbüros teilnahmen und Entwürfe mit unterschiedlichen Gestaltungsideen für den Sonnenplatz und die Möllerbrücke erarbeitet haben.

In einer vorgeschalteten Öffentlichkeitsbeteiligung im Frühjahr 2021 haben die Bürgerinnen und Bürger ihre Kenntnisse über die örtlichen Gegebenheiten sowie ihre Ideen und Anregungen für Sonnenplatz und Möllerbrücke eingebracht. Die vielen guten Ideen aus der Bürgerschaft sind anschließend in die Aufgabenstellung für den Wettbewerb eingeflossen.

Am 9. Dezember 2021 wählte eine Jury, besetzt mit externen Landschaftsarchitektinnen und -architekten sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung und Politik der Stadt Dortmund, aus zwölf Wettbewerbsarbeiten den Entwurf des Bochumer Landschaftsarchitekturbüros SOWATORINI Landschaft zum Sieger des Wettbewerbs. Der zweite Preis ging an das Büro MANN Landschaftsarchitektur aus Fulda. Den dritten Preis vergab die Jury an das Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden.

Nachfolgend werden die Arbeiten der Preisträger und der engeren Wahl mit einem Auszug aus der Jurybeurteilung präsentiert. Weiter unten auf dieser Seite können Sie sich per Klick auf den jeweiligen Link alle eingereichten Wettbewerbsarbeiten ansehen.

Perspektive der Arbeit 3010 von der Firma SOWATORINI Landschaft
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): SOWATORINI Landschaft GbR

Preisträgerarbeiten

1. Preis: SOWATORINI Landschaft, Bochum

Die Verfasser*innen lösen ein Versprechen ein: künftig soll man auf dem Sonnenplatz etwas finden! Tatsächlich ist mit dem neu erfundenen Stück Stadtnatur aus Sandstein, Gräsern und silberlaubigen Gehölzen inmitten des klassischen städtebaulichen Ensembles ein Ort mit hoher Identifikationskraft, Aufenthalts- und Nutzungsqualität entstanden. Eingebettet in einen ruhigen, weitläufigen Platzteppich erreicht er beinahe künstlerische Qualitäten. Jedenfalls entsteht ein Stadtraum, den man gern besuchen wird und der allen Nutzergruppen gleichermaßen und vielgestaltig Bühne, grünes Wohnzimmer, Spielobjekt und sommerlicher Treff sein kann. Auch für das Stadtklima ist das Konzept ein positiver Beitrag.

Der Rahmen aus den Bestandslinden wird als grüne Kulisse genutzt und bildet einen Platzraum bis an die gegenüberliegenden Fassaden der Sonnenstraße. Die Bäume stehen in großen ebenen bepflanzten Baumscheiben. Der innere Platz aus Naturstein im wilden Verband wird von einem Pflasterband gerahmt. Lichtreihen und Lichtwolken (im Silberhain) sorgen für gute Beleuchtung und Licht-Stimmung am Abend.

Die funktionalen Ansprüche sind weitgehend erfüllt, alle Bereiche sind barrierefrei erreichbar, Feuerwehr und Lieferverkehre sind berücksichtigt, in Bezug auf die Längsparker an der Straße Sonnenplatz positionieren sich die Verfasser*innen allerdings (mutig) gegen die Anforderung in der Auslobung.

Insgesamt ein klares und eingängiges Konzept, das in der Lage ist, dem Sonnenplatz eine neue, bedeutende und zukunftssichere Rolle im Viertel und darüber hinaus zuzuweisen.

Perspektive Arbeit 3002 - MANN Landschaftsarchitektur, Fulda
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): MANN Landschaftsarchitektur, Fulda

2. Preis: MANN Landschaftsarchitektur, Fulda

Die Arbeit interpretiert den Sonnenplatz als multifunktionalen Stadtplatz mit unterschiedlich intensiv besonnten Bereichen. Den nördlichen und westlichen Rahmen bildet die vorhandene Lindenreihe. Eine Linde im Übergangsbereich zur Möllerbrücke entfällt, wird aber durch eine Neupflanzung adäquat kompensiert. Die Bestandslinden werden in Pflanzflächen mit Stauden- und Zwiebelpflanzungen integriert. Auf der Südseite werden vier lockere Baumpflanzungen hainartig mit lichtdurchlässigen Schnurbäumen ergänzt. Diese schaffen einen Abschluss des Platzes und zugleich den Übergang zur angrenzenden Straße Sonnenplatz.

Der zentrale Platz erhält einen neuen Belag aus hellgefärbtem Asphalt, der durch ein spezifisches Schleifverfahren mit Terrazzo-Optik ausgestaltet wird. Bei entsprechender Ausführung verspricht diese Oberfläche eine Besonderheit und Attraktivität. Zwei hölzerne, unterschiedlich ausgerichtete Bankskulpturen schaffen Sitzmöglichkeiten mit unterschiedlichen Raumperspektiven und Intimitäten. Ergänzt werden diese durch weitere Sitzbänke, die am nördlichen Platzrand mit Hochbeeten kombiniert sind. Oberhalb des zentralen Platzbereiches bildet ein sog. „Kronleuchter“ ein neues Identifikationsmerkmal und Beleuchtungselement bei Nacht.

Der Platzentwurf bietet künftig den unterschiedlichen Nutzergruppen einen attraktiven öffentlichen Raum, ohne diesen mit Mobiliar zu überladen und zu verfremden.

Perspektive zur Arbeit 3006 der Firma Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden

3. Preis: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden

Unter dem Motto „Sonnenplatz und Möllerbrücke … für noch mehr Sonne im Kreuzkiez“ schaffen die Entwurfsverfasser*innen einen klar strukturierten Platz mit umlaufender Wegefläche. Dem Wunsch der Bürgerbeteiligung nach mehr Grün kommt der Entwurf nach und schafft durch eine weitreichende Entsiegelung des Platzes und einer signifikanten Erhöhung des Grünanteils viel Aufenthaltsqualität. Insbesondere die Vervollständigung zur doppelreihigen Lindenpflanzung entlang der Straße Sonnenplatz schafft, neben der Funktion als klare Raumkante, einen bedeutsamen grünen Rahmen für den neuen Sonnenplatz.

Die Verwendung von wassergebundener Decke wird in der Jury jedoch kontrovers diskutiert. Der umlaufende Gehweg in Naturstein unterstreicht eine klare Funktionalität und schafft dadurch Freiraum für den Aufenthalt und die Nutzung des Binnenplatzes. Grenzen verwischen an dieser Stelle nicht und bilden daher einen starken Rahmen.

Ein „Lichtstrahl“ bzw. ein Lichtband als umlaufendes Element setzt den Platz komplett neu in Szene. Durch Materialität, Höhenstaffelung, Farbe und vielfältige Nutzbarkeit kreieren die Entwurfsverfasser*innen ein Element, das auch als bespielbare Kunst wahrgenommen werden kann und mit starker Identifikationskraft dem Platz zu einer neuen Bedeutung innerhalb des Quartiers und darüber hinaus verhelfen kann. Der aufgehängte Sonnenspiegel im zentralen Bereich des Platzes tritt hierbei weder von der Lage noch von seiner Wahrnehmung im Raum in Konkurrenz zum Lichtband. Vielmehr unterstreicht er nachts durch Schwarzlicht die Illumination des orangenen Strahls.

Perspektive zur Arbeit 3003 (Engere Wahl) von lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner, München
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner, München

Engere Wahl

lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner, München

Die Arbeit überrascht mit einem völlig neuen Raumkonzept! Aus dem bisher durch Baumreihen klassisch gerahmten Ort wird ein lichter Hain entwickelt, der unter einem lockeren Blätterdach urbane Nutzungsvielfalt zulässt. Dieser Baum-überstandene Raum wird bewusst in Kontrast gestellt zum Raum der offenen Möllerbrücke mit ihrer magischen Anziehungskraft. Der lichte Hain soll durch Großbaumverpflanzung aus dem Bestand entwickelt werden. Ob dies zielführend ist, wird jedoch bezweifelt. Auch wird leider die südliche Baumreihe nicht in das Motiv der lockeren Baumstellung einbezogen, sodass das Einbeziehen der räumlichen Südkante nicht ganz überzeugt. Bezüglich der Klimaresilienz ist die Ausführung des Bodenbelags in wassergebundener und mit Samen geimpfter Decke begrüßenswert. Dennoch wird die Eignung der Decke an einem intensiv genutzten Platz kontrovers diskutiert, zumal der intendierte Gras- und Kräuterbewuchs sehr schnell als ungepflegt interpretiert werden kann.

Zentriert wird der Hain durch eine starke Raumskulptur, die als aufgesetzte Mulde Skate- und Spielanlässe bietet, gleichzeitig auch bei Starkregenereignissen Retentionsraum schaffen soll. Dies wird sowohl im Hinblick auf Lärmbelästigung, als auch bezogen auf das Gefahrenpotenzial bei Wasser-Anstau kritisch gesehen, könnte sich aber als rein 'besetzbare' Skulptur sehr gut behaupten.

Stadtplanungs- und Bauordnungsamt