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Stadtplanungs- und Bauordnungsamt

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Wettbewerb

Neubau der Lindemannbrücke: Entwürfe sind bis 18. November im Studieninstitut zu sehen

Nachricht vom 12.11.2019

Für die sogenannte Lindemannbrücke ist ein barrierefreier Ersatzneubau geplant. Beim Ingenieurwettbewerb wurden 17 Beiträge eingereicht, von denen eine Fachjury zwei als Favoriten gekürt hat. Mit beiden verhandelt die Stadt nun. Alle Entwürfe sind bis zum 18. November im Studieninstitut ausgestellt.

grafischer Entwurf des Neubaus Lindemannbrücke

Entwurf des Büros "Dr. Kreutz+Partner"
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dr. Kreutz+Partner Beratende Ingenieure mbB

Für die derzeitige Fuß-und Radwegbrücke Lindemannstraße, die den Max-Ophüls-Platz mit dem Vorplatz der Westfalenhallen und der Messe Dortmund verbindet, ist ein barrierefreier Ersatzneubau geplant.

Verbindung zwischen Kreuzviertel und Messe-Areal

Die Brücke sorgt in zentraler Lage auf dem Dortmunder Stadtgebiet für eine fußläufige Anbindung des Areals der Westfalenhallen, der Messe Dortmund und des anschließenden Stadions über den sechsspurigen Rheinlanddamm an das Kreuzviertel und den Innenstadtbereich. Sie wird bei Messeveranstaltungen und insbesondere an Spieltagen des BVB stark genutzt und ist bei Stadionbesucher*innen auch als Treffpunkt beliebt.

Stadt hat sich barrierefreiem Bauen verschrieben

Das bogenförmige Bestandsbauwerk aus den 1950er Jahren weist Steigungen von weit mehr als sechs Prozent auf und ist nicht barrierefrei. Die Stadt Dortmund hat sich bereits im Jahr 2006 per Ratsbeschluss dem barrierefreien Bauen verschrieben. Daher wird jetzt ein barrierefreier Ersatzneubau der Brücke geplant. Deren Standort an exponierter Stelle in einer Achse mit Westfalenhallen und Fußballstadion verlangt jedoch nach einem repräsentativen Bauwerk.

Wettbewerb zeigt Vielfalt an Möglichkeiten

Zur Findung eines geeigneten Entwurfs wurde daher ein Ingenieurwettbewerb ausgelobt. Insgesamt 17 Teilnehmende haben Ideen entwickelt und ihre Beiträge eingereicht. Eine überraschende Vielfalt an Möglichkeiten trat dabei an den Tag.

Zum Abschluss des Wettbewerbes hat eine hochkarätig besetzte Jury am 4. November 2019 eine Preisgerichtssitzung durchgeführt, bestehend aus Ingenieuren und Architekten sowie Vertretern der Stadt Dortmund und der Westfalenhallen. Die Jury hat sich am Schluss auf zwei erste Plätze festgelegt, die ganz unterschiedlich sind.

Nürnberger Büro "Dr. Kreutz+Partner" über seinen Entwurf

"Ziel unseres Entwurfes ist es eine möglichst gradlinige und kurzweilige Verbindung zu gewährleisten. Zentrales Entwurfselement zur Höhenüberwindung sind hierbei die großen Wendeln, die im Außenbereich eine behindertengerechte Rampenführung gewährleisten und dann zum Innenbereich hin steiler werden. Der Brückenbau schließt hieran dynamisch an und überzeugt schwungvolle und elegante Linienverläufe. Die geometrische Ausbildung der wendelförmigen Rampen ist in Analogie zu physikalischen Wirbel-Phänomenen entwickelt: im Zentrum ist die Fließgeschwindigkeit am größten und nimmt umgekehrt proportional zum Abstand vom Zentrum ab."

Jury über den Entwurf aus Nürnberg

"Die nördliche Rampenspirale fügt sich zwischen Hotel und FH-Gebäude gut ein und trägt dem Denkmalschutz Rechnung. Durch die wie selbstverständlich wirkende Kombination von Fuß- und Radwegfunktionen gelingt es auch auf der Südseite die bauliche Sichtbeeinträchtigung von der B1 auf das Messegelände zu minimieren. Die exzentrische Konstruktion der Spiralrampe ermöglicht die barrierefreie Führung der Fuß- und Radverkehre. (…) Der Entwurf verwendet brückenbautypische Konstruktionselemente, die auch in der späteren Unterhaltung unproblematisch sind."

grafischer Entwurf des Neubaus Lindemannbrücke

Entwurf des Büros "Schlaich Bergermann + Partner"
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): schlaich bergermann partner sbp gmbh

Stuttgarter Büro "Schlaich Bergermann + Partner" über seinen Entwurf

"Mit bindender Geste versöhnt der neue Steg die ungleichen Situationen beidseitig des Rheinlanddamms. Brücke und Rampen bilden eine eingängige Einheit, deren schwungvolle Form sich behutsam in die wertvolle Bebauung am Max-Ophüls-Platz einfügt. Den strengen Messevorplatzbereichert sie als sensibel gesetzter Kontrapunkt. Fußgänger durchschreiten auf ihrem direkten Weg einladend auskragende Schleifen, entlang derer großzügige Rampen alle Niveaus barrierefrei verbinden. Ein integrales Tragwerk ermöglicht die Silhouette beinahe abstrakter Eleganz."

Jury über den Entwurf aus Stuttgart

"Die Wegebeziehung ist für die Fußgänger über die Treppen klar ersichtlich und bietet die kürzeste mögliche Verbindung zwischen den beiden Seiten des Rheinlanddamms. Der Fahrradverkehr ist barrierefrei geführt und in seinen Wendungen angenehm zu befahren. Auf der Messeseite lässt er allen Verkehrsteilnehmern viele Richtungsoptionen offen und möglich und bedient somit sämtliche Richtungswünsche. Die barrierefreie Erschließung ist so gut gelöst, dass der Wunsch nach einem zusätzlichen Aufzug nicht mehr gestellt werden muss. Die Qualität eines öffentlichen Platzraums bleibt bei dem Max-Ophüls-Platz erhalten. Etwas fraglich bleibt die Wirkung der Bereiche unterhalb der Rampen. Auf der Südseite wird diese Fragestellung geschickt durch Grünbereiche gelöst."

Verhandlung mit Preisträgern

Mit den zwei Preisträgern wird nun verhandelt und einem der Preisträger schließlich der Zuschlag erteilt. In 2020 soll die Planung zum Abschluss gebracht werden. Der früheste mögliche Baubeginn läge dann im Jahr 2021.

Die Wettbewerbsarbeiten werden vom 11. bis zum 18. November, jeweils von 8:00 bis 15:00 Uhr, im Foyer des Studieninstitut Ruhr, Königswall 25-27, 44137 Dortmund, ausgestellt.

Zum Thema

Mehr Grafiken der beiden Preisträger-Entwürfe im Rahmen des Wettbewerbs zum Ersatzbau der Lindemannbrücke finden sich im angehangenen pdf-Dokument.

Stadtplanungs- und Bauordnungsamt