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Tiefbauamt

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Umwelt

Stadt Dortmund nimmt drei neue wasserstoffbetriebene Fahrzeuge in Dienstwagenflotte auf

Nachricht vom 17.02.2022

Dienstgänge und - reisen sollen umweltfreundlich werden - das hatte der Verwaltungsvorstand 2020 entschieden. Das Tiefbauamt fährt nun mit Wasserstoffantrieb zu seinen Terminen. OB Westphal hat eines der drei neuen Fahrzeuge getestet.

Oberbürgermeister Thomas Westphal vor einem der neuen Fahrzeuge.

Oberbürgermeister Thomas Westphal vor einem der neuen Fahrzeuge.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Sascha Kreklau, Vonovia

Die Stadt Dortmund hat in ihrer Dienstwagenflotte drei neue mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge im Angebot. Der Verwaltungsvorstand hatte bereits 2020 das Ziel konkretisiert, zukünftig alle Dienstgänge und -reisen durch deutlich umweltfreundlicheren Mobilitätsangeboten vorzunehmen, diese sukzessive emissionsfrei zu organisieren und sofern möglich, intermodal zu gestalten.

Mit einem Ausschreibungsverfahren für drei Brennstoffzellenfahrzeuge wurden schließlich Fahrzeuge des Typs Hyundai Nexo beschafft, die bereits in der ersten Januarwoche an das städtische Mobilitätszentrum ausgeliefert wurden und seitdem beim Tiefbauamt im Einsatz sind.

Wasserstoff ist die Zukunft

Oberbürgermeister Thomas Westphal testete eines der Fahrzeuge und nutzte es für einen Tag als Dienstwagen. "Für die anstehende Energiewende ist Wasserstoff eines unserer großen Zukunftsthemen, eben auch im Bereich Mobilität. Fahrzeuge wie dieses zeigen, wie gut das schon heute funktionieren kann. Davon brauchen wir mehr."

An diesem Tag stand ein Besuch bei der "Energiezentrale der Zukunft" von Vonovia in Bochum auf dem Programm des Oberbürgermeisters. Er tauschte sich dort über die innovativen Erzeugungs- und Verteileranlagen aus, die für das Quartier die Energie liefern. Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen mit Speicher, Wasserstoff-Elektrolyseur, Brennstoffzellen sowie Ladestationen für E-Mobilität sind dort intelligent miteinander kombiniert.

Wasserstofffahrzeuge ergänzen die städtische Flotte

Die Brennstoffzellenfahrzeuge ergänzen bei der Stadt Dortmund die Ausstattung mit Elektrofahrzeugen für die dienstliche Personenmobilität. Im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor bestehen bei den Wasserstofffahrzeugen hinsichtlich der Reichweite von rund 650 km und der zeitlichen Länge des Tankvorgangs von circa fünf Minuten kaum noch Unterschiede.

Die Mitarbeitenden des Tiefbauamtes nutzen die Fahrzeuge vom Betriebshof Sunderweg aus sowohl für Kontroll- und Baustellenfahrten, als auch für Fahrten zu Außenterminen in den Arbeitsbereichen Blindgänger-Entschärfung, Beschilderungsarbeiten, Arbeitsvorbereitung sowie Sinkkästen-Unterhaltung. Aus diesem Grund sind die Fahrzeuge auch mit Warnmarkierungen (Klebefolie) und mobilen Rundumkennleuchten ausgestattet.

Die regelmäßige Betankung der Fahrzeuge kann im unmittelbaren Umkreis zum regulären Fahrzeugstandort an der öffentlichen, rund 700 Meter Luftlinie entfernten, Shell-Station am Anfang der Schützenstraße sichergestellt werden. Dort befindet sich Dortmunds derzeit einzige Wasserstoff-Tankstelle des Betreibers H2 MOBILITY Deutschland.

Strategie zur Förderung der Wasserstoffwirtschaft in Dortmund

Die Anschaffung der neuen Fahrzeuge fügt sich nahtlos in die Strategie zur Förderung der Wasserstoffwirtschaft in Dortmund ein. Bereits bei der Wasserstoffkonferenz am 24. November 2021 ist deutlich geworden, dass Wasserstoff in Zukunft eine bedeutende Rolle in Dortmund spielen wird. Große Einigkeit bestand darin, dass es notwendig ist, bereits heute an Lösungen im Wasserstoffbereich zu arbeiten, um eine CO2-neutrale Energieversorgung zu ermöglichen. Auch in der Mobilität können Wasserstoff oder daraus gewonnene synthetische Kraftstoffe neben batterieelektrischen Fahrzeugen einen Lösungsansatz bieten. Insbesondere im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge sind der Elektromobilität Grenzen gesetzt, die andere technische Lösungen erforderlich machen. Hier können Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb eine entscheidende Technologie darstellen.

Weitere Fahrzeuge mit Wasserstoffbetrieb sollen folgen

Um den Weg hin zu einer emissionsfreien Mobilität der Mitarbeitenden sukzessive weiter zu beschreiben, sind zwei weitere wasserstoffbetriebene Pkw, ein Hyundai Nexo und ein Toyota Mirai II, in Beschaffung. Diese Fahrzeuge werden der Erweiterung des Mobilitätsangebotes im Innenstadtbereich für den originären Fahrzeugpool des städtischen Mobilitätszentrums dienen. Sie sollen zudem als ergänzendes Angebot zu den Fahrzeugen an den bereits geplanten Mobilitätsknotenpunkten dienen und auch einem breiten Nutzerkreis (verschiedene Fachbereiche u. der Pool des Verwaltungsvorstandes) zur Verfügung stehen.

Um dem zentralen Stadtziel für mehr Umweltqualität und Klimaschutz gerecht zu werden, erprobt die Stadtverwaltung daher neben dem Bereich der rein batterieelektrischen Mobilität auch alternative klimafreundliche Mobilitätsvarianten. Hier ist neben dem intermodalen Ansatz ÖPNV/Kfz/Pedelec auch die Erprobung neuer Antriebstechnologien für ein Erreichen des Ziels wichtig.

Förderumfang komplett ausgeschöpft

Im Zuge der Beschaffung der oben genannten wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenfahrzeuge wurden durch das Mobilitätszentrum in Zusammenarbeit mit der Stabstelle Fördermittelmanagement Fördermittel aus dem Programm "progres.nrw" der Bezirksregierung Arnsberg akquiriert. Hierbei konnten mit dem maximalen Fördersatz i.H.v. 60 Prozent der förderfähigen Anschaffungskosten ein Großteil der anfallenden Investitionskosten aus Landesmitteln refinanziert werden.

Mit diesem Förderbescheid schöpfte die Stadt Dortmund den o.g. Fördermitteltopf, welcher auf 500.000 Euro pro Antragsteller und Jahr begrenzt ist, für die Anschaffung von insgesamt über 30 Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeugen sowie städtischer Ladeinfrastruktur vollumfänglich aus.

Arnulf Rybicki, der Dezernent für Bauen und Infrastruktur, führt dazu aus, dass zur weiteren Umsetzung der Elektrifizierung der kommunalen Fahrzeugflotte und der damit einhergehenden ökologischen Verbesserungen im Fuhrparkwesen, eine Erweiterung solcher Fördermaßnahmen notwendig und wichtig ist.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.