Abtragen von Asphalt

Tiefbauamt

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Verkehr

Für mehr Sicherheit: Dortmunder Fahrradstraßen bekommen einheitliches Regelwerk

Nachricht vom 07.02.2022

Nach dem Unfall eines Radfahrenden auf der neu eingerichteten Fahrradstraße Lange Reihe hat die Unfallkommission von Stadt und Polizei Dortmund schnell reagiert und zusätzliche Maßnahmen für die Lange Reihe getroffen.

Fahrrad fährt über Fahrradsymbol RS1

Die neue Fahrradstraße Lange Reihe soll noch sicherer werden.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Amanda Bick

Die Verwaltung der Stadt Dortmund sieht den Unfall aber auch als Bestärkung und Beleg dafür, dass es notwendig ist, sich intensiv mit den Regeln der Radstraßen in der Stadt zu befassen. Lange vor der Umsetzung des RS1 gab es dazu erste Koordinierungstreffen und fortlaufenden Austausch. Bereits vor dem Unfall war ein größerer Koordinierungstermin für Anfang März eingeplant, bei dem sich Vertreter*innen aus Stadtplanungs- und Bauordnungsamt, Ordnungsamt, Tiefbauamt und Straßenverkehrsbehörde zusammensetzen.

Beobachtungen und Rückmeldungen zu den Radstraßen aus der Bürgerschaft, aber auch aus den eigenen Reihen gaben den Anstoß zu diesem Treffen. Das Ziel ist es, das Regelwerk weiter zu vertiefen und dabei einheitliche Standards zu entwickeln, die dem Radverkehr einen möglichst sicheren Vorrang einräumen. "Der Unfall hat zu einer Nachbegehung geführt mit den Fragen: Sind die Zeichen optimal angebracht, wurde das nach außen hin ausreichend kommuniziert?", erläutert Arnulf Rybicki vom Tiefbauamt.

Unfallgefahren vermeiden

Die Straßenverkehrsordnung des Bundes trifft zur Ausführung und Gestaltung von Fahrradstraßen keine Regelungen. Die Bergische Universität Wuppertal hat jedoch mit dem Deutschen Institut für Urbanistik einen Leitfaden für die Praxis entwickelt, der Orientierung bieten soll und der auch in Dortmund bereits zur Anwendung kommt.

Für den Radschnellweg RS1 als Landesstraße gibt es vordefinierte besondere Standards in einem bindenden NRW-Leitfaden. Darin ist beispielsweise geregelt, wie zu beschildern ist und welche Markierungen angewendet werden sollen. Auf dem Abschnitt in Dortmund, auf dem der RS1 als Fahrradstraße geführt wird, hat die Stadt aus Sicherheitsgründen zusätzliche Maßnahmen wie Bremsschwellen auf einmündenden Fahrbahnen beschlossen.

Bislang noch wenig Fahrradstraßen in Dortmund

Weil Fahrradstraßen in Dortmund jedoch gänzlich neu sind und mit ihrer Einrichtung lang bestehende Verkehrsgewohnheiten in altbekannten Straßen verändert werden, ist es notwendig, die Änderungen aus Gründen der Verkehrssicherheit mit flankierenden Maßnahmen zu begleiten, die gegebenenfalls auch nur temporär sind.

Wird eine bestehende Straße zur Fahrradstraße, müssen sich lang bestehende und eingeübte Gewohnheiten im Verkehr ändern. Dies macht es notwendig, aus Gründen der Verkehrssicherheit die Neueinführung an verschiedenen Stellen mit verkehrlichen Maßnahmen zu flankieren, die gegebenenfalls auch nur temporär sind."Es sind Schwellen bestellt, die jahreszeitlich bedingt erst im Frühjahr verbaut werden können. Bis dahin wird es noch einmal einen Haltebalken geben, eine Folienmarkierung, und es wird auch erneut Markierungen mit Haifischzähnen geben, die ähnlich aussehen wie am RS1 im Kreuzviertel", so Rybicki.

Temporäre Maßnahmen sind möglich

Wichtig aus Sicht der Verwaltung ist, dass die Regeln rund um die Fahrradstraßen im Stadtgebiet möglichst einheitlich sind. Dennoch sollen die örtlichen Gegebenheiten an Kreuzungen und Einmündungen stets vertieft und zusätzlich betrachtet werden. Das Ziel der Verwaltung ist es, den Radfahrenden möglichst maximale Sicherheit zu bieten.

Für die Velorouten in Dortmund ist bereits beschlossen, dass sie möglichst durchgängig rot gefärbt sein sollen – entweder durch rot eingefärbten Asphalt oder durch rote Markierungsfarbe, die auf den bestehenden Asphalt aufgetragen wird. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass es einer besonderen Markierung bedarf wie zum Beispiel die rote Farbe", erklärt Oberbürgermeister Thomas Westphal. Auch Hinweise auf die neue Verkehrssituation sollen Unfälle vermeiden.

Bei dem Treffen Anfang März wird es auch um die Regularien an der Langen Reihe und an der Arndtstraße gehen, aber nicht nur. Unter den Gesichtspunkten Einheitlichkeit und Sicherheit sollen die Standards für ganz Dortmund betrachtet und diskutiert werden. Insbesondere geht es auch um den Blick in die Zukunft: Für die Fahrradstraßen ist im Kontext der Radverkehrsstrategie eine Hierarchisierung vorgesehen. Dabei bilden die neun geplanten Velorouten mit insgesamt 82 km Länge die oberste Kategorie. An der Ausgestaltung dieser Hierarchisierung bis hin zur "einfachen“ Fahrradstraße soll gearbeitet werden.

Öffentlichkeitsarbeit für Dortmunds Fahrradstraßen

Um die Fahrradstraßen im Bewusstsein der Bürger*innen besser zu verankern, ist Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiger Baustein. Hier wurde bereits viel geleistet und das soll auch weiter fortgesetzt werden.

Um Anwohnende und die Stadt-Öffentlichkeit auf die veränderte Verkehrsführung in den drei neuen Fahrradstraßen aufmerksam zu machen, wurde und wird medial und direkt vor Ort über die neuen Verkehrsregeln informiert. "An Ankündigungen hat es nicht gemangelt, es gab Plakate, Flyer, und über die Internetseite der Stadt Dortmund wurde regelmäßig über Bauvorhaben - und Schritte informiert. Es erreicht möglicherweise nicht jeden, weswegen wir nacharbeiten werden", so Rybicki.

Sowohl am Radschnellweg Ruhr als auch an den Fahrradstraßen Lange Reihe und Arndtstraße wurden Anwohner*innen per Flyer über die veränderte Situation aufgeklärt. Sämtliche Informationen, Pressemitteilungen und Flyer sind online weiterhin jederzeit abrufbar:

Darüber hinaus wurde das Thema Fahrradstraße mit Hilfe der Dortmund-Agentur auch über die Social Media Kanäle der Stadt in ganz verschiedener Weise gespielt. Weitere Formate sind in Vorbereitung.

Über das Projekt "Emissionsfreie Innenstadt" wurden im Rahmen der Kampagne "UmsteiGern - Dortmund steigt um, du kommst weiter!" zudem Banner mit plakativen Erklärungen zur Fahrradstraßenregelung in der Langen Reihe und in der Arndtstraße platziert.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.