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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Verkehr

Nach Radunfall in der Langen Reihe reagiert die Stadt mit Haltebalken und Stopp-Schildern

Nachricht vom 04.02.2022

Ein schwerer Unfall an der neuen Fahrradstraße Lange Reihe / Am Zehnthof hat nicht nur für Entsetzen gesorgt, sondern auch Verkehrsexpert*innen auf den Plan gerufen. Die Fahrradstraße wird nun sicherer gemacht.

Am Donnerstag, 3. Februar, hat sich die Unfallkommission der Stadt Dortmund und der Polizei Dortmund im Bereich der neuen Fahrradstraße Lange Reihe / Am Zehnthof zu einem Ortstermin zusammengefunden. Mit dabei war auch eine Vertretung der Bezirksregierung Arnsberg. Das Ziel: Die Situation dort schnellstmöglich analysieren und prüfen, ob und welche Sofortmaßnahmen für mehr Schutz von Radfahrenden zu treffen sind.

Am 28. Januar hatte sich ein Radfahrender schwer verletzt, als er an der Kreuzung mit einem Auto zusammenstieß. Der unfallverursachende PKW hatte zunächst einem anderen Auto ordnungsgemäß die Vorfahrt gewährt, das nachfolgende Fahrrad dann aber übersehen.

Bei dem Ortstermin zeigte sich, dass viele Autofahrende die neue Vorfahrtsregel, die dem Verkehr auf der Fahrradstraße Vorrang gibt, nicht beachteten. Ein sofortiges Handeln wurde als notwendig erkannt.

Schilder sollen Orientierung geben

Weil das Aufbringen dauerhafter Farbmarkierungen höhere Temperaturen und anhaltend trockenes Wetter erfordert, kommt es zunächst zu anderen Maßnahmen: So schnell wie möglich werden Stopp-Schilder die Vorfahrt-beachten-Schilder ersetzen. Zusätzlich werden gelbe Haltebalken (Spezialfolie) auf die Straßenoberfläche geklebt.

Ergänzend kommen auch Fahrbahnschwellen in den Einmündungen der untergeordneten Straße Am Zehnthof hinzu. Da diese jedoch lange Lieferzeiten haben, wird das noch etwas Zeit benötigen. Die Schwellen werden mittig auf der Fahrbahn montiert, so dass Radfahrende gut auf der rechten Seite vorbeifahren können, Autofahrende sie aber nicht umfahren können. Damit wird ein zusätzlicher Wahrnehmungseffekt erzielt und eine deutliche Reduzierung der Geschwindigkeit. Die Fahrbahnschwellen werden geräuscharm sein, um die Anwohnenden vor Lärm zu schützen.

Die Straßenverkehrsbehörde wird beobachten, ob sich die Maßnahmen in der Langen Reihe bewähren und dauerhaft bleiben können.

In Sachen Markierung wird noch zu prüfen sein, ob das Fahrradstraßen-Verkehrszeichen als Piktogramm mehrfach im Kreuzungsbereich aufgetragen wird, oder ob eine rote Farbfläche die bessere Variante ist.

Keinen Optimierungsbedarf sah die Unfallkommission hinsichtlich der Sichtbeziehungen: Die Sichtwinkel auf den kreuzenden Verkehr sind gegeben und auch die Parkplätze sind weit genug entfernt von der Kreuzung. Den neuen verkehrlichen Regelungen hat die Bezirksregierung Arnsberg bereits zugestimmt.

Weitere Maßnahmen im Umfeld geplant

Bei dem Ortstermin wurden auch die anderen Einmündungen zur Fahrradstraße betrachtet. Aus der Bürgerschaft war der Hinweis auf schwierige Sichtbeziehungen im Bereich Lange Reihe / Am Bertholdshof gekommen. Vor Ort stellte die Unfallkommission fest, dass der linksseitige Sichtwinkel von Am Bertholdshof auf die Lange Reihe nicht ausreicht. Aus diesem Grund hebt die Straßenverkehrsbehörde zwei Parkstände kurz vor dem Einmündungsbereich auf. Sperrpfosten und fünf Fahrradbügel sollen das Parken dort schon zeitnah unterbinden.

Ganz ähnlich ist die Situation an der Einmündung Lange Reihe / Am Zippen. Dort ist das Sichtdreieck im Zuge der entfallenen Rechts-vor-links-Regel unzureichend. Auch muss ein Parkplatz auf der Langen Reihe eingezogen werden. Die Einmündungen Lange Reihe / Warburgstraße und Lange Reihe / Kurze Reihe sind nach Ansicht der Unfallkommission ausreichend beschildert und markiert, auch die Sichtwinkel stimmen.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.